Rezension | What a Boy Wants/What a Boy Needs | Nyrae Dawn

Nyrae Dawn:
What a Boy Wants
What a Boy Needs

YA
eBook, ca. 142/164 Seiten
Band 1: ASIN B007S61T6I
Band 2: ASIN B008A0MTJW

Sebastian, Jaden, Aspen und Priscilla sind schon seit Ewigkeiten Freunde – doch irgendwann fingen die Dinge an, nicht mehr so leicht zu sein, und von diesen Episoden erzählt Nyrae Dawn. In „What a Boy Wants“ ist Sebastian der Erzähler, der unter dem Synonym „The Hook-Up Doctor“ Fremden hilft, mit ihrem Schwarm zusammenzukommen – allerdings garantiert er nicht, dass diese Beziehung auch hält. Er hat schon vor langem aufgehört, an Dinge wie Liebe zu glauben und will selbst ganz gewiss nichts Ernsthaftes beginnen. Da passt es natürlich so ganz und gar nicht, dass er auf einmal bemerkt, dass Aspen viel besser riecht als alle anderen Mädchen, einen wirklich tollen Hintern hat … und dass er vielleicht doch mehr will, nicht nur Freundschaft, und auch nicht nur kurzen Spaß. Sieht aus, als müsse der Hook-Up Doctor diesmal an seinem eigenen Fall arbeiten – und dafür sorgen, dass es hält.

In „What a Boy Needs“ geht es aber um Jaden, der schon immer Augen für Priscilla hatte – sie eigentlich auch für ihn, doch er ist überzeugt davon, dass jemand wie er nicht gut genug für jemanden wie sie ist. Priscilla stammt aus reichem Hause, während Jadens Familie mittellos ist und selbst seine Eltern kein Interesse an ihrem Sohn zeigen. Besonders für seinen Vater ist er eine nutzlose Störung, der er immer wieder vor Augen führt, was für ein Niemand er ist. Priscilla hat schon fast jede Hoffnungen begraben, doch dann steht der Trip der vier jungen Leute nach New York an, wo sie ab sofort leben und studieren möchten – zumindest war das der Plan. Jaden aber erfährt etwas von seinen Eltern mehr denn je an sich und seinem Wert zweifeln lässt, sodass er sich entschließt, nach der Reise weiter nach Texas zu ziehen. Trotzdem … während so vieler Tage, die man gemeinsam verbringt, kann sich noch so einiges ändern!

Band 1 legte ich mir noch zu, weil mein Kindle neu eingezogen war und ich natürlich sofort auch mal ein „richtiges“ eBook runterladen wollte. Oberste Priorität hatte das Buch ganz bestimmt nicht, aber es klang relativ interessant und war billig – und da ich eben nicht nur ein eBook kaufen, sondern auch gleich mal eins lesen wollte, wurde ihm das Schicksal eines SuB-Dauerbewohners erspart. War auch eine meiner besseren Entscheidungen, denn „What a Boy Wants“ wartet mit locker-flockiger Unterhaltung und ein bisschen Herzschmerz auf und ließ mich danach auch prompt zur Fortsetzung greifen.

Schon mit den Protagonisten hat Nyrae Dawn eigentlich alles richtig gemacht. Sowohl Sebastian als auch Jaden sind zwei supersympathische Kerle, deren Miteinander auch immer sehr herzlich zu beobachten ist. Sie sind BFFs, um es mal in Sebastians neuesten Worten auszudrücken, und auch wenn zwischen ihnen ganz bestimmt nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, so halten sie zusammen und stehen das alles gemeinsam durch.
Perfekt sind sie dabei natürlich nicht – Sebastian wirkt bisweilen ein wenig selbstverliebt und arrogant und jedes Mal, wenn er das Wörtchen „baby“ in den Mund nimmt, würde ich ihm am liebsten einen Tritt zwischen die Beine verpassen. Andererseits ist er aber auch jemand, der Angst vor der Liebe hat, sich sehr um seine Mutter sorgt und kümmert und darauf aufpasst, dass niemand mit seinen Freunden seine Spielchen spielt. Da kann man ihm den einen oder anderen „schlimmen“ Moment schon mal verzeihen.
Jaden ist da bisweilen das komplette Gegenteil. Auch wenn er genauso auf seine Freunde Acht gibt, scheint er keinerlei Selbstbewusstsein zu haben, zumindest nicht seinen Freunden gegenüber. Schuld daran ist das Verhalten seiner Eltern, die ihm ständig vermitteln, er wäre nichts wert – und so verkriecht er sich oftmals in sich selbst, will seine Freunde nicht mit seinen Problemen belasten und sagt demnach nichts, wenn er unbedingt was sagen müsste. Manchmal wurde es regelrecht frustrierend; ich hätte ihn gern geschüttelt und zum Reden gebracht! Reden hilft eben doch manchmal und diese Hilfe braucht er ganz besonders.

Letzten Endes sagte mir Jadens Geschichte ein wenig mehr zu; ich wollte schon mehr über ihn erfahren, als er noch eine Nebenfigur in Sebastians Geschichte war, während ich Sebastians Rolle in Jadens Geschichte vollkommen ausreichend fand. Zwar ist „What a Boy Needs“ insgesamt ein bisschen weniger amüsant als „What a Boy Wants“, dafür hatte ich ständig das Bedürfnis, Jaden entweder in den Arm zu nehmen oder ihm eine Kopfnuss zu verpassen. Er sprach mich schlichtweg mehr an, was auch an Sebastians Art lag, die mir nicht immer ganz einerlei war.
Zu ernst ist Jadens Geschichte trotzdem nicht. Beide Bücher haben einen Aspekt dabei, der wenig zum Lachen anregt, beide haben ihre ganz eigenen Probleme. Trotzdem präsentieren beide die Ereignisse auf eine locker-flockige Art, die mich auch bei Jaden oft zum Lachen bringen konnte.

Leider war es stilistisch letztlich nicht ganz perfekt, weil sich viele Details irgendwann wiederholen, am extremsten war dies der Fall, wenn beide Jungs immer und immer wieder beteuerten, wie sehr sie die Mädchen liebten. Ja, ich hab’s verstanden! Und ich verstehe auch, dass dies – trotz ihrer (Fehl-)Entscheidungen – der Fall ist. Es muss mir nicht immer wieder vorgekaut werden.
Unter anderem deswegen wird es zwischenzeitlich auch reichlich kitschig, was man wirklich mögen muss. Wenn nicht, hab ich nur einen Tipp: Augen zu und durch. Es geht, mir war es schließlich auch zu viel des Guten. Da waren einfach zu viele Liebesbeteuerungen, zu viele „du bis wunderbar“s und „du bist toll“s. Man füge gegen Ende ein zusätzliches kleines, ein wenig dick aufgetragenes Drama hinzu (was hauptsächlich für Sebastian gilt, bei Jaden hält es sich in Grenzen) und schon wisst ihr, warum es eben nur vier Sterne gibt.
Dennoch war ich wahnsinnig gut unterhalten, die Bücher halten absolut, was sie versprechen.

Amüsant und kurzweilig – so lassen sich „What a Boy Wants“ und „What a Boy Needs“ am besten beschreiben. Auch wenn sie manchmal ein wenig zu sehr in Richtung Kitsch driften, bieten sie doch wunderbare Unterhaltung mit zwei sehr sympathischen Jungs, die beide noch einiges zu lernen haben, sich dem aber nicht verschließen – zumindest nicht immer. Wer was Angenehmes zum Lesen für zwischendurch sucht, das einfach mal für gute Laune sorgt, ist mit diesen Büchern wirklich bestens bedient!

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