Ein Tagesbericht vor Tagesende

Heute ist’s irgendwie lustig. Nicht nur, dass mein Bruder, als er von der Schule daheim kam, sich sofort vor den Fernseher setzte, um Fußball zu gucken (erschreckend, dass das Klischee „Mann“ bei ihm so schnell anschlägt! Und gestern erst heulte ich Zartbeseitet noch die Ohren voll, wie süß er früher war), das Erlebnis Stadt ist doch immer wieder komisch.
Ich bin ja ein Anti-Shopping-Mädchen. Mir macht es keinen Spaß, ewig durch die Läden zu rennen, um letzten Endes doch nicht das zu kriegen, was ich eigentlich wollte und Stunden zu verplempern. Heute musste ich mal wieder los, da am Samstag nicht nur Abi-Ball ist, sondern auch Ausgabe der Abi-Zeugnisse. Und da sollte man nach Möglichkeit ja auch schon mal ordentlich aussehen. Zwar leiht mir Ma dafür ihre „Nadelstreifen-Kombi“ (kurze Nadelstreifenhosen & eben ’ne Jacke), aber man sollte obenrum ja auch mehr tragen als … na, fast nichts eben. Als notorischer Nicht-Weißträger ist es nun also ein doppeltes Grauen für mich gewesen, in der Stadt ausgerechnet nach einem weißen Shirt oder einer weißen Bluse Ausschau zu halten. Wenigstens hatte ich mir die Einschränkungen gemacht, nur in einen Laden zu gehen. Und da ich wegen Füßlingen auch sowieso zu Karstadt wollte … lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab’s dann geschafft. Juche! Samstag kann kommen! (Ignoriert den verbitterten Unterton.)
Ich wäre aber nicht ich, wenn ich mit mehr zurückkommen würde, als ich eigentlich haben wollte. Im Media Markt war ich auch noch, hab mit blutenden Herzen „Sherlock Holmes“ und „Mitternachtszirkus“ liegen lassen und stattdessen die Geschenke-Ohrhörer für eine Freundin mitgenommen und Zweitohrhörer für mich. Ich weiß nicht wie, aber ich schaffe es, diese immer in kürzester Zeit zu schrotten, dabei passe ich inzwischen schon auf. Meinen Rekord habe ich mit denen aufgestellt, die mein Bruder mir zum 18. geschenkt hatte: Zwei Tage haben sie gehalten, dann waren sie plötzlich kaputt.
Ah, und bevor ich zum schönsten Teil (für mich) komme: Stadtleute sind hundsgemein! Zum einen leide ich inzwischen echt unter Paranoia. Immer – immer! – wenn ich in die Stadt gehe, sehe ich irgendwelche Leute aus unserer Schule. IMMER! Es macht mich wahnsinnig. Wir sind nun wirklich nicht so unendlich viele Schüler und viele leben außerhalb. Und wirklich egal wo ich hingehe … ich sehe jedesmal jemanden. Langsam macht mir das Angst.
Dann – mein Fahrrad war kurzzeitig verschwunden! Ich brauch ja auch mal mehr Bewegung und bin in die Stadt geradelt. So weit, so gut. Ich hab es da angeschlossen, wo ich es immer anschließe. Immer noch alles paletti. Ich führe meinen Marathon durch, gehe zurück und … da steht ein fremdes Fahrrad! Ich war erst einmal wie vor den Kopf gestoßen, überlegte, was ich machen sollte. Wahllos Passanten wegschnappen und sie so lange ausquetschen, bis ich jemanden hatte, der wusste, was passiert war? Rumsuchen, für den Fall, dass ich es woanders abgestellt hatte? (Wurde schnell verworfen, so verpeilt bin nicht einmal ich.) Polizei rufen?
Ich hab dann mitgekriegt, dass es doch mein Fahrrad war und mir nur irgendwelche Werbefuzzis so ein Schutzteil über’n Sattel gezogen hatten. Dieses Teil ist so quietschgrün und blumig, dass mein Gehirn mir sofort mitteilte, dass das unmöglich zu mir gehören kann. xD
Jip. Und … nun ja. Auf meinem Weg liegt ein riesengroßes Thalia. Ist klar, was jetzt kommt, oder?
Da ich momentan öfter mal an Thalias vorbeimuss, hab ich mir angewöhnt, die Wühltüsche bestmöglich zu ignorieren und das klappte auch hier ganz gut, bis …
Diana Gabaldon Die Sünde der Brüder… „Die Sünde der Brüder“ von Diana Gabaldon ausgerechnet ganz oben auf dem Stapel lag.
Eine verbotene Liebe. Und ein grausames Familiengeheimnis …

