Gedanke | Wenn die Frauen nur Mittel zum Zweck sind …

Dass die Universität ein Ort der Bildung ist, ist nichts Neues. Richtig interessant wird es aber erst, wenn die Dozenten Gedanken anregen, auf die man sonst nie im Leben gekommen wäre. Ich bin psychologisch keineswegs versiert und ich werde das Thema hier auch nicht weiter erörtern, da mir dafür absolut der fachliche Hintergrund fehlt. Aber ich möchte es einfach mal ansprechen, weil es eine interessante Überlegung ist! :D

Aber worum geht es denn? Ich sitze unter anderem im Seminar „“I liked the book better“: Adapting Literary Texts“, in dem wir momentan The Talented Mr. Ripley von Patricia Highsmith und ebenso die zwei Verfilmungen einmal mit Alain Delon und einmal mit Matt Damon behandeln.
Neben der offensichtlichen Mordstory steht auch immer die Frage nach Tom Ripleys Sexualität im Raum – ist er nun homo- oder hetero- oder doch bisexuell? Buch und Filme gehen da unterschiedlich ran und gemäß dem Seminarthema haben wir uns die beiden Filme da mal näher angesehen.
Ohne euch zu langweilen: Der jüngere Film mit Matt Damon zeigt diese Seite wesentlich deutlicher als der aus den 70ern, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Trotzdem haben wir uns gefragt, ob es dort auch Anzeichen gibt, was unser Dozent zum Anlass nahm, uns auf ein Werk der Autorin Eve Sedgwick hinzuweisen: Between Men: English Literature and Male Homosocial Desire.
Ich hab es natürlich noch nicht gelesen, aber scheinbar entwickelt sie darin (unter anderem?) die Theorie, dass bei Dreiecksbeziehungen, in denen zwei Männer dieselbe Frau lieben, das Verlangen eigentlich nur verlagert wird – und die Männer unbewusst eigentlich einander lieben, dies aber nicht offensichtlich zeigen können/wollen/dürfen. Und da kommt dann die Frau ins Spiel.
Inwieweit das zutrifft, darüber kann man sicherlich noch ein Weilchen nachdenken und vor allem diskutieren. Aber interessant ist es allemal, vor allem wenn man an die unzähligen Dreiecksbeziehungen denkt, die mittlerweile die Jugendliteratur bevölkern. Wie viele davon wohl heimlich aufeinander stehen? :D Ich hab von solchen Beziehungen ja mittlerweile die Nase voll, weil das meiste 0815-Kram ist. Aber so gesehen, wird’s ja glatt schon wieder interessant … jetzt müssten die Bücher nur noch mehr die Männer in dieser Konstellation betrachten, nicht die eine Dame immer!

In dem Sinne:

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9 thoughts on “Gedanke | Wenn die Frauen nur Mittel zum Zweck sind …

  1. Ich dachte, in dem Buch ginge es vor allem um Menage a trois und nicht Dreieicksbeziehungen wie die in Twilight oder ähnlichen Büchern*.

    Also eben wirklich darum, dass zwei Männer mit der selben Frau gleichzeitig Sex haben und dadurch das gesamte Ereignis miteinander teilen. Zwar schlafen sie nicht wirklich miteinander, ABER. Zum Schluss hat es ab und zu etwas Intimeres, jemandem dabei zuzusehen, wie er Sex hat als einfach nur mit der Person zu.. nein, nicht zu schlafen (das impliziert ja irgendetwas.. naja, sanfteres) zu ficken.

    Sollte ich mir vielleicht doch lieber noch mal angucken. D :

    * = Wobei diese Titel m.E. gar keine richtigen Lovetriangles besitzen, weil sie ja auch keine wirklichen Konflikte in der Dreiecksbeziehung haben. Das Mädchen – denn es kann (fast) nie so sein, dass der Junge zwei Mädels hat, auf die er steht! – ist immer nur in einen davon verliebt. Der Rest wird nur so hochgepusht, damit man Team [bla] Buttons in seine Sidebar klatschen kann.

    • Wie gesagt – ich hab das Buch nicht gelesen und kann nur sagen, was unser Dozent uns erzählte. :) Er bezog sich ja auch auf Dickie & Tom aus Highmiths Geschichte und die beiden sind ganz gewiss nicht wie Twilight & Co. konzipiert. Menage à trois trifft es da schon eher.
      Dass es sich direkt auf solche Dreiecksbeziehungen á la Twilight bezieht, ist zugegebenermaßen fraglich – mit deiner Anmerkung hast du auch vollkommen recht. Was daran wirklich eine Dreiecksbeziehung ist, nun, darüber kann man streiten (weswegen es mich wohl auch so oft nervt – weil es keinen „Sinn“ macht); es war auch nur ein Gedanke, der in dem Moment lachend meinen Kopf durchwanderte. Der Schwerpunkt liegt sicherlich dann eher auf der Situation, die du beschrieben hast.
      Aber versteh ich das richtig, dass du es schon gelesen hast? Wie ist es denn so, lesenswert? :D

    • Ha, ja, das kenne ich. Egal worum es geht, irgendwie komme ich immer auf irgendein Buch, das zumindest extrem gehypt wird.

      Und nein, hab das Buch (noch?) nicht gelesen, aber irgendwer, ich denke meine Mama, hat mich einmal darauf hingewiesen. (Ist zumindest sehr wahrscheinlich, dass sie es war, weil wir uns ständig über solche Dinge unterhalten. Macht auch Sinn, sie hat Psychologie studiert und ich bin Vollzeitmedienjunkie..)

      Vielleicht schau ich’s mir aber bald mal an, denn FALLS es Mama war, die es empfohlen hat, kauft sie’s mir auch. (Alles andere wäre ja, wie hat sie’s gesagt?, „unglaublich ungerecht!“ Wie ich sie liebe.. :D)

      Eine gute Dreiecksgeschichte gibt es übrigens in Rachel Vincent’s Shifters/Faythe Sanders-Reihe, falls du mal magst.. ; )

      Und bitte, bitte berichte mehr von deiner Uni! Macht mich gerade schon wieder schulbuchgeil das Ganze.. *-* XD

      • Das ist aber eine liebe Mama. :D Aber wenn du’s dir bald mal anschauen solltest. darf ich mich dann wieder erkundigen, wie’s war? ;)

        Ist das so? Vielleicht sollte ich mir die Bücher doch mal vormerken; bisher hab ich das ja immer recht erfolgreich umschifft, aber es wird ein bisschen schwierig, wenn einem die Bücher immer wieder über den Weg laufen und dann auch nur Gutes dazu kommt. ;)

        Ähm, okay! xD Das nächste Mal behalt ich nicht alles für mich, sondern berichte gleich. -lach-

  2. Spannende Theorie, die mit der Lustverlagerung – und bestimmt in einigen Fällen wahr. Ob man das allerdings verallgemeinern kann, wage ich zu bezweifeln. ;)

Und ihr so?

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