[Tag 4] Dein Hassbuch

Das ist eine verdammt schwierige Frage! Im Grunde gibt es nämlich kein Buch, das ich hasse – zumindest nicht an sich.
Goethe Die Leiden des jungen Werther Aber letztlich muss ich mich ja entscheiden und deswegen: Die Leiden des jungen Werther.
Ich sag grundsätzlich nichts gegen Goethes Stil – wie denn auch? Er als Meister ist letztlich irgendwie unantastbar und wenn ihr ehrlich bin, hatte er oft eine schöne – wenn auch manchmal sehr anstrengende – Art zu schreiben.
Nein, was mich stört ist die Hauptperson – Werther. Ich hatte nie ein Faible für große Melodramaten und somit sind solche Stürmer und Dränger herzlich wenig für mich. Hinzu kommt, dass es Schullektüre war. Da gibt es zwar auch Bücher, die ich sehr gern gelesen habe, aber erst einmal ist da dieser Zwang, der bei mir selten positive Gefühle hervorruft.

Ich habe Werther gehasst, tue es immer noch. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, wie ein Mensch so bescheuert sein kann; fast schien es mir, als wolle er sich um jeden Preis umbringen und brauchte nur noch einen guten Grund. Er gehört wirklich zu den wenigen Personen, an denen ich rein gar nichts finden kann und die ich fast ein wenig verachte. Werther war schwach und dumm; was anderes kann ich in ihm nicht sehen.
Und irgendwie hat sich dieses Bild von ihm auf mein Bild vom Buch übertragen – ich mag es nicht und werde es nie mögen; der einzige Grund, warum es noch nicht im Müll gelandet ist, ist der, dass ich Bücher nie wegwerfe. -lach-
Hinzu kam ein begeisterter Deutschlehrer, der uns jeden Satz doppelt und dreifach auseinandernehmen ließ … man könnte also sagen: Die Schule lehrte mich, ein Buch zu hassen.

Komischerweise mochte ich ein recht modern interpretiertes Stück sehr gern, bei dem Werther sehr vielschichtig dargestellt wurde. Vielleicht hat Goethe ja doch auch mal Blödsinn gemacht und mir ein ganzes Buch vermurkst. (;

Tschaka.

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5 thoughts on “[Tag 4] Dein Hassbuch

  1. Ah… ich kann das Buch nicht nicht mögen – dafür weiß ich zu viel darüber, was es ausgelöst hat, weswegen es geschrieben wurde und über den Kontext der Zeit und Goethes Leben xD
    Aber ich kann akzeptieren, dass du es nicht magst :D (Emotional bewertet ist es ja auch nicht gerade mein Lieblingsbuch +hust+)

    • Vielen lieben Dank für deine Akzeptanz! :’D
      Ich würde es ja eigentlich gerne mögen, aber … was nicht ist, das ist nicht. Schade! Ich glaube, ich sollte mich mal mehr mit Schiller beschäftigen, vielleicht hab ich da mehr Glück. -lach-

  2. Herrje! Es scheint mich zu verfolgen! Ich kann mit Gedichten überhaupt nichts anfangen umso schlimmer ist es ja, dass wir gerade in Deutsch Goethe haben und ich die arbeiten verhauen habe (völlig am Thema vorbei geschrieben). Und heute haben wir auch da auszuüge gelesen, aber nicht konkretes.
    Unsere Lehrerin schwärmt nur von diesem Buch! Die Hausaufgabe war auch klasse. Wir sollten an einem Kumpel ein Brief schreiben, wie es uns in der heutigen Zeit bei dieser Situatuion gehen würde und was wir schreiben würden. :/
    Tja. Und als ich das im Deutschbuch las musste ich sofort an dem Blog denken und mir kam der titel so bekannt vor, jetzt weiß auch warum :P
    lg Saskia

    • -lach-
      Ja, Goethe ist überall und Werther sowieso. xD Wenn selbst Napoleon damals dermaßen begeistert war, muss sich das ja irgendwie bis zu uns durchziehen. (;

  3. Pingback: [Tag 21] Das blödeste Buch, das du während der Schulzeit als Lektüre gelesen hast « Muh, das Telefonbuch

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