[Rezension] Beastly | Alex Flinn

Beastly Alex Flinn Alex Flinn:
Beastly

Inhalt lt. Verlag:
Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift –
ein hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal
ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebter Kerl.
Doch er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde
er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein – jetzt kann nur noch die Liebe diesen Fluch brechen.
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Baumhaus
gebunden mit Schutzumschlag
333 Seiten
12,99€
ISBN 978-3-8339-3844-3

Meine Meinung:
Kyle Kingsbury führt so etwas, was manch einer wohl als perfektes Leben bezeichnet: Sein Vater verdient viel Geld und ist selten da, Kyle selbst sieht unglaublich gut aus, erfreut sich deswegen größter Beliebtheit und im Grunde kann er machen, was er will. Zumindest bis Kendra auftaucht; sie ist scheinbar hässlich und stellt sich gegen Kyle. Nur um ihr eins auszuwischen, verabredet er sich mit ihr für einen Ball, allerdings in der Absicht, sie dann vor allen sitzen zu lassen. Doch genau damit hat er seine Chance vertan – Kendra ist eine Hexe und verflucht ihn, fortan soll er als Monster, hässlich und grauenerregend, durch die Gegend ziehen. Ein kleiner Lichtblick sei ihm jedoch gegeben: Kurz vor dem Ball schenkte er einem Mädchen eine weiße Rose – weil er sie nicht brauchte, weil es ihm egal war. Diese eine – einzige – gute Tat ist der Grund, warum er zurückverwandelt werden kann: Er muss nur die Person finden, die ihn trotz allem liebt und einen Kuss schenkt.
Nach etlichen Anfragen bei Ärzten, ob man das Problem chirurgisch beseitigen kann, geben Kyle und sein Vater auf. Letzterer verfrachtet seinen Sohn in ein anderes Haus, das Kyle nunmehr nicht verlassen soll, lediglich das Hausmädchen Magda und der blinde Student Will sind ihm zur Seite gestellt ; und Kyle sucht und sucht und sucht … wird er die wahre Liebe finden?

Wie allgemein bekannt ist, ist „Beastly“ eine Neuerzählung von „Die Schöne und das Biest“. Es hält sich auch recht gut an die Vorlage – zwar ist es nicht so, dass der Vater wie im Volksmärchen dem Biest das erstbeste Lebendige verspricht, das ihm entgegenkommt und nicht alle Charaktere entsprechen dem Märchenklischee. Dennoch ist „Beastly“ eine schöne moderne Variante, ein ausgedehntes Märchen mit ein paar neuen Schwerpunkten, das Spaß macht.
Auch eigenständiges Buch hat es durchaus was zu bieten. Kyle ist anfangs – gelinde gesagt – ein ziemliches Arschloch. Allerdings ist es irgendwo verständlich – seine Freunde schreien von Anfang an vor Oberflächlichkeit und wie will ein Vater, der kaum zu Hause ist, dann auch nie zuhört und selbst überzeugt ist, dass das Aussehen alles ist, pädagogisch wertvoll auf seinen Sohn einwirken? Nicht dass das Kyle irgendwie sympathischer macht, aber es liefert Begründungen für sein unmögliches Verhalten.
Dann aber ist Kyle ein Biest – haarig und schaurig – und aus ist’s mit dem perfekten Leben. Mit der Zeit ändert sich Kyle; er merkt, wie wahr seine Freundschaften eigentlich waren, dass das Aussehen nicht das A und O ist, dass es noch mehr gibt. Ich empfand seine Wandlung als sehr schön, vor allem da er später richtig liebenswert wurde – und somit ein Charakter wurde, dem das Beste gewünscht wird, der zum Mitfiebern einlädt. Ohnehin birgt „Beastly“ ein paar sehr liebenswerte Charaktere, auch wenn sie lediglich gestreift werden. Namentlich sind das Magda und Will, so gesehen Kyles – beziehungsweise Adrians, wie er sich später nennt – gute Feen, die ihm zur Seite stehen und ihn unterstützen. Beide sind wie inzwischen auch Adrian vom Leben gezeichnet – der eine blind, die andere fern der Heimat.
Manchmal habe ich mir fast ein wenig mehr von ihnen gewünscht, bei jemand anderes wünsche ich mir das immer noch: Kendra. Sie ist nicht die böse Hexe, die Adrian Böses will; eigentlich ist sie ein ebenso liebenswerter Charakter und meines Erachtens bekommt sie viel zu wenig Platz in dieser Geschichte.
Sprachlich ist das Ganze okay, nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Fakt ist aber, dass es sich sehr leicht und schnell weglesen lässt; gerade mal einen Abend hat es gedauert, bis ich mit dem ganzen Buch durch war. „Beastly“ ist also bestens geeignet für ein paar nette Stunden zwischendurch, einfach für ein bisschen Entspannung.
Inhaltlich ist das Buch ebenso wenig schwierig. Glücklicherweise ist es keine reine Romanze, denn ehe Adrian erst einmal die Richtige findet, die er von sich überzeugen muss, dauert es eine ganze Weile. Die Art, wie sie ihren Weg dorthin findet, ist zwar ziemlich abstrus, allerdings – gemessen daran, dass es einem Märchen nachempfunden wurde, ist dies kein wirklicher Kritikpunkt. Ja, manches ist kitschig und auch unlogisch, aber so war das ja schon immer. Und allzu sehr überwiegt es auch nicht – Kendra ist nicht nur die böse Hexe, Kyle ist nicht der Prinz, der alles hat und Linda auch nicht unbedingt die Schöne. Die Märchen werden immer wieder aufgegriffen, gewinnen aber auch nicht die Oberhand.
In Verbindung damit möchte ich die eingestreuten Chatprotokolle erwähnen. Adrian chattet immer mal mit anderen Leuten, großes Thema ist ihre Verwandlung und die damit einhergehenden Probleme. Dort finden wir die kleine Meerjungfrau, die für die Liebe und einen menschlichen Körper ihre Stimme geben will, da ist ein einen Frosch verwandelte Prinz und auch der in einen Bären verwandelte Prinz. Wir alle kennen ihre Geschichten, aber diese Protokolle locken den eigentlichen Plot weiter auf, weil einfach mitgefiebert werden muss. Und wie wir wissen – nicht alles davon geht gut aus. Niedlich fand ich ja auch das stetige Beharren darauf, dass es sich bei einer Person um Schneeweißchen und nicht Schneewittchen handelt, wenngleich das Ganze eher nur auf Englisch funktioniert: Da heißen nämlich beide Snow White.

