[Rezension] Der japanische Verlobte | Amélie Nothomb

Der japanische Verlobte Amelie Nothomb Amélie Nothomb
Der japanische Verlobte

Klappentext:
Das Leben ist voller Überraschungen. Besonders, wenn man mit einem Menschen aus einer fremden Kultur zusammen ist. Die verrückte Liebesgeschichte zwischen einer Belgierin und einem Japaner.

Diogenes
Hardcover (Leinen), 176 Seiten
18,90€ [DE], 19,50€ [A]
ISBN 978-3-257-06746-0
Leseprobe

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Meine Meinung:
Amélie ist wieder in Japan, das erste Mal seit etlichen Jahren. Um die Sprache wieder besser kennenzulernen, beschließt sie, Französisch zu unterrichten und findet bald in Rinri, einem Französischstudenten, einen Schüler.
Zunächste sind es Treffen zwischen Lehrer und Schüler, sie unterhalten sich, sie korrigiert ihn (und ist schockiert über die nichtvorhandene Qualität des Sprachunterrichts), doch irgendwann ist da ein bisschen mehr. Aber wer kann schon wiederstehen, wenn ein junger Mann vor der Dame kniet und sie von nichtabwaschbaren Käse an den Händen befreit, indem er diesen abknabbert? Rinri und Amélie werden ein paar – und damit nimmt die Sache ihren Lauf.
Das erste, was mir auffiel, war der wirklich bewundernswerte Stil der Autorin. Federleicht schweben die Worte geradezu umher, um ergriffen zu werden und anschließend wieder davon zu schweben. Dennoch entbehrt der Text nicht eines gewissen Humors; viele Sätzen lächeln den Leser verschmitzt an, zwinken, heben die Augenbraue und sorgen oft für herzliches Lachen. Und trotzdem sind sie auch ernst, wenn es sein muss, wenn man nichts mehr überspielen kann und sollte.
Das ist auch das Schöne an der Geschichte an sich. Teilweise ist so so leicht und herzliche, dass das Herz beim Lesen zu flattern scheint, andererseits ist sie schwer und dumpf – im Grunde will man gar nicht weiter, aber es muss sein.
Letztlich zeigt sich ein verliebtes Bild von Japan; ja, Amélie hat ihren Verlobten, doch ihre Liebe gehört allein dem Land. An einer Stelle am Buch wird angesprochen, dass Liebe auch ihre negative Seite hat – wen man nicht auch manchmal umbringen will, den liebt man nicht. Liebe ist mit Schmerzen verbunden, nicht nur mit Behaglichkeit. Und genau das trifft auf Japan zu – es ist ein schönes Bild, das sich immer deutlicher zeigt. Zwar überwiegt in „Der japanische Verlobte“ die schöne Seite, denn über die Schattenseiten Japans zu sprechen, ist die Aufgabe von „Mit Staunen und Zittern“.
Wie gesagt – sie hat ihren Verlobten und ihre Liebe, doch letztendlich muss sie beides zurücklassen, um die Freiheit des jungen Menschens zu genießen, der sie ist. Bis dahin ist ein kurzer, verzaubernder Weg; man kann der Autorin für ihre Offenheit nur danken.

Amélie Nothomb ist ein Name, der hinter die Ohren geschrieben gehört. Wenn ihre weiteren Bücher ebenso wunderbar geschrieben sind, ist der Inhalt beinahe egal – für dieses Buch gibt alle dicken Daumen nach oben; und bei den anderen zweifle ich nicht daran, dass es genauso sein wird.

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4 thoughts on “[Rezension] Der japanische Verlobte | Amélie Nothomb

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