Rezension | The Calling | Kelley Armstrong

Kelley Armstrong:
Darkness Rising: The Calling

Die Rezension enthält Spoiler zum vorherigen Band.

• YA, Paranormal Fantasy
• Atom, Paperback
326 Seiten, £7.99
ISBN 978-1-907-41047-5

• Band 1: The Gathering
• Band 2: The Calling
• Band 3: The Rising (2013)

Maya konnte dem Feuer entkommen und befindet sich nun mit dem Bürgermeister, dessen Tochter Nicole, seiner Nichte Sam und außerdem Corey, Hayley, Daniel, dem bewusstlosen Rafe und ihrem Hund Kenjii in einem Helikopter in Richtung Sicherheit – oder? Irgendetwas stimmt nicht und bald finden sich die sieben Jugendlichen im Wald gestrandet wieder, und sind auf der Flucht. Jemand ist hinter ihnen her, doch nicht nur hinter Maya, wie diese vermutet, sondern ihnen allen. Nach und nach beginnen sie zu realisieren, was in Salmon Creek vor sich ging und dass Maya und Rafe nicht die Einzigen sind, die übernatürliche Fähigkeiten besitzen.

Nun, wo fange ich an? „The Calling“ startet ziemlich spannend, was nach dem Ende des ersten Bandes auch nicht anders zu erwarten war. Die Jugendlichen mussten evakuiert werden, weil der Wald in Flammen stand – doch offenbar wurde das Feuer absichtlich gelegt. Was geht also vor?
Wer glaubt, dass sie nun erst mal in Richtung Sicherheit unterwegs sind, liegt mächtig falsch, denn jetzt geht der Ärger erst einmal richtig los.
Allerdings heißt das nicht, dass die Geschichte rasant weitergeht, eher im Gegenteil: Sobald die größte Gefahr für den Moment überstanden ist, verlangsamt sich das Tempo der Geschichte extrem. Insgesamt gesehen kommt die Geschichte so gut wie gar nicht voran, und das ist auch mein Hauptproblem mit dem Buch. Es wird zwar ein bisschen klarer, wer über welche Fähigkeiten verfügt (auch wenn das letzte Wort da noch nicht gesprochen ist), und mit der einen oder anderen kleinen Information wird ebenso aufgewartet, aber das war’s dann auch schon. Letztendlich finden die Protagonisten heraus, dass sie in größeren Schwierigkeiten stecken, als sie bisher dachten – und das war’s.

Da ist es nur von Vorteil, dass Kelley Armstrong trotzdem weiß, wie man Bücher schreibt. Wer „The Calling“ lesen will, kennt vermutlich schon „The Gathering“ oder gar die Darkest-Powers-Trilogie – auf jeden Fall wird bekannt sein, dass die Autorin einen fließenden, angenehmen Schreibstill hat, und entsprechend dem Alter der Protagonisten auch die Jugendsprache glaubhaft rüberbringt. Das dürfte nichts Neues sein.
Auch nichts Neues, aber trotzdem immer wieder bemerkenswert sind ihre Charaktere. Im ersten Band blieb noch ziemlich viel Platz nach oben, was eben diese und ihre Entwicklung angeht. Platz ist da immer noch, aber „The Calling“ bietet genügend Gelegenheiten, um die Charaktere näher kennenzulernen – auch wenn die Geschichte, wie bereits erwähnt, durchaus darunter leidet. Es ist aber auf jeden Fall eine interessante Truppe, die uns hier vorgesetzt wird, in der keiner wie der andere und erst recht nicht jeder sympathisch ist. Selbst Figuren, die zu einem Großteil mit Abwesenheit glänzen, hinterlassen Eindruck. Das muss man ihnen lassen.
Besonders reizvoll ist hier auch die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit einzelner Charaktere. Die ist nämlich alles andere als sicher und es gibt immer wieder hier und da Bemerkungen, Umstände, die mich wieder bei jemand anders zweifeln ließen. Immerhin gibt es auch noch die große Frage nach dem Tod von Mayas Freundin. Wer war dafür verantwortlich, etwa einer von ihnen?
All das machte das Buch letztlich wieder sehr unterhaltsam; selbst längere Gespräche in der Gruppe langweilen nicht, einfach weil so interessante Leute dabei sind, von denen man den einen oder anderen durchaus ins Herz schließen kann.
Allerdings drücke ich mir persönlich die Daumen, dass sich keine Dreiecksgeschichte anbahnt … sicher ist die definitiv (und zum Glück!) nicht und selbst wenn es dazu kommt: Überhand wird es sicherlich nicht nehmen. Aber da bahnt sich ganz leise und heimlich was an, zumindest könnte es so sein.

Das Beste kommt jedoch wieder zum Schluss: ein kleines Versprechen! Kelley Armstrong hatte es ja selber schon öfter erwähnt, dass Chloe und Co. aus der Darkest-Powers-Trilogie hier wieder auftauchen könnten und Band 2 bereitet ein wenig den Weg dafür. Ob es wirklich dazu kommt, wird sich zeigen müssen, aber ich freu mich trotzdem allein deswegen schon wieder tierisch auf Band 3, „The Rising“!

Fazit:
Die Handlung schreitet eigentlich fast gar nicht voran, aber die Charaktere machen das durchaus wieder wett. Nicht weil sie alle so wahnsinnig liebenswert, sondern vielmehr ihre eigenen Herren sind, deren Miteinander sehr unterhaltsam ist. Der kleine Ausblick am Ende, der ein Auftauchen anderer Charaktere aus der vorangegangen Trilogie realistisch macht, macht mich nur umso ungeduldiger. Band 3 kann ruhig … nun, jetzt erscheinen!

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