Re-Read | The Demonata 1-6 | Darren Shan


Darren Shan: The Demonata
Lord Loss, Demon Thief, Slawter, Bec, Blood Beast, Demon Apocalypse

♣ Kinder-/Jugendliteratur, Horror, Dämonen, Magie, Werwölfe
♣ HarperCollins, Paperback
durchschnittlich 270 Seiten, Band 1-6 von 10
£ 6.99
1: ISBN 978-0-00-719320-2
2: ISBN 978-0-00-719323-3
3: ISBN 978-0-00-723138-6
4: ISBN 978-0-00-723139-3
5: ISBN 978-0-00-723140-9
6: ISBN 978-0-00-723141-6

zur deutschen Ausgabe: In Deutschland erschienen die Bücher bei Knaur (bzw. als Doppelbände bei PAN) unter folgenden Titeln: Fürst der Schatten, Höllenkind (Doppelband: Das Erwachen), Dämonenspiel, Blutige Nächte (Doppelband: Die Jagd), Höhle des Todes, Ewige Verdammnis. Weitere Infos hier.
Achtung! Band 7-10 werden scheinbar nicht mehr ins Deutsche übersetzt. Nachdem der 6. Band 2008 erschien, wurden 2011 die ersten vier Bände jeweils als Doppelband veröffentlicht. Weitere Doppelbände erschienen nicht wie geplant – sieht also schlecht aus für die deutsche Übersetzung.

Inhalt:
Grubbs Grady ist – abgesehen von seinem Namen und seiner Größe – ein Junge wie jeder andere auch. Zumindest war das so, bis eines Tages Dämonen ins Spiel kamen: Grässliche Wesen voller Blutgier und Gewalt, mit Ausnahme von Lord Loss, der das Leid seiner Opfer liebt und im Gegensatz zu vielen seiner Artgenossen nicht sofort tötet. Ausgerechnet ihm muss Grubbs begegnen und das öfter, als ihm lieb sein dürfte – besonders im Hinblick auf all das, was er dadurch verlieren wird.

Kernel Fleck dagegen ist ein Einzelgänger. Seit er denken kann, sieht er Lichter. Seltsame Flecken, die niemandem sonst auffallen und die manchmal pulsieren. Er kann sie lenken, wie er möchte und als er eines Tages wieder einmal mit ihnen spielt, öffnet sich ein magisches Fenster. Was danach passiert, weiß Kernel nicht mehr, außer dass er später ohne jegliche Erinnerungen wieder zu Hause ist. Alles scheint wieder in Ordnung zu sein, doch dann stehlen auch ihm die Dämonen etwas und für Kernel beginnt eine furchtbare Reise durch die Universen der Demonata.

Irland im 5. Jahrhundert: Die junge Bec lebt bei den MacConn, auch wenn ihre Mutter aus einem anderen Clan stammte. Bec weiß nicht, wer ihre eigentliche Familie ist – sie kennt nur ihre Mutter, die bei der Geburt verstarb, an die sich Bec aber erinnern kann. Trotzdem führt sie ein gutes Leben, auch wenn das immer weiter verbreitete Christentum eine echte Gefahr darstellt, viel mehr aber noch die Dämonen, die immer wieder in das Land eindringen. Es wird gefährlicher für die Menschen, doch keiner ahnt, wie nah sie einer Dämoneninvasion sind. Dann aber macht sich Bec mit Kriegern des Clans auf den Weg, noch nicht ahnend, dass sie am Ende vorerst die Menschheit retten könnte – oder sterben.

Was haben diese drei Plots miteinander zu tun? Nichts außer den Dämonen? Ja, das stimmt. Jedenfalls vorerst. Dies sind Inhaltsangaben für Band 1, 2 und 4. Grubbs ist soweit der am häufigsten auftauchende Charakter, denn er erzählt in Band 1, 3, 5 und 6, die anderen beiden nur in „ihren“ Büchern. Und auch wenn man durchaus ein wenig vor den Kopf gestoßen sein kann, wenn man auf einmal mit einer ganz anderen Geschichte als noch im ersten Band konfrontiert wird: Haltet durch. Diese Geschichten gehören dazu, geben einen Einblick in die Vorgeschichten von Kernel und Bec und weisen manchmal auf spätere Ereignisse in Grubbs‘ Zeit hin, warnen vor. (Man muss nur aufpassen.) Am Ende verbindet die drei doch etwas; was das ist, müsst ihr dann schon selbst erlesen. :)

Ein wenig Geplauder über die Bücher:
Ja, dieses Mal keine Rezension (oder vielmehr Meinung ;D), weil ich die Bücher im Grunde ja schon kenne und Sachen wie Spannung gar nicht richtig bewerten kann – damals fand ich es wahnsinnig spannend, nun aber kenne ich den groben Plot ja längst und bin dadurch auch nicht wirklich von den Ereignissen überrascht.
Gelesen habe ich die Bücher schon vor Jahren auf Deutsch (2008 war’s, um genau zu sein) und wartete seitdem auf die Übersetzung des siebten Bandes. Dies geschah nur leider nie und um die Geschichte mal etwas kürzer zu fassen: Ich besorgte mir alle Titel auf Englisch, wollte aber die ersten Bücher noch einmal lesen, da ich schon ahnte, dass ich in den Jahren einiges vergessen habe.

