Miss Telephone September 2012


Es ist soweit – die erste Runde von Miss Telephone startet! Wie bereits im vorherigen Post erklärt, werde ich drei Bücher vorstellen, die das Zeug zu einer Misswahl haben, sei es nun, weil sie besonders schön aussehen, toll geschrieben sind oder was auch immer. Schönheit steckt in vielen Dingen. ;)
Ich hab ein bisschen gegrübelt, ob die Bücher einander ähneln sollten, damit ein Vergleich auch wirklich möglich ist, hab mich aber letztlich dagegen entschieden. Erstens wird das mit der Zeit schwierig werden, zweitens ist das mit sehr unterschiedlichen Büchern viel interessanter. Und so sind es auch für das erste Mal sehr unterschiedliche Kandidaten geworden. Von einem Buch habe ich schon öfter mal gesprochen, es jedoch nie richtig vorgestellt. Ein anderes rezensierte ich vor nicht allzu langer Zeit, bei Kandidatin Nummer drei ist es schon eine Weile her.
Ich erzähle euch zunächst ein bisschen was über die Bücher, danach gibt’s Bilder zu sehen – die natürlich auch mit Kommentaren versehen sind. ;) (Und ja, an der Fototechnik muss ich noch feilen.)
Da es quasi die Premiere wird, werde ich auch – wie versprochen – ein Gewinnspiel veranstalten. Mehr dazu erfahrt ihr dann am Ende des Beitrags.

Zeit zum Abstimmen wird bis zum 14.09., 23:59 Uhr sein.

Kushiel: Das Zeichen ist der Auftakt der Kushiel-Trilogie von Jacqueline Carey und ein Buch, das absolut zu faszinieren weiß. Protagonistin Phèdre ist keine normale junge Frau: Zum einen wurde sie in einem der Häuser des Nachtpalais‘ aufgezogen, das sie lehrte Naamah zu diesen. Diese war eine der Begleiter Eluas, der das Zentrum der Religion der D’Angelines – wie das in Terre D’Ange lebende Volk heißt – bildet. Die Religion erinnert sehr an das Christentum, allerdings nur in den Ansätzen. Denn Naamah gab ihren Körper hin, um Elua eine sichere Reise und genügend Proviant zu gewähren. Statt dafür gebrandmarkt zu werden, wird sie seitdem verehrt und zahllose Jungen und Mädchen werden in ihrem Namen in den Liebesdiensten ausgebildet, um so der Heiligen näher zu sein. Doch auch unter ihnen ist Phèdre etwas Besonderes, denn der kleine rote Fleck in ihrem Auge, der zunächst als Makel angesehen wird, ist ein Zeichen: das Zeichen Kushiels. Auch er war ein Begleiter Eluas und bestrafte all jene, die sich der Sünde verschrieben. Doch statt allein mit Brutalität zu arbeiten, ließ er sie wissen, dass er sie trotz allem liebte. Phèdre nun gehört zu jenen, die Lust am Schmerz empfinden und dabei viel weiter gehen kann, als viele andere mit dieser Vorliebe, die nicht gezeichnet sind.
Es ist nicht jedermanns Sache und auch innerhalb der Geschichte trifft Phèdre nicht nur auf Verständnis, einfach weil es ihr auch kaum jemand nachempfinden kann. Dennoch geht sie ihren Weg und kämpft für ihre Ideale – nicht mit Lanze und Schwert, sondern mit Intelligenz, wohlbedachten Worten und ja, auch mit ihrem Körper. Das heißt nicht, dass sie sich jedem überlässt: Sie heiligt ihren Dienst an Naamah und wählt mit Bedacht, so wie zunächst auf die Acht gegeben wird, als sie selbst noch Novizin ist.
Es ist eine sinnliche Geschichte, die sich aber um so viel mehr als Sex dreht – Religion und Politik spielen gleichermaßen große Rollen in diesem alternativen Europa und so manche Probleme, die wir aus unserer Geschichte kennen, tauchen auch in den Büchern auf. Dennoch liegt der Foku eher auf der Politik, doch auch Abenteuer soll nicht zu kurz kommen. Immer wieder muss Phèdre durch die Lande ziehen, als Diplomatin, als Retterin, als Freundin. Sie ist eine starke Frau, die weiß, was sie will oder zumindest wie sie es herausfinden kann.
Der einzige Charakter ist sie aber nicht. Nicht nur die Romantiker unter uns können sich über Joscelin Vereuill freuen, der einen ganz anderen Lebensstil als die Frau pflegt, deren Beschützer er sein soll. Er heiligt Cassiel, einen weiteren und enthaltsamen Begleiter Eluas. Mit Fortschreiten der Geschichte kommen und gehen Freunde und Feinde – manche bleiben lange Zeit, manche nur kurze. Dabei mangelt es nicht an Humor und Tränen, Freude und Leid, denn langweilig wird es in den Büchern, trotz ihrer Dicke, nie. Nicht unschuldig ist daran auch der Schreibstil der Autorin, der ganz zum Stil der Geschichte passt und kein einziges Mal vulgär wird. Naamahs Dienst war ein Opfer, nun ist es ein Gottesdienst – und das merkt man.

