Get the muh-ve! | Pseudobericht zur Buchpremiere von „Der Traum der Hebamme“

Warum „Pseudobericht“?
Nun, ich habe keine Fotos, was aus einem Bericht zwar noch keinen Pseudo, das Ganze aber doch ein wenig öder macht. Ich wollte zwar Fotos machen, aber die Plätze waren nicht wirklich zum Fotografieren geeignet, also hab ich es einfach ganz gelassen. (Und ich gehöre definitiv nicht zu den Menschen, die sich so ganz schlau zwischen andere drängen und vor Sitzenden stehen, nur um ein paar Fotos zu kriegen … da genieß ich lieber den Abend und verhalte mich so, dass andere ihn auch genießen können.)
Was das Ganz hier aber zum Pseudo macht: Ich war gar nicht die ganze Zeit da! xD Von daher ist es wohl ein „Bericht der ersten zwei Stunden der Buchpremiere von Sabine Eberts „Der Traum der Hebamme“ in Freiberg“. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Aber fangen wir mal beim Anfang an. Da ich zu sowas eher ungern alleine gehe, habe ich prompt eine Freundin überredet (die die Bücher nun überhaupt nicht kennt) und so düsten wir die paar Kilometerchen nach Freiberg, wobei sich unser Navi kurzzeitig etwas verirrte. Da wir aber ganz die rational denkenden Individuen sind, sind wir einfach mal da langgefahren, was Schilder als „Richtung Freiberg“ auswiesen und kamen wunderbar an. ;)
Von Freiberg an sich haben wir in der kurzen Zeit wenig gesehen. (Ich noch weniger – Augen auf die Fahrbahn!)Was ich sagen kann: Man, fährt sich das um die Nikolaikirche rum behämmert. o___o Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann sind es rechts und links zugeparkte Ministraßen, die sowieso schon eng sind, und prompt gibt es davon einige und natürlich wollte mich das Navi dort durchscheuchen. xD Ham’wer nicht gemacht, dafür den perfekten Parkplatz gefunden (sogar beim ersten Anlauf, ich war nur schon dran vorbei, aber nach mehrmaligem Rumkurven und Wenden waren wir wieder dort und siehe da – Parkplatz war immer noch frei! xD), und pünktlich eine halbe Stunde vor Beginn standen wir vor der Nikolaikirche.
Da war uns auch schon klar, dass meine Freundin nur zwei Stunden Zeit haben würde, weswegen wir auch vor Ende gingen – kann aber auch gut sein, dass die Lesung kurz danach auch endete. ;)

Als es losging … ging’s eigentlich noch gar nicht richtig los. Zunächst folgte nämlich eine Rede des Oberbürgermeisters Freibergs, der natürlich sehr stolz war auf Sabine Ebert und ihre Arbeit und das kann er ja auch sein. Das mit dem Danken hat aber nicht so gut geklappt, da der Herr OB die ganze Zeit zum Publikum sah, die Autorin aber hinter seinem Rücken auf der Bühne stand. Und immer wenn er sie direkt ansprach und dabei andere ansah, fragte ich mich, was denn so schwierig daran sein kann, sich seitlich zu stellen oder gleich ganz hinzugehen. Wenn er der Autorin direkt dankt, ist wohl niemand von den Gästen beleidigt, wenn man mal kurz seinen Rücken sieht.
Nach dem OB folgte die Lektorin, wenn ich das recht verstanden habe, und spätestens da wurde es ein bisschen langweilig. Waren nicht alle gekommen, um vom Buch zu hören? Ja, das ist der letzte Band, der Abschluss und ja, das war eine Menge Recherchearbeit und gegen ein paar Worte des Dankes/der Wertschätzung/zur Einleitung sag ich ja auch gar nichts. Aber irgendwann zog es sich schlichtweg.

