[Rezension] Smaragdgrün | Kerstin Gier

Kerstin Gier:
Smaragdgrün

Inhalt lt. Verlag:
Gwendolyn ist am Boden zerstört. War Gideons Liebesgeständnis nur eine Farce, um ihrem großen Gegenspieler, dem düsteren Graf von Saint Germain, in die Hände zu spielen? Fast sieht es für die junge Zeitreisende so aus. Doch dann geschieht etwas Unfassbares, das Gwennys Weltbild einmal mehr auf den Kopf stellt. Für sie und Gideon beginnt eine atemberaubende Flucht in die Vergangenheit. Rauschende Ballnächte und wilde Verfolgungsjagden erwarten die Heldin wider Willen und über allem steht die Frage, ob man ein gebrochenes Herz wirklich heilen kann …

Arena
gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 450 Seiten
18,95€ [DE]
ISBN 978-3-401-06348-5
Leseprobe
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Rubinrot
Saphirblau

Meine Meinung:
Im letzten Band erfuhr Gwendolyn vom zwielichtigen Grafen, dass Gideon sie nur in sich verliebt machen wollte, damit er bessere Kontrolle über sie hat. Erschüttert stellte sie Gideon zur Rede – und fand ihre Befürchtungen bestätigt.
Genau da setzt „Smaragdgrün“ an. Die vom Liebeskummer geplagte Gwen würde viel lieber ihr gebrochenes Herz beweinen, anstatt ausgerechnet mit dem Schuldigen in der Zeit zu reisen oder nach einem geheimen Schatz zu suchen, den ihr toter Großvater für sie versteckte. Doch dafür ist leider keine Zeit und so macht sich Gwen unter anderem mit der Hilfe von dem Dämonen Xemerius, dem Hausbutler Mr. Bernhard und ihrer besten Freundin Leslie auf die Suche. Wer das Rätsel am Ende des zweiten Bandes gelöst hat, weiß, was sie finden werden und im Gegensatz zum Leser ist Gwen umso überraschter.
Der Fund macht alles nur noch komplizierter. Charlotte ist ihr dicht auf den Fersen, Gideon kann sie erst recht nicht mehr vertrauen und wie soll sie da dem Grafen entgegentreten? Doch darauf wird keine Rücksicht genommen und weiter geht’s mit den Reisen durch die Vergangenheit, in der auch fleißig Intrigen gespannt werden!

Es gibt Autoren, die lassen mit dem Ende einer Reihe ziemlich nach – dazu gehört Kerstin Gier mit ihrer Edelstein-Trilogie glücklicherweise nicht.
Der dritte Teil hat all die Vorteile, die seine Vorgänger auch hatten: Frau Gier entführt uns mit einem wunderbar leichten Schreibstil zu den Londoner Zeitreisenden. Gwens Abenteuer werden auch hier ungemein witzig umschrieben, im Grunde reichen schon ihre sarkastischen Kommentare, um das Buch zu einem Genuss zu machen. Über 400 Seiten nur Gwen – selbst das wäre nie langweilig.
Denn Gwen ist ein Mädchen, ein richtiges, nur eben nicht auf die nervige Art und Weise. Sie unterhält wunderbar und wird einmal mehr ins Herz geschlossen. Genauso verhält es sich mit den anderen Charakteren – Charlotte, Glenda und einge andere Miesmuscheln seien mal außen vorgelassen –, sie sind mehr als nur sympathisch. Selbst Gideon, bei dem nicht ganz klar ist, was seine Motive sind. Selbst Lady Arista, die sonst eher mit Strenge glänzte. Ja, selbst Dr. White! Unglaublich, aber wahr – doch „Smaragdgrün“ bringt auch mehr Einblicke in die Charaktere, sodass zu einigen schlichtweg mehr Vertrauen gefasst werden kann.
Dieses Mal überzeugt vor allem aber die Handlung – beziehungsweise legt die ordentlich zu, weswegen „Smaragdgrün“ sogar noch besser ist als seine Vorgänger.
Natürlich geht es nicht ohne Humor, und oftmals macht es einfach Spaß zu entdecken, wie die Fäden zusammenlaufen, was des Rätsels Lösung ist und welche Geheimnisse sich noch verborgen haben. Aber abgesehen davon wird es auch wahnsinnig dramatisch, Gwen muss jede Menge spannende Reisen unternehmen, die keineswegs vorhersehbar sind. Besonders gegen Ende wird es noch mal richtig nervenaufreibend – Herzklopfen garantiert!
Gerade das ist es, was „Smaragdgrün“ so toll macht. In „Rubinrot“ und „Saphirblau“ hielt sich die Rätselsauflösung eher in Grenzen. Natürlich wäre es unsinnig, am Anfang einer Reihe alles zu verraten, aber es war wirklich sehr sporadisch, teilweise schien die Hauptgeschichte gar nicht wirklich voranzugehen und das war schade. Davon kann im dritten Teil keineswegs die Rede sein. Schon zu Beginn wird der Leser auf Trab gehalten, dem Bangen kann man nicht entgehen. Erst am Ende – wenn die meisten Fragen tatsächlich geklärt sind – folgt das Aufatmen. Dennoch gibt es kleine, offene Fragen, die mit etwas Nachdenken aber auch beantwortet werden können – und schon wieder für Lacher sorgen, auch wenn es welche der Kategorie „Das gibt’s doch nicht!“ sind.
So weit so gut – ganz perfekt ist das Buch trotzdem nicht. Das Ende enttäuscht ein wenig. Hier soll nicht gespoilert werden, aber der Fokus liegt doch eindeutig viel zu sehr auf der romantischen Liebe. Dabei wird ganz vergessen, dass es noch andere Arten gibt: Freunde, Familie. Was ist mit ihnen? Diese sind garantiert nicht unwichtig … eigentlich genauso wichtig.
Das versalzt die Supper leider Gottes etwas – ansonsten überzeugt „Smaragdgrün“ aber auf ganzer Linie!

Einen halben Punkt Abzug gibt es also, einfach weil da mehr zu erwarten war. Trotzdem macht der letzte Band jede Menge Spaß, unterhält, nimmt mit, ist schlichtweg spannend. Ein würdiger Abschluss und es bleibt zu sagen: Lesen!

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5 thoughts on “[Rezension] Smaragdgrün | Kerstin Gier

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