[Tag 23] Das Buch in deinem Regal, das die wenigsten Seiten hat

Marion Zimmer Bradley Die Nebel von Avalon Überraschung! Es ist ein Reclam-Heft.
Und zwar „Antigone“ von Sophokles. Zwar ist es nicht zwangsläufig das dünnste Buch, da man durchaus ja auch Schriftgröße, Zeilenabstand usw. beachten könnte, aber rein an der Seitenzahl gemessen, ist dieses Büchlein mit sage und schreibe 64 Seiten samt Anhang und Nachwort dasjenige, das ich hier nennen kann/muss.
„Antigone“ ist eine klassische Tragödie; die Protagonistin ist die Tochter des Ödipus. Für die, die die Sage nicht kennen, hier die Grobzusammenfassung eines Laien. König und Königin bekamen einen Sohn, aber das Orakel weissagte ihnen, dass das Kind den Vater töten und seine Mutter heiraten. (Warum’s so fies ist, ist eine andere Sache.)
König ließ also seinem Sohn die Füße durchbohren und fesseln und man setzte ihm – mit Einverständnis der Königin – im Gebirge aus. So sollte es zumindest sein. Der Hirte, der dies tun sollte, gab den Jungen jedoch weiter und er gelangte in ein anderes kinderloses Königshaus und wurde adoptiert. Irgendwar erfuhr er von der Prophezeiung und in der Annahme, bei seinen leiblichen Eltern zu leben, machte er sich davon, um sie zu schützen.
Wie’s sein sollte, begegnete er seinem richtigen Vater und erschlug ihn, ohne zu wissen, dass dieser das war. Später trifft er vor Theben – seiner Geburtsstadt – die Sphinx, löst ihr Rätsel, heiratet die Königin – seine Mutter. Sie haben vier Kinder, wenn ich mich recht entsinne: Eteokles, Polyneikes, Antigone und Ismene.
Schließlich geht es der Stadt nicht gut, es kommt heraus, dass Ödipus eigentlich der Sohn der Königin ist; diese begeht Selbstmord (?), er blendet sich. Es gibt die Version, dass Antigone mit ihm die Stadt verlässt, glaube ich.
Jedenfalls streiten Polyneikes und Eteokles um die Herrschaft Thebens, Polyneikes als „Feind“ und Eteokles als Regent. Beide sterben im Kampf, der Bruder der Königin wird König (Kreon) und da setzt „Antigone“ ein.
Das Mädchen befindet sich mit ihrer Schwester noch in Theben, ist mit Kreons Sohn Haimon verlobt. Eteokles wurde beerdigt, wie es würdig erscheint, doch Polyneikes‘ Leichnam erhielt kein Begräbnis, da er ja den Feind darstellt. Kreon verhängt die Todesstrafe, sollte jemand versuchen, Polyneikes zu bestatten. Antigone sieht es jedoch als ihre Pflicht an, immerhin ist er ihr Bruder – und sie versucht es.
Was weiterhin passiert, muss man schon selber lesen. (:
(Ist auch eines der Bücher, die wir in der Schule lesen mussten, die mir aber recht gut gefallen haben.)

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