„Beastly“ bietet also trotz der recht häufig aufgegriffenen Vorlage immer noch Neues, wenngleich auch die Märchenelemente Einzug in die Geschichte finden. Wer mit nicht immer ganz logischen Handlungen zurecht kommt und einen Protagonisten sucht, der einen Wandel durchläuft (und Rosen mag), der ist hier goldrichtig!

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„Beastly“ im Kino:
Wie die meisten inzwischen wissen dürften, wurde auch dieses Buch verfilmt. Auf Englisch durfte man ihn bereits bewundern, in Deutschland müssen wir uns leider noch bis zum 14.04.2011 gedulden (womit der Film bei uns über ein Jahr später erscheint – holla ignoriert meine Falschinfos! xD).
Ich für meinen Teil möchte ihn sehr gerne sehen (und sei es nur, um auch mal was von Alex Pettyfer zu sehen, der die Rolle des Kyle/Adrian übernimmt), allerdings bin ich ein wenig skeptisch. Vanessa Hudgens als Linda ist viel zu hübsch, mal abgesehen davon dass nicht einmal die Grundvoraussetzungen passen. (Rote Haare? Wo?) Das Biest im Film sieht auch … na, nicht biestig aus. Statt vieler Haare hat er gleich gar keine mehr, was ich wirklich schade finde. So sieht er zwar nicht umwerfend aus, aber irgendwie hat seine Gestalt ja doch was Cooles. Kendra ist auch alles andere als hässlich … nicht das Schönheitsideal, aber cool. Natürlich kann man drüber streiten, dass das, was Kyle als hässlich bezeichnet, wirklich hässlich ist. Aber wenn ich richtig gelesen habe, war da ein eher dickliches Mädchen beschrieben mit Hakennase und grünen Haaren – zumindest anfangs. Wie passt da Mary-Kate Olsen rein? Richtig: Gar nicht.
Aber ignorieren wir das mal – ich bin gespannt!
Wer sich den Trailer noch nicht angesehen hat, möge doch bitte hier klicken.

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15 thoughts on “[Rezension] Beastly | Alex Flinn

  1. Ich habe „Beastly“ letztens überraschend von Bastei Luebbe bekommen (ich hätte es mir auch so oder so gekauft, ich bin in letzter Zeit total oft um das Buch herumgeschworren xD) und bin sehr gespannt darauf. Keine Ahnung wer es war, aber einer hat mal gesagt, dass Frau Flinn auch den Froschkönig (oder wie war das noch? – ich habe als Kind nie viele Märchen gelesen – der Frosch, der wenn er geküsst wird, zum Prinz wird^^) sich sozusagen in einem Chatroom einfindet oder so (Der Satz war irgendwie nichts).

