Rezension | Sisters Red | Jackson Pearce

Jackson Pearce:
Sisters Red

• YA, Rotkäppchen, Schwestern & Werwölfe
• Hodder Children’s Books, Hardcover
344 Seiten, £9.99
ISBN 978-1-444-90058-3

Scarlett und Rosie wissen mehr als andere: Seit ihre Großmutter von einem Wolf getötet wurde, wissen sie, dass es Monster wirklich gibt. Denn dies war kein normaler Wolf; sie haben die Gestalt von normalen Männern und verwandeln sich erst, wenn ihnen die Beute bereits sicher scheint. Scarlett hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Wölfe zu jagen und zu eliminieren, unterstützt wird sie dabei von Silas und ihrer Schwester Rosie, der sie damals das Leben rettete. Nun scheint etwas Größeres vor sich zu gehen und Scarlett ist fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen und dabei so viele Wölfe wie möglich zu töten. Doch Rosie sehnt sich immer mehr auch nach etwas anderem, einem normalen Leben. Sie würde ihre Schwester nie im Stich lassen, doch vor allem Silas ermuntert sie, auch mal etwas Eigenes zu machen. Doch gerade das zusammen mit ihrem steigenden Interesse an Silas entfernt sie immer weiter von ihrer Schwester.

Meine Meinung von „Sisters Red“ sank leider mit der fortschreitenden Geschichte. Am Anfang klang das Buch ziemlich gut, mit der Zeit war es nur noch okay, bis ich am Ende richtig enttäuscht war.
Zunächst verspricht das Buch auch einiges: Die Geschichte ist an das Märchen vom Rotkäppchen angelehnt, folgt dabei aber keineswegs dem altbekannten Muster. Es finden sich nur einige Elemente des Märchens im Buch wieder und werden in etwas ganz Eigenes eingefügt.
Hinzu kommt, dass mit Scarlett eine wunderbare Protagonistin eingeführt wurde, die bereits einiges erlebt hat und wortwörtlich mit den Narben ihrer Vergangenheit leben muss. Und mal ehrlich? Eine Wölfe erledigende 18-Jährige mit Augenklappe und rotem Mantel? Ich bin dabei! Sie mag zwar nicht perfekt sein und es gibt einiges, das auch sie noch lernen muss, aber das macht sie nur umso interessanter.
Da störte es mich gar nicht mal so sehr, dass Rosie daneben eher unscheinbar wirkte. Sie tendiert eher in Richtung der klassischen Heldin: Sie hat eine Verantwortung und eigentlich das Zeug dazu, diese zu tragen, wünscht sich aber ein normales Leben, was auch verständlich ist. Es ist nur leider nichts Neues, was auch die Einführung einer eher lauen Liebesgeschichte nicht ändern kann. Person Nummer zwei in dieser Beziehung ist zwar grundsätzlich auch recht sympathisch, bedient später aber einige Klischees. Generell gingen mir in dieser Hinsicht einige Dinge zu schnell und andere zu weit.
Das ließ für mich nur Scarlett als zufriedenstellenden Charakter übrig, was später aber auch nicht mehr reicht.

Die Geschichte zieht sich nämlich. Zwar gibt es zwischendurch immer mal Kämpfe, damit es nicht langweilig wird, aber die eigentliche Handlung (abgesehen von der Liebesgeschichte) geht kaum voran und startet erst spät so richtig los. Dummerweise war mir bis dahin längst klar, worauf das Ganze hinausläuft, was dem Ganzen eine unangenehme Prise Langeweile verleiht. Selbst als es am Ende noch einmal dramatisch wurde, war klar, wie es letztlich ausgeht; das ist nicht gerade das, was ich mir von einem Buch wünsche.
Der andere Part der Handlung, nämlich die Liebesgeschichte, ist auch alles andere als überzeugend. Ich zweifle nicht an den Gefühlen, aber es ist nichts Besonderes und ich fing an, Rosies Kapitel sehr, sehr ungern zu lesen. Grob gesagt bestehen sie aus einer Mischung von Schwärmerei und schlechtem Gewissen, nur ab und an geht’s mit der Haupthandlung weiter. Ich empfand dies zumeist als störend, allerdings muss ich zugeben, dass diese Instant-Romanzen generell nicht mein liebstes Thema sind.
Ich will nicht sagen, dass sich das Lesen überhaupt nicht gelohnt hat – die Kampfszenen waren schon ziemlich cool und selbst Rosie konnte dort glänzen. Nur reicht das allein nicht aus.

Wirklich enttäuscht hat mich allerdings das Ende. Es ist nicht zwangsläufig ein komplett schlechtes Ende; beide Protagonistinnen haben etwas dazu gelernt, vor allem Scarlett. Allerdings wirkte es auf mich bisweilen wie eine Belohnung für die „Hübsche“ und auch wenn die „Nicht-Hübsche“ nicht direkt bestraft wird, so ist es doch sie, die – in meinen Augen – die meisten Verluste hinnehmen muss, obwohl sie in der Vergangenheit schon immer das meiste hergeben musste. Es war für mich persönlich ein vollkommen unzufriedenstellendes Ende, das mich mehr verärgert als alles andere zurückgelassen hat.

Fazit:
„Sisters Red“ wartet mit einem wunderbaren Charakter auf, was allerdings nur ein Drittel der wichtigen Personen ausmacht. Die Handlung zieht sich sehr lange hin und ist, was die entscheidenden Details angeht, sehr vorhersehbar. Das kombiniert mit einem für mich sehr unfairen Ende, hinterlässt einen eher bitteren Nachgeschmack – wirklich schade, da das Buch genauso klasse hätte sein können, wie es aussieht.

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3 thoughts on “Rezension | Sisters Red | Jackson Pearce

  1. Pingback: Mai 2012 « Muh, das Telefonbuch

  2. Ich glaube, wenn Rosie die einzige Protagonistin gewesen wäre, wäre die Geschichte wirklich recht lasch geworden, aber im Kontrast zu Scarlet fand ich sie super und interessant :P Ihre Liebesgeschichte hat mich auch nicht gestört, weil sie sehr unaufdringlich war und einfach süß :)
    Du bist einfach zu hart drauf für solche Bücher ;D (ich wette du hast direkt davor was von Darren Shan gelesen!!)

    • Ich fürchte, dafür hat mich Scarlet anfangs zu sehr fasziniert. *lach* Ich hab ein Herz für Leute wie sie und wenn dann etwas „weichere“ Charaktere auftauchen, haben sie schon so gut wie verloren. ;) Ich fand die Liebesgeschichter eher .. reizlos, leider. (Wobei ich anfangs echt froh war, dass es nicht darauf hinauslief, dass der beste Freund plötzlich mehr wird!)
      … erwischt. xD

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