[Rezension] Zweilicht | Nina Blazon

Zweilicht Nina Blazon Nina Blazon:
Zweilicht

Inhalt lt. Verlag:
Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …

Jugendbuch, Fantasy, noch viel mehr, das hier aber zu viel verraten würde!
cbt, gebunden mit Schutzumschlag, 416 Seiten
18,99€
ISBN 978-3-570-16117-3, Leseprobe
Erscheint am 29.08.2011!

Vorbemerkung: Wunderbar erzählt und immer für eine Überraschung gut!

Meine Meinung:
Der 17-jährige Jay ist endlich in New York, der Heimatstadt seines Vaters, der vor kurzem verstarb. Hier möchte er sein Auslandsjahr und wenn möglich noch mehr Zeit verbringen, lebt bei seinem Onkel Matt und dessen Sohn Aidan und verliebt sich in seine Mitschülerin Madison. Während er von seiner Mutter in Deutschland Abstand nimmt, lebt er sich so langsam ein und genießt die Zeit. Doch bald taucht noch ein anderes Mädchen auf, das nur er zu sehen scheint. Sie warnt ihn vor Madison und scheint ihre eigenen Ziele zu verfolgen – zu denen Jay zweifelsohne gehört. Ehe er sich’s versieht, steckt er mitten zwischen den Welten und der folgenschweren Entscheidung, zu wem er steht, und auch wem sein Herz gehört. Derweil läuft ihm die Zeit davon, denn der blaue Dämon mit dem Herz aus Eis, vor dem ihn sein verrückt geglaubter Vater in Postkarten warnte, rückt immer näher – bereit ihn zu verschlingen …

Anfangs ist „Zweilicht“ nicht viel mehr als eine nette Fantasygeschichte für Jugendliche – er verliebt sich, ist glücklich, aber irgendwas stimmt irgendwie auch nicht. Ein für andere unsichtbares Mädchen taucht auf, seltsame Dinge geschehen – das ist nicht unbedingt schlecht, nur eben nichts Besonderes. Es ist schlichtweg angenehm zu lesen und schön erzählt. Mit circa Seite 200 aber nimmt die Geschichte eine Wende, mit der ich alles andere als gerechnet hatte! Ohne zu viel verraten zu wollen – Nina Blazon hat es so wunderbar geschafft, mich hinter’s Licht zu führen, dass ich mit weit herunter geklappter Kinnlade dasaß, als ich meine Fehlschlüsse endlich bemerkte. Was hat sie mich da reingelegt! Ich bin immer noch ganz begeistert, wenn ich nur daran denke.
Danach geht die Geschichte in keine ganz andere Richtung – aber doch anders genug, um „Zweilicht“ zu etwas ganz Eigenem zu machen, das spannend und mysteriös und auch ein bisschen beklemmend, vor allem aber begeisternd ist.
Natürlich wird es auch vorher nicht langweilig – es wird umso besser, wenn es im Kontext des ganzen Buches zu sehen ist –, auch dort baut die Autorin schon Spannung auf und streut immer wieder Fragen und kleine Geheimnisse ein, die der Leser lösen will, nur nicht kann. Romanzen, Dreiecksgeschichten und geheimnisvolle Mondmädchen, die mit Träumen spielen, sind durchaus eine geeignete Mischung für eine unterhaltsame Lesezeit!

Derweil überzeugt die Autorin ebenso mit ihrem schönen, bildhaften Stil, der mir das Lesen erst recht versüßt hat. Es fiel mir sehr leicht, mir die jeweilige Umgebung vorzustellen; und empfand sie als unangenehm, wenn sie unangenehm war und als schön, wenn sie auch schön war. Genauso geht der Einblick in die Charaktere nicht verloren, weswegen mein nächster Punkt auch schon fast logisch erscheint:
Noch besser gefielen mir die Charaktere, die allesamt kein Zuckerschlecken sind. Nicht zuletzt Jay hat eine eher schwierige Familiengeschichte und sie alle haben ihre Gründe, um so oder auch nicht so zu handeln – das lässt sie im Laufe der Geschichte nicht immer alle sympathisch, dafür aber authentisch erscheinen.
So ist Jay ein junger Mann, der kräftig ist und auch mal schnell aus der Haut fährt, was ihn durchaus Kopf und Kragen kosten kann – auch wenn er eigentlich gar keinen Ärger haben will und Ehrlichkeit schätzt.
Das fremde Mädchen dagegen kann richtig rabiat werden, wenn sie dadurch ihre Ziele erreicht – sie kämpft sich letztlich auch nur durch, und wenn sie jemanden dafür vor ein Auto stoßen muss, dann tut sie das. So könnte das auch mit Matt, Aidan und Madison fortgesetzt werden, wenn sie erst mal etwas bekannter mit Jay werden. Jeder hat seinen Hintergrund, der ihre Handlungen nachvollziehbar und logisch macht. Wer dann letztlich die Sympathien gewinnt, ist unsere Sache.

Einzig und allein den Kampf am Ende empfand ich als etwas zu leicht gestaltet, wenngleich die Sache an sich natürlich logisch erscheint. Ein wenig mehr Spannung und Dramatik hätte an der Stelle nicht geschadet, an sich ist es aber okay so. Es hätte nur besser sein können.
Was tatsächlich schade ist, sind die mangelnden Informationen über Jays Vater. Er nimmt zwar keine zentrale Rolle ein, ist aber dennoch nicht unwichtig. Ich hätte gern mehr über seine Beweggründe erfahren; letztlich ist da aber keiner da, der Jay sehr viel mehr darüber hätte erzählen können, deswegen soll es nur ein kleiner Wermutstropfen sein.

Schlussendlich bleibt „Zweilicht“ ein wunderbar erzähltes, überraschendes Werk mit einer ordentlichen Portion Fantasy und Romantik, ohne in Kitsch abzudriften. Wer Blazon liebt, sollte hier definitiv reinlesen – wer das noch nicht tut, kann hiermit ruhig anfangen!


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Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Buch an

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5 thoughts on “[Rezension] Zweilicht | Nina Blazon

  1. Hey!

    Darf man die Rezi dann jetzt doch schon veröffentlichen? Es stehen ja verschiedene Bemerkungen dazu im Buch und im Anschreiben.
    Ich bin vor kurzem mit dem Buch fertig geworden und war mir da überhaupt nicht sicher …

    • Jap, darf man. (: In der Mail hatte man mir extra noch gesagt, dass Online-Rezensionen ab sofort veröffentlicht werden dürfen – nur im Print-Bereich dann wohl noch nicht.

    • Bei Serpensortia gibt’s beispielsweise noch eine. :D Ich glaub, irgendwo anders hatte ich auch noch eine gesehen, kann aber gerade nicht sagen, wo genau. oo
      Das freut mich zu hören! ;) (Weniger wegen der Meinungssache, sondern weil dir das Buch gefallen hat. xD)

      Und vielen lieben Dank!

  2. Pingback: Monatsstatistik: Juni & Juli 2011 « Muh, das Telefonbuch

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