Als dann endlich Sabine Ebert an der Reihe war, lockerte sich das Ganze wieder ein bisschen, immerhin musste sie ihre lieben Worte auch nicht mehr vom Blatt ablesen und sprach frei zum Publikum, scherzte sogar mal ein bisschen.
Danach konnte auch das Programm beginnen, wobei es mit einem höfischen Tanz startete, der mich erneut darin bestärkte, dass Tanzen früher nicht nur kompliziert, sondern auch furchtbar langweilig gewesen sein muss. Nicht falsch verstehen: Die Darstellung an sich war interessant, aber es ist doch schwer nachzuvollziehen, was daran Spaß machen konnte.
Nun wechselten sich Lesungen kurzer Passagen mit kleinen Darbietungen der Mitarbeiter der Reenactmentgruppen „Mark Meißen 1200“ und „Meißnische Panzerreiter“ ab. Für musikalische Momente sorgte der Harfenist Stefan Weyh. (Auf der Einladung und in den Reden hieß es immer „Harfenspieler“. Nachdem meine Freundin zum wiederholten Male wütend klarstellte, dass das Harfenist heißt und ich gestern immer nur von „Harfenspielern“ quasselte, um sie zu ärgern, benutze ich wenigstens jetzt den richtigen Begriff.) Das Highlight mit ihm war wohl der Vortrag eines Minneliedes von Walther von der Vogelweide in Mittelhochdeutsch.
Die Reenactmentgruppen zeigten derweil verschiedene Aspekte des mittelalterlichen Lebens zu dieser Zeit. Da wäre der Tanz, es folgte ein kurzer Diskurs über die Kleidung und den Schmuck der Zeit, ein kurzer Exkurs in den Schwertkampf und eine genauere Erläuterung, wie die Schwertleite vonstattenging.

Ich muss sagen, diese Parts hätten meinetwegen noch länger und genauer sein können. Besonders beim Schwertkampf hätte ich das Ganze gerne mal in normaler Geschwindigkeit gesehen, gezeigt wurde es nur sehr langsam. Das gibt zwar einen kleinen Eindruck, hilft der Vorstellung aber nur gering weiter, zumindest so langsam.
Was die vorgelesenen Passagen angeht … sie waren sicherlich nicht schlecht gewählt, aber rein grundsätzlich stimmt es ja: Das kann man später auch selber lesen. Viel interessanter fand ich die kurzen Erläuterungen, wie das Ganze damals wirklich ablief oder im Falle von eher ungenauen oder unsicheren Überlieferungen, warum die Autorin sich für ihre Variante entschieden hat, was noch möglich gewesen wäre etc. Das nämlich kann man nicht so leicht nachlesen und da macht das Zuhören gleich noch mehr Spaß.
(Zugegebenermaßen fand ich auch nicht, dass Sabine Ebert besonders toll vorgelesen hätte. Mit der Zeit wurde die Stimme näselnder, wofür sie wahrscheinlich nichts kann, das Problem hab ich selber; Haspler seien verziehen, aber sie variierte auch nicht wirklich im Ton oder machte irgendwas, damit die Geschichte lebendiger wird. Es war einfach Vorlesen, nicht mehr und nicht weniger.)

So gesehen war es bis dahin ein teilweise spannender Abed, bei dem die interessanten Parts viel zu kurz kamen. Unser persönlicher Lacher zum Schluss: Die Buchpremiere war auch eine Art Public Viewing. Die Veranstaltung wurde auch draußen vor der Kirche gezeigt und als wir gingen, stand dort … niemand.

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4 thoughts on “Get the muh-ve! | Pseudobericht zur Buchpremiere von „Der Traum der Hebamme“

  1. Wow, ich bin wirklich eifersüchtig! :o
    Ich habe selbst die Reihe erst vor ein paar Monaten entdeckt und fange gerade den 4. Band an und find die Geschichte echt super!

    Danke für deinen Bericht! :)

    • Bittesehr! Was ich weiß, geb ich gerne weiter. :D

      Ich bin momentan mitten im 5. Band. Band 4 sagte mir ja nicht ganz so zu, aber „Der Traum der Hebamme“ gefällt mir bisher eigentlich sehr gut!

      Die Buchpremiere war übrigens nicht der einzige Termin, Sabine Ebert tourt noch bis zum 12.10. durch Sachsen – hier die Termine: http://www.sabine-ebert.de/termine.html
      Vielleicht ist da ja noch was dabei, wo du hin kannst? :)
      (Bzw. gibt’s noch andere Termine außerhalb Sachsens, aber das steht ja alles auf der Seite. ^^)

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