    • Ich hatt’s mir schon vor Ewigkeiten gekauft und endlich mal danach gegriffen. xD Der Froschkönig kommt tatsächlich vor. (: Der lustige kleine Froggy, der so schlecht tippen kann. -lach-

  2. Ich habe Beastly noch nicht gelesen, aber meine Freundin hat das Buch mit mir in Frankfurt gekauft und während der Bahnfahrt zurück war sie schon fast durch =) Ihr hat das Buch super gefallen und sie will es mir bald auch ausleihen (sobald ich malwieder Zeit bekomme mehr zu lesen^^).
    Bei der Filmumsetzung kann ich dir nur zustimmen, biestig sieht Kyle auf dem Bild, das ich gesehen habe, wirklich nicht aus und meine Freundin hatte mir erzählt, dass sie enttäuscht war, weil er nicht so behaart ist wie im Buch beschrieben xD
    Naja, vielleicht wollen die Produzenten einfach nicht, dass die Fans verschreckt werden… :)
    Liebe Grüße

  3. Ich fand das Buch ziemlich mittelmäßig, ganz nett, aber insgesamt viel zu langweilig, weil die Story halt so wenig abgeändert wurde und durch das Märchen schon so bekannt war.
    Die Chatprotokolle fand ich eine nette Idee, aber zu wenig in die Geschichte eingebunden. Eigentlich hab ich mich am Ende gefragt, was die sollten.

    Auf den Film bin ich gespannt, auch wenn ich nicht viel erwarte. Werde ihn mir nur zur Unterhaltung anschauen. ICh finde es eigentlich ganz cool, dass sie das Biest so ganz anders dargestellt haben, ist mal was Neues.
    Übrigens erscheint der Film auch in den USA erst im März. Hast du dich vllt irgendwo verlesen (2010 anstatt 2011)?

    • Bekannt war wirklich so ziemlich alles – ich für meinen Teil hatte trotzdem meinen Spaß. :D Die Chatprotokolle hatte ich auch eher als kleines Irgendwas nebenbei gesehen – etwas neben der Grundstory, spaßig zu lesen, gewissermaßen auch ablenkend. Weniger sinnvoll. xD

      Echt jetzt? oO Langsam sollte ich mir Sorgen machen, so oft wie ich was verwechsle.
      Irgendwo hatte ich nämlich gelesen, dass Beastly in Dtld. schon mal verlegt wurde, damit es nicht mit „Wie durch ein Wunder“ (oder wie der hieß – dieses Zac-Efron-Ashley-Tisdale-Ding) konkurriert und der war ja schon draußen, oder? Deswegen hatte ich fest geglaubt, es sei 2010. xD
      -Kopf meets chaotischen Schreibtisch-

      • Also ich habe vorhin bei IMDB nachgeschaut, da stand auch für USA 2011 ;) Hab mich auch schon gewundert, weil ja selbst der Trailer noch gar nicht so lange draußen ist und man auch so noch nicht viel von dem Film im Internet gesehen hat.
        Kann aber sein, dass da irgendwas verlegt wurde… vllt haben sie in den USA den Start verschoben? Und dadurch hat sich der deutsche vershoben? Keine Ahnung.
        Spielt Ashley Tisdale da echt mit bei dem Zac Efron Film? Kenne nur den Trailer, aber den fand ich soo toll, da ist sie mir gar nichtz aufgefallen o.O

      • Herrje oo Da guck ich nachher noch mal genauer nach, wenn ich am Comp sitze und korrigier das alles. Danke mal wieder!

        Ich GLAUBE ja. Zumindest hab ich dieses Bild im Kopf nach den unzähligen Malen, in denen der Trailer im Kino lief. xD Für mich sah sie einfach aus wie sie, genau nachgeguckt hab ich da aber nie. ;) (Efron war Grund genug, mein Desinteresse zu wecken. -lach-)

      • Nichts zu danken :)

        Habe mal wegen Charlie St. Cloud nachgeschaut, Ashley Tisdale scheint nicht mitzuspielen ;D aber vllt eine, die ihr tatsächlich ähnlich sieht, da hab ich nicht weiter drauf geachtet. Mir war Zac Efron bisher ziemlich egal, aber ehrlich gesagt hat mich der Trailer zu Charlie St. Cloud ganz schön mitgerissen und ich will den unbedingt gucken *.*

      • xD
        Ich glaub, ich hab befürchtet, dass es zu ktschig-schnulzig wird, kann bei dem Thema ja durchaus leicht passieren. :0

  4. Beastly ist wirklich eine traumhafte und moderne Version von „Die Schöne und das Biest“, allerdings aus einer komplett anderen Perspektive. Aus der Perspektive des „Biestes“ und das fand ich schon ziemlich faszinierend und vor allem wahnsinnig gut umgesetzt. Ich hab das Buch auf deutsch und auf englisch gelesen und es ist in beiden Fassungen wirklich toll zu lesen :)
    Eine wirklich wundervolle und umfangreiche Rezension, find ich sehr gut :)

    Liebe Grüße
    Smarty

      • Ich fand, sie hatten ein bisschen die Grundidee des Buches verdreht – es ging ja auch darum, dass Menschen einander lieben können, ohne dass sie wunderschön sind und dass diese Wahrnehmung von Schönheit sich auch ändern kann. Das funktioniert natürlich nicht so gut, wenn da ein klassisch schönes Mädchen Lindy darstellt und das Monster eher in Richtung Bad-Boy-sexy geht. ;( (Ansonsten fand ich den Film aber auch okay.)

Und ihr so?

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