Rezension | The Iron Queen | Julie Kagawa

Julie Kagawa:
The Iron Fey: The Iron Queen

Die Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden.

YA, Fantasy
Harlequin Teen, Paperback, 358 Seiten, $9.99
ISBN 978-0-373-21018-3

Band 1: The Iron King (dt. Plötzlich Fee: Sommernacht)
Band 1.5: Winter’s Passage (Kurzgeschichte)
Band 2: The Iron Daughter (dt. Plötzlich Fee: Winternacht)
Band 3: The Iron Queen (dt. Plötzlich Fee: Herbstnacht)
Band 3.5: Summer’s Crossing (Kurzgeschichte)
Band 4: The Iron Knight (dt. Plötzlich Fee: Frühlingsnacht)
Band 4.5: Iron’s Prophecy (Kurzgeschichte, Sept ’12)

Die Kurzgeschichten erscheinen im August auch gesammelt in „The Iron Legends“.

Meghan hat mithilfe ihrer Gefährten Grimalkin, Ash und Puck schon vieles für das Nevernever getan und zuletzt gar einen Krieg verhindert. Doch aufgrund ihrer verbotenen Beziehungen zu Ash wurden beide dennoch aus dem Feenland verbannt. Nun sind sie eigentlich auf dem Weg zu Meghans Familie, aber schnell wird klar, dass sie noch nicht wieder heimkehren kann. Der neue König der Iron Fey ist hinter ihr her und würde auch nicht davor zurückschrecken, ihrer Familie etwas antun zu lassen. Doch wohin soll sie? Ihr erster Anlaufpunkt soll Leanansidhe sein, mit der sie noch eine offene Rechnung hat.
Doch sollte Meghan auf eine Verschnaufpause hoffen, so liegt sie falsch. Auch die Regenten der Sommer- und Winterfeen haben mal wieder ihre eigenen Pläne mit der jungen Halbfee, die sie einmal mehr in Lebensgefahr bringen – wie gut, dass ihr ein eisiger Ritter zur Seite steht, bereit alles für sie zu opfern.

Wer die Welt der Iron Fey und Julie Kagawas Schreibstil schon in den letzten Bänden mochte, wird damit auch hier zufrieden sein. Meghan und Ash halten sich nicht allzu lange in der Welt der Menschen auf und so geht’s auch für den Leser schnell zurück zu den fantastischen Wesen des Nevernever. Alte Bekannte – allen voran Grimalkin und Puck – dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen und so lässt das Buch in dieser Hinsicht nichts zu wünschen übrig.

Wer die letzten Bände mit Meghan zu kämpfen hatte, sei außerdem ein wenig beruhigt: Es wird ein wenig besser – aber auch nur wenig. Da es allerdings in Band 2 wesentlich schlimmer war, sollte Band 3, wenn man das damals also ausgehalten hat, nicht weiter schwierig zu bewältigen sein.
Die Geschichte fängt nun einmal gleich damit an, dass Meghan erneut gerettet werden muss. Als sie dann (endlich!) selbst vorschlägt, dass Ash ihr das Kämpfen beibringt, hätte ich am liebsten Freudensprünge gemacht. Wenn Madame mal lernt, mit ihrem Glamour und auch einer Waffe umzugehen, dann hat sie wenigstens die Chance, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Diese Freude verflog aber recht schnell wieder, denn scheinbar handelte es sich dabei nur um einen kurzen lichten Moment Meghans. Denn anstatt das Ganze mal voranzutreiben, vergisst sie es schlichtweg. Wenn hinter mir magische Wesen her wären und mich ein gewisser König tot sehen wollen würde – Selbstverteidigung wäre da eigentlich meine oberste Priorität. Außer natürlich es würde mir gefallen, mich ständig retten zu lassen.
Zum Glück sind nicht alle Charaktere so dusselig wie Meghan und denken dran. Dafür bringen sie andere Probleme mit sich. Dass es einige neue Dinge über diverse Tunichtgute zu erfahren gibt, die nicht unbedingt für sie sprechen, finde ich absolut nicht schlimm – im Gegenteil. Aber die meiste Zeit verbringt sie mit Ash und diese beiden machen vor allem eines: rumturteln.
Es hilft zwar ein bisschen, dass Puck und Grim das gerne kommentieren, aber gegen mein Augenrollen konnte das auch nichts ausrichten. Für den Fall, dass ihr sowas noch nie erlebt hat: Das strengt auf Dauer echt an.

