[Rezension] Die Maurin | Lea Korte

Lea Korte Die Maurin Lea Korte
Die Maurin

Klappentext:
Andalusien im 15. Jahrhundert:
Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auch das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen.
Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen.
Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …

Eine spannende historische Epoche
und eine verbotene Liebe.

Knaur
Taschenbuch, 672 Seiten
9,95€ [DE]
ISBN 978-3-426-50230-3
Leseprobe

Meine Meinung:
Der Klappentext schrammt ein wenig am Inhalt des Buches vorbei, aber sei’s drum.
Zahra as-Sulami ist die Tochter eines maurischen Adligen – Abdarrahman as-Sulami – und Hofdame von Aischa. Diese hat schon länger weniger Macht inne; denn seit der Emir sich lieber seiner Zweitfrau zuwendet, wird Aischa hin und wieder weggesperrt und erhält längst keine Informationen über die Pläne ihres Mannes mehr. Deswegen bittet sie eines Tages Zahra, für sie zu spionieren und herauszufinden, wie die Gespräche verlaufen, die der Emir mit zwei kastilinischen Gesandten führt. Einer von ihnen ist Gonzalo, dem Zahra immer wieder begegnen wird.
Die Gespräche verlaufen nicht gut, der Emir weigert sich, weiter an die Christen zu zahlen und riskiert somit den Krieg. Es kommt, wie es kommen muss – die Kämpfe beginnen und ein Hickhack um den letzten Rest des Bodens, den die Mauren bewohnen, beginnt.
Interessant an diesem Buch ist, dass es zwei Handlungsstränge gibt – sozusagen. Normalerweise werden die fiktiven Erlebnisse mit Teilen der Geschichte zusammengefügt, sind ein Ganzes. Hier haben wir einmal das Leben von Zahra, zum anderen aber den Untergang Granadas, der wohl wichtigsten Stadt im maurischen Gebiet. Das Schöne daran ist, dass die Handlung sehr dicht ist und zum Beispiel Schlachten sich nicht endlos ausdehnen, sondern kurz geschildert werden, weil es für den Weitergang zwar wichtig, nicht aber so notwendig ist, dass man endlose Seiten dafür aufbrauchen müsste. Natürlich kommt einiges dadurch etwas kurz, aber es stört kaum und hebt das Buch aus der Masse heraus.
Insgesamt gibt es keinen direkten Höhepunkt, aber immer wieder aufkommende, kleine Spannungsbögen transportieren den Leser von einer Seite zur nächsten. Gegen Ende schwächt es etwas ab, doch dafür werden die Geschehnisse trüber, unschöner und spornen erst recht zum Weiterlesen an. (Zumindest, wenn man sich mit einem Sad End nicht zufrieden geben will, das man an diesen stellen erahnen könnte.)
Doch ist längst nicht alles Gold, was auch glänzt.
Zwar sind deutlich Wandlungen bei vielen Protagonisten zu sehen und auch nachvollziehbar (zu einem gewissen Grad), was wirklich schön ist. Doch besonders Zahra enttäuscht am Ende ein wenig. War sie am Anfang eine starke Frau, die den Widrigkeiten ihres Lebens trotzte, auch wenn sie litt; so blieb am Ende mehr eine sorgende und teilweie jammernde Frau. Das ist angesichts der Umstände durchaus berechtigt, doch hätte ich von ihr etwas anderes erwartet.
Dann ist da auch noch Jaime, später eine ebenfalls sehr wichtige Person und anfangs ein überzeugter Maurenhasser. Dass Menschen sich ändern können, ist mir durchaus bewusst, aber seine Wandlung – nicht zum Maurenfreund, aber doch zur neutralen Person – lief für mich persönlich viel zu schnell und sauber ab.
Schön wäre es auch gewesen, wenn das Personenverzeichnis am Ende und die Begriffserklärungen am Anfang gestanden hätten. Das hätte mehr erklärt und weniger verraten. Eine Karte fehlte mir auch ein bisschen. Grobe geografische Kenntnisse habe ich ja, aber ich weiß wirklich nicht, wo jede einzelne Stadt liegt und Internet oder einen Atlas hat man auch nicht immer sofort dabei.

„Die Maurin“ hat also ihre Tücken, trotzdem macht das Lesen großen Spaß und der Einblick in einer fremde Kultur ist mehr als nur interessant. Das Buch ist wirklich lesenswert – ich werde die Letzte sein, die davon abrät.

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4 thoughts on “[Rezension] Die Maurin | Lea Korte

  1. Oh wow! Du reist schnell :)

    Ich habe schon sehr viele positive Rezensionen zu den Büchern von Lea Korte gelesen und werde mal in der Bücherei nach dieser Autorin Ausschau halten.

    • Ich hatte im Urlaub ja genügend Zeit während der Reise noch mal anders zu reisen ;)
      (Station 4 kommt dann morgen -lach-)

      Ich will demnächst auch mal „Die Nonne mit dem Schwert“ lesen, auch wenn die Challenges erst mal Vorrang haben. Aber inhaltlich klingt es auch klasse. :3

  2. Pingback: [Challenge] 5 Bücher = 5 Länder « Muh, das Telefonbuch

  3. Ich habe dieses Buch inzwischen auch gelesen und muß demnächst noch die Nachlese schreiben… Ich fand den Roman unterhaltsam, aber an manchen Stellen – personenbedingt – nicht überzeugend. Aber dazu dann mehr in der Nachlese ;)

Und ihr so?

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