Rezension | Pandemonium | Lauren Oliver

Lauren Oliver:
Pandemonium

Die Rezension enthält Spoiler zum vorherigen Band und ohnehin ist es für die, die das Buch noch nicht kennen, erst einmal sicherer, nur das Fazit zu lesen. :)

♣ YA, Dystopie
♣ HarperCollins, Hardcover
384 Seiten, $17.99
ISBN 978-0-061-97806-7

♣ Band 1: Delirium
♣ Band 2: Pandemonium
♣ Band 3: Requiem (2013)

Inhalt:
Lena hat es geschafft und konnte entfliehen, jedoch hatte Alex nicht so viel Glück: Er musste zurückbleiben.
Verängstigt hetzt Lena durch die Wälder und landet am Ende wirklich bei einer Gruppe „Invalider“, wie sie innerhalb der Mauern genannt werden. Hoffnungen, dass Alex überlebt hat, macht sie sich keine und nach einiger Zeit beginnt sie, sich an das Leben in Freiheit zu gewöhnen und selbst wirklich Teil davon zu werden. Dass sie alle nicht ewig so weitermachen können, ist nicht nur Lena klar. Der Widerstand wird immer deutlicher, mittlerweile musste selbst die Regierung die Existenz der „Invaliden“ anerkennen, obwohl jahrelang behauptet wurde, es gäbe sie nicht mehr. Auch Lena wird ihren Teil für eine bessere Welt leisten, doch irgendwann wird es immer schwieriger, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Wer will sie sein?

Vorbemerkung: Den größten Fehler macht das Buch eigentlich zu Beginn.

Meine Meinung:
Wie fange ich nur bei „Pandemonium“ an? Würde ich „Delirium“ jetzt noch einmal lesen, fände ich den zweiten Teil sicherlich besser als den ersten, so viel sollte einleitend wohl erwähnt werden. Andererseits konnte mich „Pandemonium“ letzten Endes auch nicht wirklich von sich überzeugen und wäre sicherlich Grund genug gewesen, die Reihe nicht weiterzuverfolgen, wäre das Ende nicht. Aber mal der Reihe nach.

Lena findet sich in einer vollkommen neuen Umgebung wieder und obwohl sie sich bereits vom System wegbewegt hat, gibt es einige Verhaltensweisen, die sie noch nicht so richtig abstellen kann. Das ist nur gut und richtig, doch anstatt sich in seitenlangen Beschreibungen über Lenas Wandlung zu verlieren, hat Lauren Oliver einen geschickteren Weg gewählt, um mit der Geschichte vorwärts zu kommen, aber auch Lenas Werdegang nicht vollkommen aus den Augen zu verlieren: Die Kapitel sind in solche im „now“ und jene im „then“ unterteilt. Es ist nicht schwer zu erkennen, welche Kapitel wovon handeln. Im „now“ lernen wir die neue Lena kennen, die sich von Alex verabschiedet hat und entschlossen ist, für eine bessere Welt zu kämpfen. Im „then“ wird uns gezeigt, wie sie zu dieser neuen Lena wurde, mit welchen Schwierigkeiten sie in der neuen Umgebung zu kämpfen hatte.
Das ist vor allem am Anfang sehr spannend, allerdings lässt das mit der Zeit ein bisschen nach. Nichtsdestotrotz ist es eine interessante Konstellation, die ihre Wirkung definitiv nicht verfehlt.

Dummerweise ist die Handlung bisweilen recht zäh. Gerade zwischendurch passiert nicht wirklich viel, außer dass eine weitere Liebesgeschichte eingeführt wird. An sich spricht da nichts dagegen, allerdings finde ich die Basis dafür ziemlich dünn. Damit meine ich nicht die Chemie zwischen den beiden – auch wenn das klassische Gerede von Liebe nach ein paar Tagen für extrem hochgezogene Augenbrauen meinerseits gesorgt hat –, sondern vielmehr die Grundlage, dass Lena annimmt, Alex sei tot. Ich persönlich wurde davon zu Beginn des Buches ziemlich überrumpelt, denn am Ende des ersten Bandes hatte ich eigentlich angenommen, dass er vorerst nur inhaftiert wird. Wenn selbst eine Frau jahrelang inhaftiert, bei der die Prozedur dreimal fehlschlug und die offiziell als tot galt, warum sollte man da einen jungen Mann töten, bei dem man a) noch einmal versuchen könnte, ihn zu heilen und der b) nützliche Informationen liefern könnte?
Ich war wirklich überrascht und deswegen hatten auch spätere Entwicklungen einen sauren Beigeschmack. Aber wer bin ich schon, dass ich den Charakteren widerspreche, die die Welt besser kennen?

Was die Charaktere angeht, fehlt vor allem Hanna, die kaum wirklich Ersatz findet, so wie es auch bei Alex der Fall ist. Herr Nummer zwei ist reichlich uninteressant und andere neue Charaktere kommen nicht so oft vor, dass sie wirklich kennengelernt werden können. Es ist eigentlich schade, denn einige von ihnen haben absolutes Potential. Die neue Lena ist auch nicht ganz ohne, aber ein Charakter reicht da nun wirklich nicht aus.

Letztlich kann man wohl nichts dagegen sagen, dass Lauren Oliver einen klasse Schreibstil hat und sich das Buch so recht leicht und schnell lesen lässt, auch wenn es nicht unbedingt zu fesseln vermag. Am besten ist letztlich das Ende, das zwei interessante Faktoren einführt, die im kommenden Buch hoffentlich mehr Platz kriegen und weswegen ich wohl auch den dritten Teil lesen werde – neugierig machen sie mich genug!

Fazit:
Schön geschrieben, wie es auch nicht anders zu erwarten war, ansonsten aber eher durchschnittlich und bis auf das Ende auch nicht wirklich überzeugend – es passiert für meinen Geschmack einfach nicht genug und manch neue Entwicklung baut doch auf sehr dünnem Boden auf. Neugierig hat es mich dann aber doch gemacht, weswegen ich wohl nicht um den dritten Band drumherum kommen werde.

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2 thoughts on “Rezension | Pandemonium | Lauren Oliver

    • Wirst du dann auch weiterlesen? Also, was heißt auch: Ich meinte zwar, ich komme um den dritten Band nicht drumherum, aber am Ende hab ich ihn dann doch nie gelesen,

Und ihr so?

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