Cinder von Marissa Meyer sucht nach wie vor seinesgleichen. Mal abgesehen von einer gewissen Vorhersehbarkeit eines Details, ist es in jeder Hinsicht ein wunderschönes Buch. Mal abgesehen von dem ausgefallenen, kreativen Cover, das man am liebsten tagelang anstarren würde, überzeugt die Geschichte sofort mit einer herzensguten, witzigen Protagonistin, die trotz der Umstände ihren Mut nicht verliert. Denn Cinder ist ein Cyborg, ein Mensch, dem einige Körperteile durch künstliche ersetzt wurden. So begrüßt uns die Geschichte mit einer fußlosen Cinder, da ihr alter viel zu klein geworden ist – unnötig zu erwähnen, dass sie eine talentierte Mechanikerin ist, oder? Es ist nur gut, denn ihre Stiefmutter hat sie zur Arbeit als Mechanikerin auf dem Marktplatz verdonnert, damit sie zur Haushaltskasse beitragen kann.
Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass sie Cinder zur Selbstständigkeit erziehen möchte, denn wie schon am Namen erkennbar ist: Hierbei handelt es sich um eine Neuinterpretation des Cinderella-/Aschenputtel-Märchens. (Oder auch Aschenbrödel, wie es manchmal heißt.) Daher gibt es auch manche stereotype Charaktere, aber das ist keineswegs die Regel. Cinder ist ganz bestimmt kein trauriges Töchterchen, das vom Prinzen gerettet werden muss – im Gegenteil. Ständig muss sie verheimlichen, dass sie ein Cyborg ist, da diese gesellschaftlich nicht wirklich anerkannt sind. Trotzdem zieht sie ihr Ding durch und übernimmt auch mal die Rettung des Prinzes, so gut es eben geht. Eine Mary Sue ist sie dabei nicht – sie kann zweifelsohne viel, aber nicht alles.
Aber dann sind da auch noch ihre eine überhaupt nicht fiese Stiefschwester, ein herzzerreißend niedlicher Android mit Charakter und natürlich Prinz Kai, auf dessen jungen Schultern eine große Last ruht, die er vielleicht nicht stemmen kann.
Denn hier geht es längst nicht nur darum, dass Cinder ihren Traumprinzen findet. Stattdessen wird New Bejing von einer Krankheit befallen, die immer mehr Menschen dahinrafft, ein Gegenmittel wurde bisher nicht gefunden. Zusätzlich versucht die Mondkönigin – die Menschen, die auf dem Mond ansiedelten, unterscheiden sich längt von den Erdenbewohnern – mit aller Macht, eine Verbindung zwischen ihr und einem Regenten der erde zu erzwingen. Doch diese Frau führt nichts Gutes im Schilde, die böse Königin lässt grüßen.
Es ist einfach ein Buch zum Lachen und Seufzen, vor allem aber Schwärmen, Spaßhaben. Was stört da schon ein Detail? Dieses Buch macht glücklich! (Besonders Sailor-Moon-Fans, wie ich gehört habe. ;D)

