[Rezension] Koyasan | Darren Shan

Koyasan Darren Shan Darren Shan:
Koyasan:
The spirits are waiting …

Inhalt lt. Verlag:
„The boys and girls in the graveyard were shouting, but Koyasan no longer heard them. The world has become a wide, grey void. She could hear deep rasping sounds, the breath of creatures which had been human once but weren’t any more…“

Koyasan is too scared to cross the bridge and play in the graveyard like the other children. But when her sister’s soul is stolen, she must find the courage to enter a realm of evil, shape-shifting spirits.

HarperCollins
Softcover
112 Seiten
£ 1.00
ISBN 978-0-007-22138-7

Meine Meinung:
Alle wissen, dass böse Geister auf dem Friedhof leben, doch dass sie nur bei Nacht herauskommen können. Während des Tages sind sie zu schwach, um den Menschen Schaden zuzufügen und so ziehen es die Kinder aus Koyasans Dorf vor, dort zu spielen und rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder zu verschwinden. Selbst Koyasans kleine Schwester Maiko hat keine Angst, nur Koyasan – die, die vor keinem körperlichen Schmerz zurückschreckt – wagt es nicht, den Friedhof zu betreten.
Doch eines unglückliches Tages betritt Maiko bei Nacht den Friedhof: Ihr Körper kehrt zurück, doch ihre Seele wird von den Geistern gefangen gehalten. Während ihre Eltern hilflos um ihr jüngstes Kind weinen, begreift Koyasan, dass nur sie ihre Schwester retten kann. Doch ihr bleibt nicht mehr viel Zeit – wenn sie vor Sonnenaufgang nicht drei Geister besiegt, wird die Seele ihrer Schwester im Tageslicht vergehen…

Dass „Koyasan“ keine allzu komplexe Geschichte bereithält, ist bei der knappen Seitenzahl zu erwarten. Doch Darren Shan nutzt seinen Platz gut. Nach einer doch recht ausführlichen Einleitung über Koyasan im üblichen schlichten Stil des Autors, geht es los – Maiko verschwindet auf dem Friedhof, lässt ihre Seele zurück und nun muss Koyasan losziehen. Für den geringen Platz macht das junge Mädchen eine erstaunliche Entwicklung durch: vom ängstlichen Kind zur trickreichen Geisterkämpferin mit Mut und Verstand. Dabei bleibt es allerdings auch – andere Charaktere werden lediglich angekratzt und kaum skizziert, Äußeres ist bei allen Charakteren eher nebensächlich und wird kaum erwähnt; es ist also trotzdem gewissermaßen flach. Dies sollte allerdings zu verschmerzen sein, „Koyasan“ ist und bleibt eine kleine (längere) Kurzgeschichte, in der nur das absolut Wichtige benannt und hervorgehoben wird.
Gerade dadurch bleibt es eine sehr kurzweilige Geschichte, die Spaß macht und außerdem an passenden Stellen Spannung einbringt. Stellenweise muss sogar regelrecht gegrübelt werden, wie es denn nun weitergeht, weil das Kommende nicht direkt vorhersehbar ist – ich für meinen Teil hatte durchaus mal etwas anderes erwartet, ohne vom eigentlichen Geschehen enttäuscht gewesen zu sein.
Keine schlechte Leistung, wenn Spannung doch sonst immer einiger Vorbereitung bedarf. Hinzu kommt das erstaunliche Ende – ohne zu viel vornweg zu nehmen, ich bin anderes vom Autor gewohnt und war daher umso überraschter. Das Gleiche gilt für die kleine Botschaft, die unübersehbar in den Text eingeflochten ist: Überwinde deine Angst, überwinde deine Vorurteile, gib nicht auf und kämpfe – es kann Gutes daraus hervorgehen. Das zusammen mit dem fehlenden shanschen Ekelfaktor macht das Buch vorrangig geeignet für Kinder, wie man sich denken kann.
Lediglich zwei kleine Dinge stören ein wenig: Die Geisteridee erinnert sehr an die Irrwichte aus Harry Potter. Sie formen sich nach der Persönlichkeit, den Ängsten desjenigen, der ihnen gegenüber tritt. So wirklich hält sich der Autor daran nur bei Geist Nummer zwei (bei den anderen wollten mir Parallelen zu Koyasan nicht auffallen), aber rein grundsätzlich ist die Idee nett, aber nicht neu.
Ähnliches gilt für einen weiteren Geist – so wie er beschrieben würde, könnte er glatt das Wesen mit dem Pyramidenkopf aus Silent Hill sein, dessen Name – sollte es einen haben – mir leider nicht bekannt ist. Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber es ist mir nun einmal negativ aufgefallen.

Zusammen ergibt das solide drei Sterne. Fans würde ich grundsätzlich wieder empfehlen, sich das Buch zuzulegen, andere sollen sich das zweimal überlegen. Für jüngere Leser mag es außerdem mehr zu bieten haben, denn ein Gruselfaktor blieb bei mir leider aus – hat dafür aber die erwähnte kleine Nachricht. Für was richtig Tolles hätte es aber schlichtweg mehr Platz gebraucht.

.
Wo es das Buch überhaupt noch gibt:
Da das Buch für den World Book Day 2006 geschrieben und veröffentlicht wurde, wird man bei herkömmlichen Buchhändlern vergeblich danach suchen. (Hier in Deutschland sowieso.) Aber Amazon ist ja Freund und Helfer (bei eBay hab ich mal eben nicht nachgeguckt) und bietet das Buch für einen Cent an.
Hierbei bietet es sich allerdings an, das Buch mit anderen zu kaufen und möglichst beim gleichen Anbieter. Rechnet man die 3€ Versandkosten drauf, ist es teurer als ursprünglich und das soll ja nicht Sinn der Sache sein.

Advertisements

2 thoughts on “[Rezension] Koyasan | Darren Shan

  1. Pingback: Monatsstatistik: Februar « Muh, das Telefonbuch

  2. Pingback: [Challenge] I’m in … English 2011 « .

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s