[Rezension] Bis(s) einer weint | Frau Meier

Bis(s) einer weint Frau Meier Frau Meier
Bis(s) einer weint

Inhalt:
Edward, hör‘ endlich auf zu jammern – und beiß zu!

Millionen junger Frauen, Mütter und Großmütter weltweit sind der bis(s) zu Tränen rührenden Liebesgeschichte von Bella und ihrem Vampir schwarm Edward verfallen. Und die Millionen junger Männer, Väter und Großväter? Wurden schnöde vernachlässigt! Hier erfahren sie und alle anderen endlich, warum das langsamste Techtelmechtel aller Zeiten tatsächlich so lange gedauert hat.

Die ultimative Parodie auf Stephenie Meyers Millionen-Bestseller.

Heyne
Taschenbuch, 206 Seiten
8,95€
ISBN 978-3-453-52706-5
Leseprobe

Meine Meinung:
Belle Goose verbannt sich freiwillig nach Switchblade zu ihrem Vater Jim – dem Fensterputzer – in Erwartung eines romantischen Abenteuers. Gleich zu Beginn bemerkt sie, wie verrückt alle nach ihr sind, besonders die Jungen. Doch nur der stille Sturmjäger Edwarz, der ständig vor seinem Computer sitzt und von der Preiselastizität begeistert ist (wohingegen er Sega hasst), kann ihre Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dummerweise ist es genau er, der nicht Belles Charme unterliegt. Schnell ist sie sich sicher: Edwarz ist ein Vampir! Und nun muss sie ihn nur noch dazu bringen, sie zu beißen, um mit ihm in Schönheit die Ewigkeit verbringen zu können.
Ehrlich gesagt fällt es mir ein wenig schwer, irgendetwas zu diesem Buch zu sagen. Eine abschließende Reaktion waren: Stirnrunzeln, Kopf hängen lassen und dezent genervt seufzen. Sagt das nicht eigentlich alles?
„Bis(s) einer weint“ ist eine Parodie, ohne Frage. Einige Sachen – z.B. Bellas Tollpatschigkeit, ihr Einverständnis gegenüber Bevormundung, Stephenies eher schlichter Schreibstil usw. – wurden wirklich schön parodiert. Man konnte es erkennen und tatsächlich darüber schmunzeln bzw. dem Autor nur recht geben.
An anderer Stelle wird die Handlung einfach nur schwachsinnig, oder aber Bis(s) wird derart überspitzt, dass es letztlich der totalen Entfremdung geopfert wird und es letztlich – auf gut Deutsch gesagt – kein Schwein mehr erkennt. Ob das tatsächlich noch sinnvoll oder auch nur Sinn der Sache ist, bleibt fraglich; denn was nutzen Parodien oder Hommages, wenn man sie keinem Original(-Sachverhalt) mehr zuordnen kann, außer vielleicht einer gewissen Scary-Movie-Mäßigkeit, was unzusammenhängende Handlungen betrifft?
Ohnehin erscheint es, als wolle man mit dieser Parodie wirklich den Humor des Lesers treffen, was nicht wirklich funktioniert. Abgesehen von den bereits erwähnten kurzen Lachern gibt es einige müde Seufzer und damit hat sich’s auch schon – oder ich habe über Nacht meinen Humor verloren.
Viel mehr lässt sich tatsächlich nicht sagen; über flache Charaktere und vollkommen aus der Luft gegriffene Handlungen beschwere ich mich hier nicht, irgendwie gehört es einfach dazu und da im Original auch nicht alles immer ganz passt, sollte jede weitere Diskussion darüber wohl überflüssig sein.

Es bleibt bei einer eher müden Bewertung – wie gesagt, einige Dinge wurden schön parodiert, das kann man dem Buch nicht absprechen. Außerdem ist das Cover eigenartig schick, was ich an dieser Stelle auch nicht unbeachtet lassen möchte.
Trotzdem ist das Buch insgesamt kein schöner Lesegenuss, eher etwas, das man weitermacht, damit man es irgendwann weghat. Empfehlen würde ich es wahrlich nicht.

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14 thoughts on “[Rezension] Bis(s) einer weint | Frau Meier

  1. Pingback: Ich bilde mich weiter! « Muh, das Telefonbuch

  2. Angelacht hat es mich noch nie… Man merkt ja ziemlich schnell an der reinen Masse an Parodien und Merchandise-Produkten, dass hier nur alle auf den fahrenden Zug aufspringen, um auch noch was abzukassieren.

