[Rezension] Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl | Stephenie Meyer

Stephenie Meyer Biss zum ersten Sonnenstrahl Stephenie Meyer:
Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl:
Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Über das Buch:
Bree Tanner ist eine der neugeborenen Vampire, die Victoria im dritten Band, „Bis(s) zum Abendrot“, zu einem dunklen Zweck erschafft. Bree schildert ihre Reise mit der Armee Neugeborener, die aufgebrochen ist, um Bella Swan und die Cullens zu vernichten …
Liebe, Furcht und unheilvolle Entscheidungen prägen vom ersten Augenblick an das kurze zweite Leben der Bree Tanner.

Ich beobachtete, wie sich sein Körper veränderte. Er kauerte sich auf das Dach, mit einer Hand an der Kante. Seine ganze seltsame Freundlichkeit verschwand und er wurde zum Jäger. Das war etwas, das ich kannte, etwas, womit ich mich wohlfühlte, weil ich es verstand.
Ich schaltete mein Gehirn ab. Ich holte tief Luft und atmete den Geruch der drei Menschen da unten ein. Es waren nicht die einzigen Menschen in der Gegend, aber die, die uns am nächsten waren. Wen man jagen wollte, musste man entscheiden, bevor man seine Beute roch. Jetzt war es zu spät, um noch irgendwas zu ändern.

Carlsen
Gebunden mit Schutzumschlag, 208 Seiten
15,90€ [DE]
ISBN 978-3-551-58200-3
Unter „Extras“ findet man eine Hörprobe.

Meine Meinung:
„Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ schien interessant und aufregend zu werden – immerhin geht es um jene junge Vampirin, die das Ende des dritten Bandes der Bis(s)-Reihe nicht erleben durfte. Man konnte also darauf schließen, dass es sich hier weniger um eine romantische als um eine dramatische Geschichte handelte.
Falsch gedacht.
Bree ist jung, gerade mal 15, und hat herbe Probleme daheim, weswegen sie wegläuft. Das macht sie zum perfekten Ziel für Riley, der sie kurzerhand verwandelt, um sie für seine Armee zu gewinnen. Wer sollte schon nach ihr suchen?
Nun ist Bree ein Vampir, einer von vielen Neugeborenen und muss glauben, was Riley ihnen über ihre neue Welt erzählt. Doch bald muss sie erkennen, dass er Informationen weglässt oder gar verdreht. Anfangs hofft sie noch, dass Riley es selbst nicht besser weiß und nur sie, die im Hintergrund die Fäden zieht, sie alle belügt … Sie hat jedoch nicht viel Zeit, weiter nachzuforschen. Die Armee muss nun trainieren, es gilt, einen feindlichen Clan auszulöschen oder selbst ausgelöscht zu werden.
Mitten in diese Geschichte wurde eine kleine Romanze eingewoben. Diego ist einer der älteren Vampire der Gruppe und um einiges besonnener. Er kommt Bree näher, als sie gemeinsam jagen und schon bald ist es mehr als nur Freundschaft.
Für mich persönlich war diese Liebesgeschichte zum einen vollkommen unnötig und zum anderen reichlich übertrieben. Sofort ist es Interesse – okay. Dann ist es Liebe – nicht okay. Natürlich empfinden Vampire etwas anders als Menschen, aber das ist selbst für diese Wesen übertrieben.
Auch der Rest der Handlung ist eintönig, schleppend, kurz gesagt: öde. Dabei hatte die Geschichte wirklich Potential. Neben Brees bekanntem Schicksal, das dem Buch eigentlich einen bittersüßen Beigeschmack schenken könnte (was nicht der Fall ist, leider), gibt es einige interessante Charaktere, so zum beispiel Freaky Fred mit einer faszinierenden Fähigkeit. Andererseits müsste es eigentlich spannend sein, die Vampire einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Das hier sind nicht die lieben Vegetarier, die sich um das Wohl der Menschen sorgen, sondern Raubtiere, die jagen, wenn sie müssen und wollen – ohne Rücksicht auf Verluste. Sie sind brutal und wild und verdammt gefährlich. Und trotzdem bleibt die Geschichte langweilig und flach; besonders Ersteres ist schon fast wieder eine erstaunliche Leistung.
Unangenehmerweise kommt hinzu, dass Mrs. Meyer Stil schon früher bestenfalls Mittelmaß war. Angenehm zu lesen, aber nichts besonderes. Hier ist er schlechter, unschön zu lesen und nervenaufreibend.
Das Schönste an diesem Buch ist tatsächlich der geschlechtsumgewandelte Vampir auf Seite 197, den wir sicherlich der deutschen Übersetzung zu verdanken haben (auch wenn es womöglich nicht anders ging).
Heißt es in „Bis(s) zum Abendrot“ noch: „Sara und eine, deren Namen ich nicht kenne, haben unterwegs miteinander gekämpft …“ (Zitat Seite 567), so kann man bei „Bis(s) zum ersten Sonnstrahl“ nun Folgendes lesen: „Sara und einer, dessen Namen ich nicht kenne …“. Fand ich persönlich witzig – die einzige Stelle im Buch, die mir gefiel.

Zwei schicke Sternchen gibt es trotzdem, denn Fans werden sicherlich irgendwo ihren Spaß an diesem Buch haben. Außerdem kommen Leute, die auf hochgepushte Romanzen, die letztlich keinerlei Bedeutung haben, stehen, ganz bestimmt auf ihre Kosten.
Sprich: Lesen auf eigene Gefahr!

Advertisements

3 thoughts on “[Rezension] Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl | Stephenie Meyer

  1. Pingback: [Challenge] Young Adult Books « Muh, das Telefonbuch

  2. Ich fand das Buch auch nicht so spannend und die Romanze total übertrieben. So ein wenig verliebtsein hätte vollkommen gereicht.
    Oh Gott, wie ist dir das denn aufgefallen mit dem Vampirpartner von Sara??? Da hast du aber aufmerksam gelesen O_O

    Deine Hasen find ich übrigens ziemlich cool ^_^

    • Ja, absolut. Eine Freundschaft wäre auch okay gewesen und womöglich etwas ergreifender, hab ich das Gefühl. So war es … hm.
      War beinahe Zufall. xD Ich hab vorher noch mal die Stelle und „Bis(s) zum Abendrot“ nachgelesen. xD Wenn ich schon mal direkt vergleichen kann … (‚:
      Dann hab ich das Buch fertig gelesen und irgendwas an dem Satz kam mir komisch vor. Erst dann hab ich noch mal verglichen und es endlich gemerkt. xD

      Danke :3
      (Ich deine Schweinchen ürbigens auch! Schweinchen sind toll. xD)
      Ich bau die irgendwann auch mal besser in den Blog ein. oo‘ Vor dem Begriff „Muh, das Telefonbuch“ gab es nämlich einen „Muh, das Telefonbuch“-Liebhaber und das war ein Hase. xD
      (Was für Gedanken man sich in Mathe nur macht …)

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s