[Rezension] Höllenglanz | Kelley Armstrong

Höllenglanz Kelley Armstrong Kelley Armstrong:
Die dunklen Mächte: Höllenglanz
OT: The Reckoning

Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Inhalt lt. Verlag:
Die Toten beherrschen. Das ist meine Gabe. Meine tödlichste Gabe. Und die muss ich einsetzen. Skrupellos.

Wenn ich schlafe, beschwöre ich tote Fledermäuse. Wenn ich träume, schicke ich Geister in ihre Körper zurück. Und wenn ich auf einem Friedhof stehe, wecke ich gegen meinen Willen die Seelen von Tausenden Toten.
Auch meine Freunde besitzen unkontrollierbar starke Kräfte, die uns zu einer Bedrohung für die gesamte paranormale Welt machen. Wir wissen nicht mehr, wem wir trauen können und wem nicht. Und so muss ich ausgerechnet diejenigen um Hilfe bitten, deren Zorn ich auf mich geladen habe: die Geister der Toten …

Paranormal Fantasy, Young Adult
PAN, gebunden mit Schutzumschlag, 400 Seiten, Band 3 von 3
14,99€
ISBN 978-3-426-28343-1, Leseprobe
! erscheint am 01.06.2011 !

Band 1, Band 2

Vorbemerkung: Ich liebe, liebe, liebe es!

Meine Meinung:
Endlich in Sicherheit? Derek, Chloe, Simon und Tori haben es geschafft: Sie sind bei Andrew angekommen, dem Kontaktmann der beiden Brüder, der ein Freund ihres Vaters war. Er eröffnet ihnen, dass es eine Gegengruppierung zur Edison Group gibt und verspricht Hilfe. Die Vier können vorerst nichts tun, außer zu warten, dass die Erwachsenen handeln – und dabei bietet sich auch Platz für Zwischenmenschliches. Doch wirklich lange können sie sich nicht damit aufhalten, denn nach und nach wird ihnen klar, dass auch hier etwas nicht stimmt. Keiner unternimmt was, immer gibt es nur Diskussionen und einige Mitglieder begegnen ihnen nicht nur mit Misstrauen, sondern auch mit schlecht verborgener Abneigung. Als wäre es ihnen lieber, wenn die Jugendlichen tatsächlich sicher verwahrt werden würden – oder eben beseitigt.
Schon sehr bald wissen sie überhaupt nicht mehr, wem noch zu trauen ist, wem nicht. Die Grenzen verschwimmen viel zu sehr und viel zu bald ist ihnen die Edison Group wieder sehr dicht auf den Fersen, doch Weglaufen wird immer schwieriger. Außerdem sind da noch Tante Lauren und Rae, die nach wie vor in Gefahr schweben … was also tun?

Das war es also, zumindest vorerst: „Höllenglanz“ ist der dritte Teil der „Die dunklen Mächte“-Trilogie und sorgt dafür, dass der Leser – vorerst – mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet wird.
Lachend, weil es so klasse ist. Weinend, weil es gerne noch tausende Seiten hätte weitergehen können.
Der Hauptunterschied zu den ersten beiden Bänden besteht wohl darin, dass die Protagonisten nun auch kurz Zeit zum Innehalten haben. Und während Chloe immer damit Recht hatte, dass auch einer Flucht wenig Platz für Romantik ist, so ist die logische Schlussfolgerung, dass sie hier ein wenig mehr Platz findet. Keine Sorge – allzu präsent ist sie auch hier nicht!
Aber sie ist im Ansatz vorhanden, eine willkommene Abwechslung, die aber nicht überbordet.

Daneben gibt’s den üblichen Spaß mit den Charakteren. Derek, Chloe und Simon sind super wie immer – und Tori entwickelt sich richtig gut! Sie wird keineswegs zum super-sympathischen Mädchen von nebenan – Gott bewahre! -, aber auch sie wächst mit der Situation, während der Leser einen besseren Einblick in sie bekommt – und sie letztlich tatsächlich sympathisch finden kann. Ich für meinen Teil mag sie nun.
Und zusammen mit diesen Vieren (Fünfen, wenn wir Liz mitzählen), die wirklich einfach toll sind, hatte ich trotz der ernsten Situation eine Menge Spaß. Sie sind inzwischen ein richtiges Team, haben deswegen aber noch lange nicht ihre Würze verloren. Spitze Kommentare hier und dort, für die Charaktere typische, aber umso niedlichere (oder tolle) Reaktionen und der Effekt, dass mir am Ende der Gedanke durch den Kopf ging, dass ich sie wahnsinnig auch gern kennen würde – auch ohne die übernatürlichen Fähigkeiten.

Auch handlungstechnisch weiß Kelley Armstrong wieder auf ganzer Linie zu überzeugen: Wenngleich am Anfang nicht gerade Action im Vordergrund steht, lässt die Spannung nicht lange auf sich warten. Immer wieder werden Gerüchte und Vermutungen in das Geschehen eingeflochten, die böse Vorahnungen garantieren – eine gewisse Paranoia ebenso. Ich habe genauso gerätselt, wem zu trauen ist, wer ein falsches Spiel spielt und wer nicht. Es tauchen einfach zu viele Ungereimtheiten und böse Blicke auf, um das Gefühl der Sicherheit nicht zu zerstören; dementsprechend wird es auch nie – niemals nie! – langweilig.
Erst recht nicht gegen Ende, wenn die Autorin noch einmal richtig loslegt und die Charaktere teilweise an ihre Grenzen gehen lässt. Selbst direkt am Ende geht die Spannung nicht vollkommen unter!
Natürlich sind die Hauptfragen geklärt und diese Handlung ist vorerst abgeschlossen – im gleichen Zug aber werden neue Ereignisse eingeläutet, die klar machen, dass noch viel auf Chloe & Co. wartet und es genügend Fragen gibt, deren Antwort wird erst noch herausfinden müssen.
Ein Ende also, das mich vollkommen zufrieden zurückgelassen, mir gleichzeitig aber auch richtig Lust auf mehr gemacht hat!

Und damit wären wir beim diesem einen Kritikpunkt, der mir die letzten beiden Male ein wenig die Tour vermasselte: die Übersetzung, oder besser gesagt: Yeah.
Es ist nicht weg. wäre ja auch zu schön gewesen. Aber scheinbar hat es die Autorin selbst nicht mehr allzu oft verwendet und die paar Mal, die dieses Wort – oder andere englische Begriffe – nicht übersetzt wurde, kann ich inzwischen gut wegstecken.
Um ehrlich zu sein: Ich will dafür auch gar keine Punkte abziehen. Der Schreibstil ist klasse, er klingt gut und lässt ungemein leicht lesen, passt perfekt zur Geschichte – was will man mehr? Das Buch an sich ist super! Den halben Punkt Abzug hat es hier wirklich nicht mehr verdient.

Daher habe ich absolut keine Skrupel, dieses Mal volle Punkte zu vergeben – die „Höllenglanz“ und auch die komplette Reihe vollkommen verdient haben! Kelley Armstrong bietet hier alles, was das Leserherz begehrt: authentische, tolle Charaktere, einen wirklich schönen Schreibstil, eine durchweg unglaublich spannende Handlung und gute Ideen.
Solche Bücher sollte es öfter geben!


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Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Buch an
PAN Verlag

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5 thoughts on “[Rezension] Höllenglanz | Kelley Armstrong

    • Glaub ich gern. :D
      Wie ich mich kenne, landen sie irgendwann sowieso noch bei mir. o_o
      Bei tollen Büchern hab ich gerne beide Ausgaben da. <3 (Der Autor verdient ja dran! xD)

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