Dass es am Ende so viel ist, hätt ich trotzdem nicht erwartet. Die wichtigsten Punkte kannte ich natürlich noch, aber viele Details sind mir doch einfach verloren gegangen bzw. haben sie sich so gut versteckt, dass sie mir erst wieder in den Sinn kamen, als sie auch im Text erwähnt wurden. ;) Wobei so ein Re-Read nicht nur in dieser Hinsicht praktisch ist … mir sind erst jetzt die ganzen kleinen Hinweise aufgefallen, die Mr. Shan im Text verstreut hat, kleine Dinge, die auf spätere Ereignisse hinweisen oder manchen Verräter ziemlich schnell entlarven könnten, würde man sie denn im Gedächtnis behalten. Sowas liebe ich ja! :D
(Lustig ist auch, dass ich damals absolut nicht gerafft habe, dass es (zum Großteil) in Irland spielt. Dabei ist es in Band 4 dermaßen offensichtlich, zumindest wenn man mit ein paar kleinen Dingen etwas vertrauter ist. Mit dem heiligen Patrick zum Beispiel, oder schon mal was von den Cliffs of Moher gehört hat.)

Aber mal zu den Büchern: Wie gesagt, von Spannung kann ich mittlerweile nicht mehr reden, ich wusste ja, was passiert. Aber auch wenn ich inzwischen höchstwahrscheinlich ein bisschen kritischer bin als früher, bezweifle ich nicht, dass die Bücher in dieser Hinsicht immer noch überzeugen können, wenn man sie noch nicht kennt. Selbst wenn man aufpasst, gibt es immer wieder diese Stellen, in denen ich ohne Vorkenntnis nicht hätte voraussagen können, was da vor sich geht. Diese Situationen, in denen man zwar weiß, dass etwas vor sich geht, aber nicht was, nagen ganz schön an den Nerven, so viel kann ich euch versichern!
Man addiere dazu die Angewohnheit des Autors, auch mal beliebte Charaktere einfach sterben zu lassen, und schon hat man eine Geschichte mit ziemlich viel Potential. Es ist jetzt nicht so, dass auf jeder dritten Seite ein Hauptcharakter ermordet wird (wie das ein gewisser Herr Martin zu tun pflegt …), aber man kann sich nie sicher sein, ob es nicht vielleicht doch böse ausgeht. Beziehungsweise kann man sich darauf einstellen, dass es nicht komplett gut ausgehen wird. Darren Shan und Happy-Ends? Absolutes No-Go!

So weit so gut – bleibt die Frage, was mit den Charakteren ist? Ich muss sagen, dass ich bisher Band 1 und 3 am allerliebsten mag, vielleicht auch Band 5 und 6, wenn man sie zusammenstecken würde. (Für mich sind sie zusammen ein Buch. Ich mag es nicht, wenn im ersten Band ein Konflikt losgetreten wird, dann ein weiterer folgt, das Buch endet, und Konflikt 1 erst im nächsten Buch wieder aufgegriffen wird. Natürlich passiert sowas ständig bei Geschichten, die sich über mehrere Bücher ziehen, aber hier ist es wirklich direkt logisch miteinander verknüpft, man hätte die Bücher unverändert zusammenführen können – Band 6 beginnt ja sogar direkt da, wo Band 5 aufhört!)
Der Grund dafür ist nicht einmal die Handlung: Von der war ich bisher noch nie enttäuscht (auch wenn es dafür einige Voraussetzungen gibt, dazu gleich mehr). Es liegt an den Charakteren und davon ist Grubbs definitiv mein liebster. Der Kerl ist ziemlich groß, ziemlich rothaarig, hat einen ziemlich schrägen Namen (den ich sowohl in der Langform Grubitsch als auch als Abkürzung Grubbs irgendwie mag) und definitiv einen seltsamen Sinn für Humor. Wer bitte steckt seiner Schwester zerstückelte tote Ratten in Handtuch als Rache dafür, dass sie ihn verpetzt hat? Keiner, richtig, aber sowas scheint in der Familie zu liegen. Und haltet mich ruhig für verrückt, aber irgendwie macht sie das für mich sympathisch.
Zugegebenermaßen ist Grubbs nicht immer sehr mutig, auch wenn seine Angst absolut verständlich ist und nur im direkten Vergleich mit anderen Charakteren ab und an ein bisschen peinlich wirkt. Ein bisschen. Abgesehen davon könnte Grubbs sich unter Umständen in einen Werwolf verwandeln. Das reicht mir eigentlich schon, um ihn liebzuhaben. :)
Kernel und Bec sind auch nicht direkt unsympathisch, aber noch habe ich keinen Draht zu ihnen gefunden, andererseits hatten wir auch noch nicht so viel Zeit miteinander und den späteren Kernel (der in Grubbs‘ Zeit um die dreißig Jahre älter ist) hab ich ja doch ein bisschen liebgewonnen. Wie das mit Bec aussieht, wird sich zeigen – der nächste Band wird wieder aus ihrer Perspektive erzählt. :)