    • Wie viele gibt’s denn noch?
      (Abegesehen von dem bald in die Kino kommenden Film hab ich zum Thema Bis(s) bis jetzt keine weiteren gesehen … aber vielleicht hat mich auch die Merchandise-Masse blind gemacht. xD Das ist es abartig manchmal. Und was für ein Mist – Edward-Puppen! -schüttel-
      Inzwischen erscheinen bei Carlsen ja auch die in Bis(s) erwähnten Klassiker? Zumindest Sturmhöhe gibt es schon mit einem schönen Sticker: „Bellas & Edwards Lieblingsbuch“. oo‘)

      • Zu Sturmhöhe: Gruselig! Zum Glück hab ich eine andere Version xD (Und der Kauf hatte auch nix mit Biss zu tun, sondern mehr damit, dass ich auf Austen & Co stehe)

        Naja, wie die alle heißen, weiß ich auch nicht, aber ich hab sicher schon mehr als 3 verschiedene Vera++++ungen gesehen. So zwischen den Merchandise-Lunchboxen und so xD Krank…

      • xD
        Ich geb zu, ich wurde durch Bis(s) drauf aufmerksam gemacht (ansonsten lebte ich ja hinterm Mond), aber gelesen habe ich es, weil es mich auch interessierte und nachdem ich mich dank dem neueren „Stolz und Vorurteil“-Film ein wenig mehr für Austen und dahingehend auch Bronte begeistern konnte. (Oi, das war jetzt nur ein Satz!)

        Ach, wenn die da stehen, guck ich ja gar nicht erst hin. xD Kein Wunder, dass ich wieder von nichts weiß!

  3. Ich finde das mit Parodien auch immer sehr schwer. Von Barry Trotter hab ich damals nur ein paar Seiten geschafft, weil ich es so doof fand.
    Nightlight (der englische Titel) hab ich auch angefangen, aber nach ein paar Seiten wieder aufgehört. Ich dachte, ich wär einfach nicht in der Stimmung, aber ich glaub mir wird es nie gefallen :/ Die meisten Verarschungen sind mir einfach viel u doof und schon fast gemein.

    • Von Barry Trotter hab ich damals sogar beide Bücher gelesen, aber irgendwie ist gar nichts hängen geblieben, nicht mal ein Gefühl, ob es gut oder schlecht war oder irgendwelche Details. (Außer dass „Ron“ ein Loch im Kopf hatte? oo‘)
      Zumindest gemein würde hier nicht zutreffen, denke ich, aber doof schon irgendwie. >:
      Vielleicht könnt’s absoluten Hatern (die wirklich Twilight-Plakate an der Wand hängen haben, um Messer reinzuwerfen, die darauf versessen sind, alles, was Bis(s) in noch so kleiner Weise durch den Kakao oder bestensfalls Dreck zieht, in die Finger zu kriegen und so weiter – gibt’s die überhaupt?) gefallen, aber ansonsten … nee.

      • Also ich glaube, wenn jemand so viel Energie aufbringt, um etwas zu hassen (Poster kaufen und mit Messern bewerfen), stimmt da auch irgendwas nicht ;D Ich hoffe mal, dass es die Leute nicht gibt, ich glaube die meisten regen sich einfach nur gern über Twilight auf.

      • Nein, dann stimmt definitiv etwas nicht xD (Gut, auch weniger übertrieben wäre nicht ganz normal.) Aber wenn es diese extremen Groupies gibt, dann vielleicht auch die absoluten Hasser.Vielleicht ruft das eine auch einfach das andere hervor …
        Aber ich hoffe auch mal, dass es die Leute nicht – oder wenigstens nur selten – gibt. (‚:

      • Da magst du Recht haben. Ich find’s aber blödsinnig, wenn man so viel Zeit in etwas investiert, was man gar nicht mag. Na ja, wahrscheinlich ist etwas hassen auch ein Hobby, das einem eine gewisse Befriedigung beschaffen kann ;)

      • Ich find’s ja auch alles andere als clever oder auch nur sinnvoll. Man muss ja nicht alles mögen, aber sich dann so reinsteigern? Ich persönlich kenn da bessere Methoden, meine Zeit zu verbringen. (:

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