[Rezension] Blood on my Hands | Todd Strasser

Blood on my hands Todd Strasser Todd Strasser
alias Morton Rhue:
Blood on my Hands
OT: Blood On My Hands

Inhalt lt. Verlag:
Die schöne Katherine, Anführerin eines geheimen Highschool-Zirkels, wird ermordet aufgefunden. Neben der Toten steht ihre Mitschülerin Callie – ein blutiges Messer in der Hand. Doch bevor jemand sie packen kann, flüchtet Callie. Ein nervenaufreibendes Versteckspiel beginnt: Fünf lange Tage versucht Callie ihre Unschuld zu beweisen und die von ihr verdächtigte Dakota zu überführen. Fünf lange Tage, in denen sich ein unheimliches Netz aus Intrigen offenbart.

Jugendbuch, Mystery, Thriller
Carlsen, Taschenbuch, 272 Seiten, Band 2 von 3
9,95€
ISBN 978-3-551-35907-0, Leseprobe

Wish U Were Dead

Vorbemerkung: Spannung sieht anders aus. Ein gutes Buch auch.

Meine Meinung:
Callie hat Katherine nur gefunden – sie war bereits tot. Dummerweise griff sie reflexartig nach dem Messer; was ihre Mitschüler dachten, als sie sie so fanden, ist klar. Gerade mit Callies Hintergrund – immerhin prügelte ihr Bruder ihnen Vater fast zu Tode – wirkt sie verdächtig, sie flüchtet. Irgendwie muss sie beweisen, dass sie unschuldig ist, doch wer war es dann? Sie kann es nur vermuten und Beweise sammeln, Verdächtige gibt es dafür viele, allen voran Kaherines Freund-Feindin Dakota. Hilfe kann sie kaum erwarten, nur von ihrem Freund Slade, der allen Grund hat, sie damit allein zu lassen.

„Blood on my Hands“ ist so ein Buch, bei dem ich wirklich froh bin, dass ich in der Bibliothek danach gegriffen habe, statt es zu kaufen. Die Beschreibung klang eigentlich ganz gut, das Buch an sich war eher lahm.
Es fängt damit an, dass mit die Charaktere nie irgendwie näher gekommen und ziemlich flach sind. Sie waren eben da, haben ihr Programm abgezogen und das war’s. Es war mir im Grunde beinahe egal, was mit ihnen passiert – oder auch nicht passiert -, lediglich am Ende hat sich das ein wenig ändert, was aber kaum was an der Gesamtsituation ändert. Im Grunde hatte die Protagonistin bei mir schon verspielt, als sie den Klischee-Fehler schlechthin begann: Da liegt was rum – an einem Tatort, herrgott nochmal! – und ich greife natürlich erst einmal danach. Logik ahoi!
Vermutlich brauchte der Autor nur eine etwas bessere Entschuldigung dafür, dass Callie erst einmal wegläuft. Ansonsten hätte es nämlich nicht viel zu erzählen gegeben, außer natürlich er möchte „simple“ Polizeiarbeit wiedergeben. Denn so schrecklich ein Todesfall ist, wirklich kompliziert war er nicht, wenn selbst Laien – in diesem Fall ich als Leser – recht schnell ahnen, worauf es hinauslaufen wird.

Es kommt aber auch absolut keine Spannung auf – natürlich ist es nicht vollkommen langweilig, immerhin bleibt die Frage, ob Callie es schafft oder nicht. Aber es hätte durchaus geholfen, auch begründete Verdächtigungen anzuführen und nicht nur wahllos Namen in den Raum zu werfen. Selbst dann denkt Callie selber kaum daran – es ist nur ein kurzer Moment mit einem minimalistischen Hinweis, der auf ein mögliches Hinweis deuten könnte. Das ist mir persönlich viel zu wenig – da könnt ich ja sonst auch immer wahllos alle verdächtigen, denn irgendwas findet sich immer, wenn man lange genug sucht – und wenn die Protagonistin nicht über weitere Verdächtige stolpert und größtenteils bei der einen bleibt; wie soll das dann der Leser machen? Als solcher weiß man schließlich noch weniger als Callie.

Das Ende ist – wie bereits erwähnt – herzlich wenig überraschend, dafür aber umso überzogener. Ich möchte jetzt nicht unbedingt von High-School-Scheiß reden, aber … ja, genau das ist es. Klischee noch und nöcher mit einer dicken Portion Drama und einem Schuss Tragik, nur um sicher zu gehen.
Da hat das Buch Glück, dass es sich leicht lesen lässt, auch wenn der Schreibstil alles andere als bemerkenswert ist – denn für was anderes hätte ich absolut keinen Punkt vergeben können.

Langweilig, vorhersehbar und überzogen – auch wenn „Wish u were dead“ wirklich toll war, von diesem Buch sollte man nicht allzu viel erwarten!

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