Aber von was für Voraussetzungen hab ich jetzt gesprochen? Man muss es auch mal ein bisschen ekelig mögen. Darren Shans Dämonen sind klassische fiese Biester inklusive dem hässlichen Aussehen (außer wenn’s Schweinchen sind – monstermäßige Fangzähne kann man ja mal ignorieren), dem ekligen Geruch, der scharfen Zähne und ganz viel Eingeweiderausgereiße. Wenn’s zum Kampf kommt, fliegt hier mal ein Bein, dort ein Arm. Augen werden ausgestochen und Eier in die leeren Augenhöhlen gepflanzt, Menschen dafür aufgefressen, zerrissen, zweigeteilt, geköpft … Nicht dass die Dämonen nicht auch mal gebrutzelt werden. Oder noch irgendwie lebendige Dämonenköpfe in zu Säure verwandeltem Erbrochenen zersetzt. Gibt’s alles.
Aber wie gesagt: All damit muss man nur rechnen, wenn es zum Kampf kommt. Den gibt’s zwar in jedem Buch mindestens einmal, aber auch nicht ständig. Die Dämonen können schließlich nicht nach Belieben in die Menschenwelt wechseln und so gibt’s Zeit, selber dorthin zu reisen oder Katastrophen heraufzubeschwören (ungewollt natürlich) oder mal dem Zwischenmenschlichen ein bisschen Platz zu geben. Neben all den ekligen Sachen gibt’s auch viel zu lachen, die Tränen kann man sich für später aufheben.
Zweite Voraussetzungen: Es muss auch mal was aus heiterem Himmel geschehen dürfen. Hier ist Magie mit im Spiel und die hat keine wirklichen Regeln. Zwar gibt es Zaubersprüche und alles, aber vor allem im Kampf werden die wenig gebraucht – dort wird gehandelt, die Magie nach der Vorstellung geformt und dann geschieht es. Manchmal übernimmt auch die Magie selbst das Ruder und verrät dem Anwender die Worte, die er braucht, aber diesen Vorteil hat natürlich nicht jeder. ;) Und natürlich gibt’s auch Dinge, mit denen nie jemand – selbst mächtige Magier – gerechnet hätten, die sie nie erforschen konnten, die es aber trotzdem gibt.
Aber selbst wenn einen sowas stört, braucht man sich doch nie Sorgen zu machen, dass dadurch alles super endet. Passiert nicht.
Voraussetzung Nummer drei betrifft den Schreibstil. Ich hab’s wahrscheinlich schon milliardenmal erwähnt, aber Darren Shans Schreibstil ist schlichtweg einfach. Nicht besonders künstlerisch, aber auch nicht so „flach“, dass sich der Text dadurch unangenehm lesen ließe. Im Gegenteil: Die Seiten fliegen geradezu dahin und das Lesen macht Spaß. Man muss sich einfach auch vor Augen halten, dass es offiziell Bücher für Kinder sind. Auch wenn der Inhalt dem manchmal ein bisschen widerspricht (ja: ein bisschen, man muss ja nicht jedem Kind die Fähigkeit absprechen, mit sowas klarzukommen), der Schreibstil tut es jedenfalls nicht.

Und mehr sag ich dazu nicht mehr. Ich fürchte, ich hab sowieso schon zu viel geredet. –lach–

Fazit:
Wer’s ein bisschen eklig mag, kein Problem mit Brutalität hat, keinen allzu ausgefeilten Schreibstil und dafür Charaktere mit ihren Ecken und Kanten erwartet, ist hier richtig. Darren Shans Demonata-Bücher bieten kurze Unterhaltung, die mehr Wert auf Action legt. Wer die Nase voll von Liebesgeschichten (seien sie der Hauptpunkt oder nur ein Nebenplot) hat, kann mit Darren Shan grundsätzlich nichts falsch machen. Oh, und ein bisschen Durchhaltevermögen solltet ihr auch haben – die Geschichten werden nicht alle chronologisch erzählt, siehe Inhaltsangabe. ;)

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7 thoughts on “Re-Read | The Demonata 1-6 | Darren Shan

  1. ich habe jetzt nicht alles gelesen (viel zu viel angst, dass ich mich mal wieder selber spoiler), aber ich bekomme wieder Lust :D Habe ja beschlossen, nachdem ich mein jetziges Buch habe, die Darren Shan Saga anschließend zu lesen. Mein SuB ist ja relativ klein. Zum Glück! hihi

    • Ach, Spoiler sind keine drin, höchsten Andeutungen. :D Aber bei Darren Shan muss man wahrscheinlich eh mit allem rechnen. xD
      (Die böses Details hab ich aber trotzdem alle für müch behalten … will ja Lust auf die Bücher machen, zumindest für den Fall, dass irgendwer diesen Roman liest. xD)
      Lies lieber erstmal Demonata weiter! :D Aber Darren Shan ist auch kein Fehlgriff. x)

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