Lesung | Darren Shan

Wie der eine oder andere vielleicht mitbekommen hat, habe ich die Chance genutzt, um mir gestern einen Wunsch zu erfüllen, den ich schon seit mehr oder minder 10 Jahren habe: Ich war auf einer Lesung von Darren Shan.
Ich hatte ja schon vor meinem Irlandaufenthalt im Blick, dass um diese Zeit sicherlich Lesungen stattfinden, da gestern offiziell auch Darren Shans neues Buch Brothers to the Death erschien, das letzte in der Larten-Crepsley-Saga. Dummerweise sollte ausgerechnet dieses Jahr nur eine öffentliche Lesung stattfinden, nämlich in Limerick, genau an der anderen Küste Irlands als Dublin. Aber da Irland ja nicht so wahnsinnig breit ist und sich zweieinhalb Stunden Fahrt durchaus verkraften lassen, befand ich mich gestern überpünktlich genau dort. ;)

Es ging eigentlich typisch Irisch los: Einlass sollte ab 18.30 Uhr sein, begann aber erst eine Viertelstunde später. War aber nicht so dramatisch, weil es auch einfach mal schön ist, von Leuten umgeben zu sein, die deine Lieblingscharaktere diskutieren. Wie zu erwarten, waren die meisten Besucher Kinder – hauptsächlich Jungen, aber ein paar Mädchen waren ebenso anwesend – und die dazugehörigen Eltern. Manch einer weiß vielleicht, dass ich kein sonderlicher Fan von Kindern bin, aber die dort mochte ich alle sofort. Das hatte zwei ganz bestimmte Gründe: 1) Sie lesen. 2) Sie lesen Darren Shan. Warum kann es nicht mehr von denen geben? ;)
Irisch ging es nach dem Einlass auch weiter, als nämlich auch der Autor zu spät war. xD Gut, er war einfach noch woanders im Gebäude: Irgendwelche Gewinner hatten eine private Signierstunde gewonnen? Irgendwie sowas. Ich konnte es in der geschenkten Zeit natürlich nicht lassen, mich gleich noch mal ein bisschen zu blamieren und als Ausländerin zu outen – der neben mir sitzende Vater fragte mich etwas, was ich auch nach einer Wiederholung nicht verstand. Ich hab mich damit rausgeredet, dass es nicht meine Muttersprache ist … wenigstens hab ich noch ein Weilchen gegrübelt, im Nachhinein verstanden, was er wollte und ihm drei Minuten zu spät seine Frage beantwortet.

Und daaaaaaaann … Darren Shan, the Master of Horror! Genau so wie man ihn immer auf Bildern sieht: Nicht mehr so beleibt wie früher, graues fluffiges Haar und grundsätzlich gerötetes Gesicht. :D
Gestartet wurde mit einem kleinen Ausschnitt aus „Blood Beast“, einem Buch der Demonata-Reihe. Zugegebenermaßen nicht meine Lieblingsszene (war sie noch nie), aber Mr. Shan ist eindeutig ein fantastischer Vorleser. Es überrede ihn doch mal bitte jemand, Hörbücher zu produzieren! Mal abgesehen davon, dass er eine angenehme Stimme hat, gibt er den Charakteren ihre eigene Stimme, ohne zu übertreiben. Gut, dass er immer leicht grinsen muss, wenn gerade jemand getötet wird, ist leicht irritierend, aber … am Ende haben im Grunde alle gelacht. Was soll’s. xD
Danach hätte eigentlich eine Szene aus „Brothers to the Death“ folgen sollen, aber er hatte es sich für uns anders überlegt. Stattdessen gab’s die Szene aus „Cirque du Freak“ (Band 1 der Darren-Shan-Saga), in der wir Larten Crepsley das allererste Mal begegnen. War fast erschreckend, wie genau ich die Szene noch kannte. :D
Wobei eine Bemerkung ziemlich deprimierend war. Das Buch erschien 2000, woraufhin Mr. Shan bemerkte, dass viele der Anwesenden damals noch gar nicht auf der Welt waren. Womit er eindeutig Recht hatte, ich saß aber dennoch da und hab nichts gesagt. Ich bin 20, ich will mich nicht alt fühlen! xD

