Ein neuer Gefährte | „Slavery“-Spoiler #3

Spoiler Nummer 3.
Ich wollte endlich mal davon schreiben, deswegen gab es den Spoiler xD
Vielleicht folgt demnächst eine kleine Szene mit Emyr … eine seiner Eigenschaften wurde noch nicht genannt!
-grins-

Ich blätterte in meinem Buch, während Gareth mit Lynne auf der Wiese spielte. Es war einer der seltenen Momente der Ruhe, und wir alle genossen ihn.
Ich wusste nicht mehr, woher ich meine Lektüre hatte. Vermutlich hatte ich sie irgendwann mal eingesteckt und dann vergessen – die Zeiten waren einfach zu nervenaufreibend, als dass man die Chance hätte, sich an Kleinigkeiten zu erinnern.
Es war eine Komödie und fügte sich perfekt in die friedliche Stimmung ein. Ich hörte Lynnes glockenhelles Kinderlachen und musste nicht aufsehen, um zu wissen, dass Gareth sie durch die Luft wirbelte. Das hatte sie schon immer geliebt.
Seltsam … schon immer. Woher wollte ich das wissen? Wir reisten erst einige Wochen miteinander und es schien bereits, als hätten wir Jahre miteinander verbracht. Genauso hatte ich meine Gefährten liebgewonnen. Sowohl Gareth als auch Lynne. Schon oft hatte ich mich gefragt, wie wir wohl auf Außenstehende wirken mussten, wenn wir uns in Gesellschaft aufhielten. Wie eine Familie? Vielleicht. Auch wenn ich viel zu jung aussah (und auch war), um ein Kind in Lynnes Alter zu haben. Selbst wenn sie so alt wäre, wie sie wirkte – vier, vielleicht fünf Jahre. Doch sie hatte den Körper einer Zwölfjährigen, ihre Eltern allein wussten, wie alt sie wirklich war. Womöglich war sie ihnen bereits vor vielen Jahren entrissen und verwandelt worden?
Zumindest war sie lange genug Vampir, um bereits Zähne und voll entwickelte Kräfte zu haben. Selbst Gareth und mir bereitete sie manchmal Probleme! Zum Glück würde sich dies in einigen Jahren legen, man konnte dieses Kind nicht einfach sich selbst überlassen. Auch seinetwillen nicht.
Das Lachen verstummte, doch ein leises Kichern blieb, das sich entfernte. Sie lief über die Wiese und lebte einfach. Kurz darauf raschelte es neben mir, als Gareth sich setzte.
»Süß, oder?«
Als ich aufblickte, hatte er mir seinen Körper halb zugewandt, blickte aber in Richtung des kleinen Mädchens, dessen Lächeln von einem Ohr zum anderen reichte.
»Ja …«, antwortete ich knapp und verfolgte sie mit den Augen. Zugegeben: In diesem Moment vermisste ich meine eigene Kindheit. Sie war so unbeschwert.
Gareth seufzte, ließ sich dann ins Gras fallen. Einige Strähnen seines wilden, blonden Haares fielen in seine Stirn, der Rest war wie immer zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Das Licht des Vollmondes schien hell und ließ seine Haut silbriger denn je wirken. Ich widerstand der Versuchung, über seine Wange zu streichen.
Mit ihm war es so viel angenehmer als mit Idris. Er schlug mich nicht, er demütigte mich nicht. Er achtete mein Wesen, meine Persönlichkeit. Er suchte mit mir nach Antworten zu meinen Fragen, unterstützte mich, wo er nur konnte. Warum also, konnte ich nicht …
Ein Laut, halb Kreischen, halb Lachen, unterbrach meine Gedanken. Ruckartig richtete sich mein blonder Begleiter auf und war in Sekundenschnelle bei Lynne, von der das Geräusch kam. Ich folgte, so schnell ich konnte.
Mit kaum nennenswerter Verzögerung stand ich wieder neben Gareth, trotzdem sah er entspannt aus, unserer Kleinen drohte wohl keine Gefahr. Auch von mir fiel die Anspannung, trotzdem erkundigte ich mich neugierig, was denn los sei.
Lynne hielt mir nur freudestrahlend ihre Handflächen entgegen, auf denen sich träge ein Regenwurm ringelte.
»Was ist damit?«
Anstatt zu antworten, wandte sie sich ab und entfernte sich hüpfend. Gareth und ich warfen uns nur einen verwunderten Blick zu, nur um ihr gleich darauf zu folgen.
Sie war schnell wieder stehen geblieben, die Hände nah ans Gesicht geführt, so als könne sie den Wurm dann besser sehen. Was zur Hölle wollte sie mit ihm?
Als ich es endlich bemerkte, war es zu spät, um noch etwas daran zu ändern.
Vorsichtig bohrte sie die Spitzen ihrer feinen Eckzähne in den Körper des Wurmes. Mir wurde leicht übel. Sie hatte doch nicht etwa vor, das Blut des Regenwurmes zu trinken? Nicht, dass es schädlich wäre. Nur … ekelig.
Doch sie überraschte uns beide, indem sie nahezu sofort wieder von ihm abließ, und uns angrinste.
»Meiner! Das ist … Glaw!«
Es dauerte, ehe ich begriff, was genau vor sich gegangen war, warum sie dem Wurm ihr Gift injiziert hatte. Gareth schien es ähnlich zu ergehen.
»Ich fass es nicht … Das ist doch nicht etwa …?«
»Ihr tierisches Ich. Ich fürchte, ja.«
»Dann haben wir hier wohl zukünftig den ersten und einzigen Regenwurm mit Zähnen.«

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