Man schreibt das Jahr 1758, als Lord John Greys Familie sich durch die zweite Heirat seiner Mutter um einen Stiefbruder vergrößert. Als er dem jungen Mann namens Percy begegnet, stockt Lord John der Atem: Er hat Percy schon einmal getroffen – in einem diskreten Etablissement! Kurz darauf muss John eine Reise in den Lake District antreten, wo der von ihm verehrte – und begehrte – Jamie Fraser unter Arrest steht. Und plötzlich sieht sich John mit einem weiteren Konflikt konfrontiert. Mitten in den Wirren der Schlacht bei Krefeld drängt das schreckliche Geheimnis, das auf seiner Familie lastet, ans Licht …

Ich mein – das konnt ich ja nicht liegen lassen? Das Buch steht schon seit längerem auf meiner Wunschliste, ich mochte zumindest den ersten Band der Highland-Saga (die anderen hab ich noch nicht gelesen) und billig war’s auch noch. Also: kaufen.
An der Kasse ging es dann weiter.
Vor einer ganzen Weile habe ich mir die Froschkönige geholt (von Moses, glaube ich), da ich solche Magnetlesezeichen irgendwie sehr gerne mag. Sie sind halt praktisch und man kann während des Lesens wunderbar mit ihnen rumspielen. Ist jedenfalls für Leute wie mich – die ihre Finger nicht stillhalten können – ein reizvoller Aspekt. Dabei stolperte ich über dieses kitschig-romantische Lesezeichen von Coppenrath Librellis (das mit dem Vogel, rechts neben den Froschkönigen). Heute wollte ich mal gucken, welche sie davon noch da haben, weil ich zum einen Lesezeichen sammeln könnte wie’s Blöde und zum anderen solchen Kitsch echt mag. x’D Außerdem ist es schön groß und stabil. Die anderen sahen dann nicht ganz so dolle aus, aber wie gut, dass Buchläden nur so von Lesezeichen wimmeln. Ich hatte schon öfter von jenen mit dem Gummiband gehört und aber nie eines gesehen. Nun doch. Ich will es mal mit so etwas probieren, ob sie die Bücher wirklich gut zusammenhalten. Mein Problem ist nämlich, dass meine Bücher oft aufgehen, wenn ich sie mit Schulzeug mit mir rumschleppe und dann Seiten knicken oder reißen. Ist nicht so schön, deswegen: Let’s try!
Gemeinerweise meinte dann aber die Verkäuferin, wenn ich auf der Suche nach schönen Lesezeichen sei, dann sollte ich mal hochgehen, dort gäbe es Aluminium-Lesezeichen, die wirklich wunderschön seien. LAss ich mir natürlich nicht zweimal sagen!
Ganz mein Geschmack waren die meisten nun nicht, aber zwei verschiedene Motive fand ich dann doch serh schick. Zum einen die Katze ganz rechts auf dem Bild und eine afrikanische Frau, die einen Krug trägt. Letztlich gewann die Katze, weil sie so einen schönen aristokratischen Blick hat. (‚: (Bei den verschiedenen Motiven gab es ja noch mal verschiedene Varianten.) Der einzige Nachteil: Es ist echt nur ein Stück Metall zum Reinlegen. Aber eindeutig was für’s Auge! (Ich merk nur grad, dass ich die Katze etwas ungünstig vor den Blumentopf gestellt habe … -lach-)

Und das war der Tag bis jetzt! Ich hoffe, heute bleibt’s mal bei den Temperaturen oder wird sogar kühler. Die Hitze raubt mir noch den Verstand. Und wenn man dann auf das Termometer blickt und eine fette 42 bei den Temperaturen sieht, dann ist das schon gewissermaßen mörderisch.
Meine liebe Jamie freut sich natürlich darüber (notorische Sonnentankerin – wenn sie denn mal kein Fernsehen schaut), aber zum Beispiel Bubu findet das auch nicht witzig. Ehrlich, um sein Fell beneide ich den alten Herrn wirklich nicht.

Und wer bis hier hin durchgehalten hat – Respekt!

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6 thoughts on “Ein Tagesbericht vor Tagesende

  1. Yes, ich habe durchgehalten +freudentränen+ xD

    Also…die Sache mit dem Fahrrad – da hab ich ziemlich lachen müssen :D Das kann auch nur dir passieren (-:

    Und ich hab genau das gleiche Gummiband-Lesezeichen :D Eigentlich hab ich noch zwei andere… aber das da war mein erstes :D

    • Wow! Sobald ich Eisen schmieden kann, bastel ich dir einen Orden! (‚:

      Ja, das stimmt wohl. -lach- Aber echt mal. Alle anderen Fahrräder wurden verschont, nur ich wurde reingelegt. Das ist doch wirklich … also nein!

      Ah! :’D
      Und wie sind sie so?

Und ihr so?

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