Das Leben ist schön?

Sagte ich das, ja? Ja. Es steht ja direkt darunter. Groß und lustig.
Damals war das Leben schön. Damals wollte es noch schön sein.

Jetzt nicht mehr.

Das Leben könnte schön sein, aber es will nicht. Es ist höllisch. Es brutal, hinterhältig und kalt. Was hilft, ist nur Verdrängung, Ablenkung. Aber dann … dann sitzt man wieder in dieser Grube. Ist zu klein, um über den Rand schauen zu können und zu schwach, um Erde unter die Füße zu scharren. Und es bleibt dunkel. Dann ist wieder alles egal. Man kann stundenlang durch die Kälte wandern, nichts tun … was zählt’s? Es ist alles so verdammt egal.

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2 thoughts on “Das Leben ist schön?

  1. Wie klinge ich, wenn ich das hier schreibe? Wohl wie eine dieser Psychotanten, die 0815-Sätze von sich geben. Jedenfalls erscheint man in solchen Momenten so. Man gehört einfach zu der Masse an Menschen, die nach einem derartigen Ereignis die gleichen Worte wählen, um … um was?

    Man kann es nicht schön-reden. Und das will ich gar nicht, weil ich weiß, dass es keinen Sinn hat. Weil es nichts gibt, was man verschönern kann.
    Weil du eben doch Recht hast: „Das Leben ist höllisch.“
    Ja, es ist brutal. Eiskalt …
    Es handelt ohne einen Blick zurück. Das Schicksal tut was es will und läuft Amok.

    Verdrängung & Ablenkung … wann immer irgendetwas war, wurde mir gesagt: „Das ist schlecht. Das ist nicht gut.“
    Im Nachhinein konnte ich das nie bestätigen. Wenn ich manche Dinge nicht verdrängt hätte …
    Derart schlimme Zeiten übersteht man nur, indem man sie verdrängt und sich ablenkt. Man stochert nicht in der Wunde herum, wenn sie noch frisch ist … das tun wirklich nur die Psychotanten, die einem vormachen wollen, wie toll die Welt eigentlich ist und man nur an positive Energien glauben muss.

    Es ist gut, dass dich deine Familie ablenkt. Dich auf andere Gedanken bringt. Sie muss dir den Halt geben, den du jetzt braucht. Und sie wird es auch sein, die dir irgendwann – jetzt noch nicht, dazu ist alles noch zu früh … – die Hand reicht und dir helfen wird, aus dieser Grube zu kommen.
    Aber momentan … momentan ist die Grube einfach da. Und auch hier sage ich dir nicht „Komm schon, raus aus der Grube!“, weil ich weiß, wie du dich fühlst – und gleichzeitig kann ich es doch nur erahnen.

    Zur Zeit sitze ich mit dir in der Grube, Saskia. Vielleicht siehst du mich nicht, weil es zu dunkel hier ist. Aber ich bin da. Ich weine jeden Tag und verfluche das Leben, weil es ihrer Familie solch einen Schmerz angetan hat. Und weil es dich, so jung wie du bist, derart gezeichnet hat. Weil das nicht fair ist … und nie fair sein wird. Ich bin bei dir in der Grube. Wenn dir kalt ist, will ich die Hand sein, die dich wärmt und ich würde dich, wenn es in meiner Macht liegt, auch aus dieser Grube heben.
    Aber dafür ist es noch zu früh …

    Und das sollten alle respektieren, die dir einreden wollen, dass DU weiterleben musst. Das musst du auch … aber jetzt zieht sich einfach ein schwarzes Trauerband durch die Tage, egal, was sie sagen.

    Fühl dich umarmt …

    • Lynn, du bist wunderschön.
      Du, deine Person … ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich für deine Worte bin. Denn sie sind so wunderbar rührend – endlich weine ich mal nicht nur aus Trauer.
      Und gleichzeitig weiß ich nichts darauf zu erwidern. Zumindest nichts, was dem gerecht werden würde. Ich kann dir einfach nur dafür danken, dass du da bist – dass du überhaupt bist – und dass du hilfst.
      Du, zusammen mit meinen Freunden und meiner Familie. Ohne euch wär ich aufgeschmissen.

Und ihr so?

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