[Rezension] Arthur und der Botschafter der Schatten | Gerd Ruebenstrunk

Gerd Ruebenstrunk Arthur und der Botschafter der Schatten Gerd Ruebenstrunk
Arthur und der Botschafter der Schatten

Inhalt:
Manche Bücher sind anders als andere Bücher.
Manche Bücher haben magische Kräfte.
Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen …

Als Arthur zum zweiten Mal in seinem Leben auf den mysteriösen Pontus Pluribus trifft, ahnt er, dass den Vergessen Büchern erneut Gefahr droht. Zudem erhält Larissa eine geheimnisvolle Nachricht – sind ihre Eltern etwa doch noch am Leben? Ein rätselhaftes Schattenwesen verspricht Larissa eine Antwort auf diese Frage – doch erst muss sie das »Buch der Wege« finden. Um Larissa zu helfen, stürzt sich Arthur in ein neues, gefährliches Abenteuer und muss dabei erkennen, dass die Macht der Vergessenen Bücher weiter reicht, als er zu träumen gewagt hätte …

arsEdition
Hardcover, 416 Seiten
16,95€
ISBN 978-3-7607-5190-0
Leseprobe
Band 1

Meine Meinung:
Dass Larissas Eltern vielleicht nicht tot sind, konnte man bereits nach dem ersten Band vermuten. Doch nun gibt es direkte Hinweise – vorausgesetzt man vertraut dem Hinweisgeber. Es ist einer Schatten, eines jener Wesen, die nur durch die Vergessenen Bücher befreit werden können. Doch ein solches muss ihm von einem Bewahrer übergeben werden …
Doch schon zuvor war zumindest Arthur klar, dass wieder etwas los ist. Zum zweiten Mal taucht der düstere Pontus Pluribus im Antiquariat auf, in dem Arthur wie jeden Sommer arbeitet. Gerade nach diesem Besuch ist Arthur nicht wohl bei der ganzen Sache: Larissa soll nun das Buch der Wege finden und dem Schatten aushändigen; dann würde sie erfahren, wo ihre Eltern sind.
Alleine kann er sie nicht alleine gehen lassen, und so machen sie sich erneut auf die Reise quer durch Europa, mit dem Zufall und anderen Helfern auf ihrer Seite.
Das größte Manko am zweiten Band der Reihe ist wohl Larissa, ihre Entwicklung ist fast durchweg negativ. Dies wird zwar mit dem unbekannten Verbleib ihrer Eltern versucht zu erklären, doch wirklich überzeugen kann dies auf Dauer nicht. Larissa entwickelt mit der Zeit eine Art Doppelmoral – Hauptsache gegen Arthur. War sie es zum Beispiel damals, die auf Gerrits Seite stand, so kann man den Gestalten, die sie nun treffen, auf einmal überhaupt nicht mehr trauen. Es muss immer nach ihrer Nase gehen, ist dies nicht der Fall, reagiert sie schnippisch. Sie mutiert zur regerechten Zicke und dass Arthur nicht einfach das Handtuch geworfen hat, weil er schlichtweg die Nase voll hatte, ist bewundernswert. Dabei hat gerade auch Larissa immer mal dumme Ideen – zwar führen durchaus auch ihre Aktionen weiter, doch nachdem Arthur zigmal ein schlechtes Gefühl hatte und dann tatsächlich etwas Blödes passierte, sollte man doch langsam verstehen, dass man sich auf Arthurs Gefühl verlassen kann und sollte. Was dieses junge Mädchen angeht, so bereitet es in Band zwei mächtig Kopfschmerzen. Es ist ein Glück, dass Arthur der Erzähler ist und mit seiner lockeren und sympathischen Art überzeugt und unterhält. Er ist nicht mehr nur der Bücherliebhaber – was allein Grund ist, ihn zu mögen -, sondern auch ein junger Kerl mit einem wunderbar trockenen Humor, seinen Ängsten, aber auch dem Mut, diese zu überwinden. Je mehr man Larissa wegstoßen möchte, umso mehr wächst Arthur einem ans Herz.
Ansonsten bleibt zu bemängeln, dass es sprachlich auch hier wieder ein paar Wiederholungen gibt, die unangenehm auffallen. Es sind meist nur Satzteile, kann ab einem gewissen Punkt aber nicht mehr ignoriert werden. Außerdem scheinen die beiden Protagonisten dieses Mal viel weniger Hinweisen hinterherzujagen und teilweise zu lange an einem knabbern, wobei das zusammenhängt. Gerade die Strecke zwischen Córdoba und Dubrovnik zieht sich etwas hin. Die Schifffahrt scheint in die Länge gezogen und auch wenn diverse städtische Details interessant sind, so wäre es teilweise hilfreicher gewesen, einiges auszusparen. Letztlich ist die Handlung des Buches doch wichtiger, als eine ersetzte Städtetour. Diese kleine Durststrecke ist jedoch zu verschmerzen, denn gegen Ende hin wird es wieder spannender.
Ein Knackpunkt dabei ist jedoch der Zufall, der eine wahnsinnig große Rolle spielt. Zwar ist es genau das, was der Vorteil der Bewahrer ist, doch gerade am Ende fällt es ein wenig schwer, dies hinzunehmen. Ist diese Hürde überwunden, kann man sich nachträglich trotzdem noch gut vom weiteren Verlauf überraschen lassen und ihn genießen.
Erfreulich ist hier ebenso, dass es keinen richtigen Cliffhanger gibt, der Leser aber unweigerlich mit einem Stirnrunzeln und einem unguten Gefühl zurückgelassen wird. Es bleibt spannend, wie es weitergeht und was an den düsteren Bildern, die Arthur zu sehen bekam, sich auf welche Art und Weise bewahrheitet. Dass es gefährlicher wird als ohnehin schon, steht schon mal fest und auch die Charaktere sollten an Reife gewinnen.
Insgesamt bleibt zu sagen, dass „Arthur und der Botschafter der Schatten“ zwar einige Kritikpunkte aufweist, aber dennoch eine vielfältig faszinierende Geschichte mit zumindest einem wunderbar sympathischen Hauptcharakter ist. Die Handlung ist interessant und, wenn man den Zufall akzeptiert, spannender als der Vorgänger. Deswegen gilt auch hier: lesenswert, und das nicht nur für Jüngere!

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an
arsEdition

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Weitere Infos:
Wie Gerd Ruebenstrunk auf seinem Formspring-Account verriet, wird der dritte Band wahrscheinlich „Arthur und die Stadt ohne Namen“ heißen und im Januar 2011 erscheinen. Und auch wenn nach Band 2 die Wüste erst einmal das große Ziel zu sein scheint, gibt es eventuell einen Ausflug nach Edinburgh. Es ist nur eine Vermutung von mir – immerhin hat er bisher die Hauptorte, in denen auch Arthur und Larissa waren, selbst besucht. Und wenn Edinburgh auch mit auf der Liste steht? Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen. Ich kenne die Stadt wenig, habe mich aber absolut in sie verliebt. Bücher, Arthur, Edinburgh? Perfekt!

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3 thoughts on “[Rezension] Arthur und der Botschafter der Schatten | Gerd Ruebenstrunk

  1. Pingback: [Challenge] Die Serie hinterher … « Muh, das Telefonbuch

  2. Ich bin ganz deiner Meinung. Larissa konnte ich wirklich nicht ausstehen, doch ihre zickige Art machte Arthur nur umso liebenswerter ♥ (moi, ist der herzig! xD)

Und ihr so?

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