Es folgte eine kleine Fragerunde, in der ich meinen Arm schön unten behielt, ganz wie in der Schule, schließlich war dafür später auch noch Zeit. Und nachdem die Knirpschen ihre Fragen gestellt hatten (außer einem Mädel, das ich dann doch nicht so gut leiden konnte – wenn angekündigt wird, dass eine andere Frage die letzte sein wird, meld ich mich nicht noch extra … oder ich wurde zu gut erzogen), gab’s was ganz Feines: Ein Ausschnitt aus seinem kommenden Buch Zom-B.
Um genau zu sein, gab es den Prolog, der in Limerick spielt. (Was insofern besonders ist, da Darren Shan in der Regel keine Ortsnamen nennt, auch wenn man einiges erahnen kann – hier aber war es irgendwo in Limerick. Später hab ich einige Kinder ihren Eltern sagen gehört, dass sie nie nie nie wieder dorthin wollen. ;) Der Rest der Reihe – 12 Bücher, die alle drei Monate erscheinen werden – spielt allerdings in London.)
Der Prolog klang eigentlich ziemlich vielversprechend: Ein Junge bemerkt, wie auf der Straße eine Frau ihren Sohn zu erstechen versucht, der sich trotzdem hungrig auf sie stürzt. Panisch sucht er seine Eltern, die er in der Küche findet – der Vater ist tot, die Mutter isst gerade dessen Gehirn. Der Junge flieht und sucht Schutz bei einem Fremden, der mitten auf der Straße steht und den die Zombies seltsamerweise in Ruhe lassen. Der Fremde verspricht, dem Jungen zu helfen, wenn dieser niederkniet und betet – während der Junge dies tut, bricht ihm der Fremde das Genick, damit der Junge nicht mitkriegen muss, wie die Zombies sich über ihn hermachen. (Ich hab den Namen des Jungen vergessen, aber es war der Name eines Bekannten von Darren Shan, der sich netterweise auch im Publikum befand. *kicher*)
Ich glaube, das Erschreckendste ist, dass ich beinahe Tränen gelacht habe, während der Autor vorlas. Ehe mir jetzt jemand einen Exorzismus empfiehlt: Alle haben gelacht. Wie bereits erwähnt, ist Darren Shan ein klasse Vorleser und die brutalen Szenen scheinen ihm besonders viel Freude zu bereiten. Da kann man gar nicht anders als zu lachen. ;)

Damit war die Lesung im Grunde auch beendet und das brave Anstellen ging los. Ich war relativ fix dran, hab auf ein Poster verzichtet, meine schöne Signatur bekommen und noch ein paar Worte mit Darren Shan gewechselt. Bah, war ich nervös! Kennt ihr das, wenn ihr entweder so extrem nervös oder gestresst seid, dass ihr, wenn ihr lächeln wollt, nur eine Grimasse zustande kriegt? Das zumindest war bei mir der Fall. Hat sich zum Glück schnell gelegt und am Ende hab ich ja auch noch mein Würgefoto bekommen. <3 Die Leute draußen haben ziemlich komisch geguckt, als ich wie eine Irre grinsend halb zum Bahnhof gerannt, halb gehüpft bin …

Optisch war das alles ziemlich spartanisch und vom Aufbau her war es auch eine eher typische Lesung und kein Mega-Event, wie man es vielleicht von Sebastian Fitzek gewöhnt ist. Aber Darren Shan ist definitiv ein verflucht sympathischer Kerl, der weiß, wie man seine Leser gut unterhält. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich weiß jetzt schon: Ich will noch mal!

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11 thoughts on “Lesung | Darren Shan

  1. Huhu Shiku,
    ich hab zwar nicht die Bücher von Darren Shan gelesen, aber dafür deinen Lesungsbericht. Und der hört sich nach mordsmäßigem Spaß an.
    Das Foto gefällt mir! Ist der Autor so klein gewachsen, oder wirkt es nur so? *grins*

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • War auch sehr spaßig! :D
      Das Foto täuscht ein bisschen, fürchte ich. ;) Er ist zwar nicht der Größte, aber eine normale Höhe – nur hier sitzt er auf dem Stuhl und ich hocke nur halb daneben, damit wir auf etwa der gleichen Höhe sind. ;)

  2. DAS ist Darren Shan?! Der sieht ja total … normal aus! *eek* ;)

    Toller Bericht, wirklich super, dass sich für dich als Mega-Fan die Gelegenheit ergeben hat, die Lesung zu besuchen! (Auch wenn du den Altersdurchschnitt gehoben hast! *g*)

    • Erschreckend, was? ;D

      Danke! Ich war schon total aus dem Häuschen, als ich die Karte für die Lesung gekauft habe; ein Glück, das zu dem Zeitpunkt keiner weiter daheim war. Das hätte peinlich werden und mein Image als extrem ruhige, deutsche Studentin ruinieren können!
      (Und wie … Es war echt gruselig! Normalerweise halt ich mich von großen Kindergruppen fern … absolutes Feindgebiet für mich.)

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