[Rezension] Drei Wünsche hast du frei | Jackson Pearce

Jackson Pearce Drei Wünsche hast du frei Jackson Pearce
Drei Wünsche hast du frei

Inhalt lt. Verlag:
>»Wer bist du?«, flüstert sie.
»Ich habe keinen Namen«, antworte ich.
»Aber können wir die Förmlichkeiten überspringen und das hier beschleunigen?«
»Was beschleunigen?«
»Das mit den Wünschen. Ich bin hier, um dir drei zu erfüllen.«

Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Gerade noch war sie verliebt und beliebt, nun ist sie nur noch die Ex vom coolsten Typ der Schule. Viola wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden – und beschwört so versehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus … und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört …

PAN
Flexcover, 288 Seiten
12,95€
ISBN 978-3-426-28336-3
Leseprobe

Meine Meinung:
Es ist zwar schon Monate her, dass sich Violas Freund geoutet hat und damit in der Schul-Hierarchie aufstieg, während das junge Mädchen unsichtbar wurde. Davon erholt hat sie sich noch immer nicht. Sie wünscht sich so sehr, wieder komplett zu sein, wieder diese Liebe zu haben, wieder dazuzugehören, dass ihr dieser Wunsch gewährt werden soll: Ein Dschinn wird in die Welt der Menschen geschickt, um ihr drei Wünsche zu erfüllen. Viola ist der mysteriöse Unbekannte unheimlich – erst recht, als sie erfährt, was er ist. Doch schnell fasst sie Vertrauen und schon bald ist er kaum mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Auch Dschinn beginnt in Viola mehr zu sehen als nur eine seiner Herrinnen. Doch das sind menschliche Emotionen, die er nicht haben sollte. Denn sobald der dritte Wunsch gesprochen wurde, wird Dschinn in seine Welt zurückkehren und sie ihn vergessen. Gleichzeitig altert Dschinn mit jedem Tag – ein Umstand der ungewohnt ist und gefährlich. Viele Dschinns gibt es nicht mehr und je länger sie bei den Menschen sind, desto eher sterben sie.
„Drei Wünsche hast du frei“ ist hauptsächlich eine nette kleine Romanze. Die Geschichte enthält Ansätze von Fantasy, die zwar kreativ und sehr interessant sind, aber neben Dschinn gibt es nur Erwähnungen beziehungsweise kurze Passagen einer fremden Welt und es bleibt dabei. Es wäre schön gewesen, etwas mehr über die Welt zu erfahren, aber bedenkt man den Fokus auf der Romanze, ist das Maß durchaus angemessen.
Die Handlung dabei ist angenehm, aber nicht übermäßig spannend oder fesselnd. Man begleitet Dschinn und Viola – die beiden Erzähler in der Geschichte – auf ihrer gemeinsamen Reise, aber Jackson Pearce schafft es nicht ganz, den Leser mit der Geschichte mitzunehmen. Besonders gegen Ende gibt es durchaus dramatische Momente, die nicht so rühren, wie sie sollten und auch könnten.
Grund dafür können durchaus die etwas „durchwachsenen“ Charaktere sein. Sie bleiben trotz deutlicher Entwicklung und Einblicke in verschiedene Facetten ihrer Persönlichkeit ein wenig skizzenhaft und grob, sie werden nicht wirklich zu Personen. Dabei ist gerade auch Dschinns Entwicklung etwas schade. Faszinierte er anfangs vor allem noch durch seine sarkastische, beinahe mürrische Art, verliert er diese später und damit auch etwas an seinem Charme. Später ist er zwar sehr romantisch, was unter Umständen durchaus schön ist, aber der Funke will nicht mehr überspringen. Viola dagegen bleibt unnahbar, wenn man ihre Sorgen nicht ganz verstehen und nachvollziehen kann. In sich sind sie schlüssig, wer aber grundsätzlich anders denkt, kommt in ihre Gedanken nicht rein. Neben diesen beiden gibt es nur noch Violas Ex Lawrence, der zwar sympathisch ist, der Geschichte allerdings auch nicht mehr gibt.
Enttäuschend ist hierbei das Ende, das zwar passt, aber doch ein wenig kitschig ist. Für Fans der großen Liebe wird dies allerdings kein Problem darstellen, dann schon vielmehr die kleinen Dinge im Verlauf, die nicht ganz hinhauen und als notwendig dargestellt werden, obwohl sie es nicht sind.
Die Sprache, die diese Geschichte begleitet, ist angenehm und schnell zu lesen. Selbst wenn man nicht viel Zeit hat, sind die Seiten schnell verblättert und das Ende naht. Einzige Bemerkung: Auch hier schien es die Übersetzung nicht für nötig zu halten, das englische „yeah“ mit dem kleinen, aber feinen Wort „ja“ zu übersetzen. So wird zum Beispiel das gewöhnliche „ja, ja“ durch ein nicht nur ungewohntes, sondern auch umständliches „yeah, yeah“ ersetzt. Es ist besonders dahingehend nicht nachzuvollziehen, da der restliche Text ja auch übersetzt wurde – warum hier darauf verzichten?
„Drei Wünsche hast du frei“ ist also wie bereits erwähnt eine nette Romanze, die Ansätze von mehr zeigt, aber nicht weiter ausbaut. In ihrem Rahmen ist es eine angenehm zu lesende Geschichte mit durchaus sympathischen Charakteren und einer interessanten Handlung, die allerdings nicht darüber hinausgeht. Wer eine kleine Geschichte nebenbei lesen möchte, ist mit „Drei Wünsche hast du frei“ bestens bedient. Genau genommen lohnt sich das Lesen trotz der Kritikpunkte – aber unbedingt lesen muss man dieses Buch nicht.

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Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an
PAN Verlag

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