[Tag 14] Ein Buch aus deiner Kindheit

Dirk Bracke Blau ist Bitter „Blau ist bitter“ heißt es und stammt aus der Feder von Dirk Bracke. Es wurde damals vom Rex-Verlag publiziert, ist aber heute nicht mehr im Handel erhältlich. Lediglich über Amazon & Co. hat man noch eine Chance. (Und ich überlege grade, ob ich die mal nicht endlich ergreife.)

Ich erinner mich leider nur vage an das Buch an sich; es geht um Kinderprostitution. Hauptperson ist ein Mädchen, das verkauft wird und fortan als Prostituierte arbeiten muss. Es passieren viele schlimme Sachen, so wird sie zum Beispiel schwanger und stürzt sich die Treppe runter, um abzutreiben. Aber sie findet auch einen Freund, doch insgesamt … ich will nicht gleich das Ende verraten, aber so wahnsinnig gut war es nicht, wenn auch kein direktes Unhappy End.
Hier einfach mal der Klappentext:

„Lina, du fährst gleich mit dem Herrn nach Manila. Er hat Arbeit für dich. Du wirst in der Stadt ein viel besseres Leben führen als hier.“
Mit einem Mal war mir klar, daß mein Vater mich verkauft hatte. Meine Augen füllten sich mit Tränen.
„Aber … ich will überhaupt nicht fort“, stammelte ich. „Ich will bei dir und Mama und Teresa bleiben.“
„Du mußt mitgehen, Lina. In Manila wirst du keinen Hunger mehr haben. Übrigens hat mir dieser Herr 9000 Pesos bezahlt. Mit diesem Geld kann ich unsere Schulden bei Herrn Alonso begleichen. Wir werden lange Zeit keine Sorgen mehr haben.“

Max, der Nachtclubbesitzer, schleppt Lina, das zwölfjährige philippinische Bauernmädchen, in den blauen Lotus, seine Bar in Manila. Brutal zur Prostitution gezwungen, widerfährt Lina das bittere Schicksal so vieler Kinder in der Dritten Weit. Mit einem Schlag wird Lina ihrer Kindheit und Menschenwürde beraubt. Verzweifelt kämpft sie gegen ihr immer größer werdendes Elend.

Brackes packender und lebensnah geschriebener Roman zeigt die brutale Wirklichkeit der Kinderprostitution und des Sextourismus und ist ein engagiertes Plädoyer gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

Es war eines der Bücher, die ich aus irgendeinem Grund nicht gleich ausleihen konnte oder wollte … doch der Titel hatte meine Aufmerksamkeit erregt, da ich Blau eigentlich sehr mochte. Und allein deswegen wollte ich es lesen – denn dieses Buch stand nicht im Gruselregal und normalerweise lieh ich nur von dort aus. Das machte es schon einmal besonders. (:
Ich merkte mir den Titel (versuchte es eher und scheiterte, dafür erinnerte ich mich an das Aussehen und fand es wieder) und lieh mir das Buch später aus. Es war etwas vollkommen anderes, so gar nicht wie die Bücher, die ich sonst gelesen hatte. Es war eben ernst, wenn auch ein Jugendbuch. Es hatte mich damals sehr berührt, und dass ich mich noch dran erinnere, zeigt ja, dass es besonders sein muss. Erst letztens musste ich dran denken. Vermutlich sollte ich es mir wirklich noch einmal zulegen; ich würde es gerne noch einmal lesen.

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One thought on “[Tag 14] Ein Buch aus deiner Kindheit

  1. Ich hab in meiner Kindheit und Prepubertären-Phase (12,14) sehr viele von solchen Büchern gelesen… wie Asphalt Tribe und Die Welle von Morton Rhue, oder Wüstenblume, oder Bücher über Vergewaltigung usw… Die haben mich irrsinnig interessiert und mich direkt zu Büchern über KZs geführt. Leider weiß ich von vielen gar nicht mehr, wie sie geheißen haben, weil ich mir die oft aus der Bibliothek ausgeborgt habe – schade, irgendwie. Gut, dass du es bei deinem noch weißt!

Und ihr so?

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