Es ist nicht so, dass ich keinen Spaß hatte. Viele Charaktere sind immer wieder für einen Lacher zu haben (dreimal dürft ihr raten, wen das am meisten betrifft) und auch Ash kann mal ganz lustig sein. Nicht mal Meghan ist vollkommen unerträglich! Wäre die Geschichte jetzt noch richtig spannend, gäb es ja fast gar kein Problem – war im Vorgängerband schließlich nicht anders.
Das Problem ist nur, dass „The Iron Queen“ kaum Spannung aufzuweisen weiß. Wenn die Handlung nicht gerade wieder durch eine der vielen romantischen Szenen unterbrochen wird, verläuft sie hauptsächlich geradlinig und spätere Ereignisse lassen sich bisweilen sehr früh vorausahnen – ich war manchmal eher überrascht, dass die Charaktere da nicht früher drauf gekommen sind. Um mitreißend zu sein, hätte das Buch ein bisschen anders aussehen müssen.
Allerdings gibt es auch ein paar Entwicklungen, die mir wiederum sehr gut gefallen haben. Meghan kann dazu lernen und am Ende tut sie endlich mal das, was auch getan werden muss. Besser spät als nie, oder? Der Schluss konnte mich tatsächlich rühren und so gespannt auf den nächsten Band machen, dass ich gleich zu diesem griff, als noch eine Weile damit zu warten.

In Sachen Schreibstil und Welt kann das erwartet werden, was auch die Vorgänger geboten haben. Meghan zeigt endlich ein wenig Initiative, auch wenn das trotzdem noch viel zu selten geschieht. Dafür bleibt die Spannung auf der Strecke und wird bisweilen durch Romantik ersetzt, die zumindest dann stört, wenn man auf sowas nicht allzu viel Wert legt. Es ist wirklich schade drum, denn Spaß macht das Buch trotz allem noch – es reicht nur leider nicht mehr ganz aus.

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13 thoughts on “Rezension | The Iron Queen | Julie Kagawa

  1. Schöne Rezi, auch wenn du jetzt nicht ganz so begeistert bist wie ich von dem Buch. Viele Punkte, wie Meghan und das einiges vorhersehbar war, muss ich dir recht geben – und das sind auch immer wieder Dinge, die mich in anderen Büchern stören, aber komischerweise hat mich hier alles weniger genervt als sonst und habe darüber hinweg gesehen und alles sogar ganz toll gefunden. Für mich war Band 3 sogar das Highlight der Reihe, wenn ich mich richtig erinnere *g*
    Und ja, ich habe danach auch gleich mit Teil 4 weitergelesen, denn mit so einem Ende wäre ich sonst verzweifelt :)
    lg Tina

    • Dankeschön! :)
      Für mich war das Highlight dann echt Band 2 … oder eher Band 1, da hat mich Meghan noch nicht ganz so angenervt. Band 4 konnte mich jetzt nämlich auch nicht so recht umhauen. Ich werd mit Ash einfach nicht warm – und das soll jetzt kein Wortspiel sein. ;)
      Ich werd aber trotzdem weiterlesen. Bin gespannt, was die Autorin mit Ethan vorhat und vielleicht ist er weniger nervig als seine große Schwester. Das wär ja schon mal ein positiver Punkt. ;D

      • Also mir hat Band 2 komischerweise nicht so gut gefallen wie drei und eins, obwohl viele auch den zweiten lieber mögen. Aber der zweite war mir dann persönlich wohl einfach zu traurig und zu wenig von Ash dabei- außerdem hat mich wohl diese Annäherung von Puck genervt, weil es wieder kurz eine Liebesdreiecksbeziehung angedeutet hat, und sowas kann ich gar nicht leiden.
        *hehe* echt nicht? du wirst mit Ash nicht warm – warum das denn? Muss ja total kuschelig mit ihm sein? Ach, ich mag ihn total gerne – ich liebe solche verzwickte, grimmige, undurchsichtige, (mit einem guten Herzen) Charaktere, bei denen man erst die harte Schale knacken muss :D

        Oh, das hoffe ich auch und ich habe auch hohe Erwartungen an Ethan. Denke schon, dass es mit ihm anders sein wird. Erstens ist er ja ein Junge und kann nicht so rum zicken und zweitens war er als keiner Zwerg schon ziemlich cool drauf, für alles was er erlebt hat – außerdem hoffe ich auf ein Wiedersehen mit den anderen Charas!