Und im Zweifel für dich selbst von Elisabeth Rank ist noch einmal ein ganz anderes Buch als die beiden zuvor – und vor allem leiser. Es ist gewissermaßen ein Roadtrip, denn nachdem Lenes Freund Tim ums Leben kam, will sie nur noch weg, weg aus der Stadt, weg von ihren Eltern, weg von den Anrufen. Ihre beste Freundin Tonia, aus deren Sicht auch die Geschichte erzählt wird, begleitet sie und hilft ihr, so gut sie kann, während sie selbst über einige Dinge in ihrem Lebens ins Grübeln gerät.
Das Cover ist eigentlich Programm: Ein stilles Weiß als Hintergrund, darauf die Zeichnung zweier junger Frauen in kühlem Blau; insgesamt sehr schlicht, und trotzdem schön. Vielleicht auch gerade deswegen. Insofern gibt es hier auch gar nicht viel zu zeigen, denn die Schlichtheit setzt sich auch im Inneren des Buches fort. Es gibt keine aufwendige Gestaltung, und auch keine komplizierte Geschichte, wenngleich sie alles andere als flach ist.
Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein schwieriges Thema, besonders auch wenn dieser Mensch noch so jung war. Elisabeth Rank weiß aber damit umzugehen, Gefühle einzufangen und alltägliche und außergewöhnliche Wahrheiten in Worte zu verpacken, die einfach sind, aber wahr. Es ist ein berührendes und rührendes Werk, das nachdenklich stimmt – denn viel anderes machen Lene und Tonia nicht. Sie denken nach, sind durch die Abgeschiedenheit dazu gezwungen, sich mit den Ereignissen und ihrem Leben auseinanderzusetzen. Man kann gar nicht anders, als es ihnen gleich zu tun.
Ich werde nicht so weit gehen zu behaupten, dass kein Auge trocken bleibt, aber mit einem Kloß im Hals sollte man rechnen. So schön geschrieben es ist, dies ist keine Geschichte, die gute Laune bringt. Hoffnungslos ist sie auch nicht, aber ehrlich. Denn der Tod ist ein einschneidendes Erlebnis, das verändert. Nicht oft zum Guten, aber auch nicht zwangsläufig zum Schlechten und am Ende muss man das hinnehmen – oder es geht nicht weiter.

Wie versprochen gibt es ein Gewinnspiel. Und zwar kann eine Person von denen, die für den Gewinner gestimmt haben, ein Exemplar des Buches gewinnen – oder auch ein Buch der Reihe, falls ihr es schon kennt. Dabei muss es nicht zwangsläufig diese eine Ausgabe sein, solange eure Wunschausgabe nicht mehr als 20€ kostet.
Das ergibt für die Kandidaten folgende Optionen:

Kushiel: deutsches PB, englisches PB, oder ein anderes Buch der Reihe
Cinder: englisches UK-TB, englisches US-HC, wenn ihr die deutsche Übersetzung wollt und Geduld habt: Carlsen hat sich die Rechte gesichert und Band 1 soll 2013 erscheinen; mehr ist noch nicht bekannt
Und im Zweifel für dich selbst: deutsches PB

Wenn ihr ein Buch gewinnen wollt, müsst ihr folgendes tun:
1) Stimmt ab! ;)
2) Schreibt mir eine Mail an Shiku[at]muh-telefonbuch[dot]de mit dem Buch, für das ihr gestimmt habt.
Mehr braucht es erst mal nicht. Nach Ende der Abstimmung werde ich zusammen mit Miss Telephone auch den Gewinner verkünden, aber keine Sorge: Ihr kriegt auch noch eine Mail, in der ich euch nach eurer Wunschausgabe und eurer Adresse frage. ;) Ihr habt dann eine Woche Zeit, um zu reagieren. Tut ihr das nicht, wird ein neuer Gewinner per Zufall ermittelt.

Alles klar soweit? Dann kommt hier endlich die entscheidende Frage:

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Und ihr so?

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