      • Vielleicht mochte ich Band 2 gerade deshalb – wenig Ash! xD Ich weiß nicht, solche Charaktere wären ja wirklich wahnsinnig interessant, wenn sie letztlich nicht in jedem zweiten Buch auftauchen würden. Wird mir auf Dauer zu öde. ;) Zwar gibt es auch Tunichtgute sehr oft, aber mit denen kann man wenigstens so richtig Spaß haben!
        (Und ja – das Liebesdreieck, ew. Ich hätt Meghan da am liebsten sonst was an den Kopf geknallt. xD)

        Auf ein Wiedersehen hoffe ich auch! Aber das mit dem Rumzicken nehm ich nicht ganz auf die leichte Schulter – auch Jungs können tierisch rumzicken, wenn sie wollen. ;)

  2. Wegen Ash – ojie, da weiß ich jetzt gar nicht was drauf sagen, weil ich ihn ja so toll finde :)
    Aber ja, gut das jeder einen anderen Männergeschmack hat, so bleibt mehr für mich *hehe* ;)
    Okay ja, Ash gehört nicht zu den witzigsten Typen, das stimmt schon- aber so oft hatte ich einen Typen wie ihn noch nicht in anderen Büchern. vielleicht ist er mir deshalb besser aufgefallen.

    Ja schon – aber nicht so übertrieben wie Mädels – die sind da schon ganz anders. Außerdem muss Kagawa auch Ethan anders beschreiben als Meghan und da hat mich bei ihr nicht nur ihr rum gezicke genervt, sondern auch ihre naivität und Hilflosigkeit – und das hoffe ich, bleibt bei der neuen Reihe aus.

    • Für mich ist er ganz normal der geheimnisvolle Typ mit schlimmer Vergangenheit, der aber eigentlich ganz nett ist und natürlich in die Prota verliebt ist. So wie immer. xD Ich hab nichts direkt gegen die Konstellation, aber ich kann mit diesen Herren mittlerweile nicht mehr so viel anfangen. :/

      Zwar anders, aber nicht unbedingt weniger schlimm. ;) Ich bin mit einer Diva von Bruder aufgewachsen und ich würde behaupten, er ist um einiges schwieriger als ich (Pubertät inklusive). *lach*
      Aber ja, hoffe ich auch! Werden wir zum Glück auch bald erfahren. ;)

      • okay, vielleicht habe ich dann echt noch nicht so viele Bücher in diese Richtung gelesen mit solchen Typen. Auf jeden Fall hatte ich hier keine Probleme mit dem männlichlen Hauptcharakter. :) Was gut so ist *hehe*

        haha, okay – dann kannst du also aus Erfahrung sprechen. Ich habe zwar auch zwei Brüder, aber die waren keine Diven – mit denen habe ich eher gestritten und gerauft, wie wenn ich selber ein Junge gewesen wäre :D

      • Stimmt, für dich ist das sehr gut. ;)

        Vielleicht ist er auch ein Extrembeispiel (und gerauft haben wir uns trotzdem zur Genüge *lach*), aber manchmal … da möcht ich ihm aus Prinzip eine Federboa um den Hals legen und einen Tritt in den Hintern verpassen. Freundlich ausgedrückt. xD

  3. ja genau – und noch besser ist, dass ich jetzt mit dir nicht teilen muss xD *hehe*

    Also du bist sicher eine ganz liebe Schwester, aber du kannst auf alle Fälle auch ‚anders‘, wie ich gerade merke! *lol*
    So soll es sein – Frauen Power! ;)

    • Ich hab ja dafür Puck. x) Und der ist sogar noch zu haben! *lach*

      Er kann das, diese Abgründe in mir auftun. xD Wir haben uns ja lieb, aber kein Streit und ständige Harmonie ist bei uns gar nciht möglich. Dafür sind wir alle viel zu große Dickköpfe. Find ich aber nicht schlimm, immer gute Laune ist auf Dauer auch langweilig. ;)

      • Genau – da bin ich dann auch dafür – siehst, wie schön wir uns die Männer aufteilen können, ohne um uns darüber zu streiten! *sehr gut* :D

        Eben, seh ich auch so – eine gute Welle mit up und downs macht das Leben und Beziehungen doch erst richtig interessant! :)

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