Miss Telephone Oktober 2012


Ich hätte es ja beinahe vergessen – nein, ich hab’s vergessen. Deswegen startet das Ganze auch erst am Sonntag statt am Freitag. Ich und Termine, wird das je was werden?
Das letzte Mal gab es sehr unterschiedliche Bücher zu sehen, dieses Mal haben sie eine Sache gemeinsam, die wir alle eigentlich schon längst leid sind: Mädchen-/Frauengesichter. In manchen Genres kann man die Bücher kaum noch auseinander halten, weil alle gleich aussehen und die Farben eigentlich das Einzige sind, was sich wirklich unterscheidet. Es gibt Bücher, da haben die deutsche Verlage das männliche Gesicht des Originalcovers durch ein weibliches ersetzt! Ja, es gibt sie noch und nöcher und sind an Unkreativität wohl nicht mehr zu überbieten.
Und trotzdem gibt es immer noch das eine oder andere Buch, das ein Mädchen-/Frauengesicht auf dem Cover hat und nicht nur gut aussieht, sondern auch kreativ ist!
Ich gebe zu, die Inhalte der diesmaligen Kandidatinnen sind nicht immer überzeugend, aber hey: 1) ist das Meinungssache und 2) muss man auch mal eine schöne Gestaltung wertschätzen.

Ein Gewinnspiel gibt es dieses Mal auch wieder, mehr dazu wie immer am Ende. Ihr könnt bis zum 14.10., 23:59 Uhr abstimmen.

Burn Bright von Marianne de Pierres erzählt die Geschichte von Retra, deren Familie den Seals angehört: Eine Gemeinschaft zurückgezogener Menschen, die unter strengsten Regeln leben und vor allem eines verabscheuen – Ixion. Dies ist eine Insel immerwährender Nacht, zu der es die zieht, die sich nach Spaß und Gefahr sehen. Das Leben dort soll eine einzige Party sein; es ist das Leben, das Retras Bruder Joel für sich wählte. Anders als andere, flieht sie vor den Erniedrigungen daheim, um ihren Bruder und nicht Spaß zu finden, doch schon das erweist sich als gefährlich. Wer sich nicht anpassen kann, oder einfach zu alt wird, verschwindet aus Ixion. Doch wohin? Nach Hause kehren diese Menschen nicht zurück.

Viele, sehr viele haben von dem Buch geschwärmt und ich habe mich mitreißen lassen. Doch so wunderschön das Cover auch aussieht, die Geschichte konnte mich nicht ganz überzeugen. Zu wenig wird erzählt von Ixion und den Seals, zu wenig werden die Informationen verknüft, zu wenig Bindung erhielt ich zu den Charakteren … es war immer wieder zu wenig, wenn auch immer noch ausreichend, um mich zumindest gut zu unterhalten.
Nicht einmal die Atmosphäre auf Ixion, die von manchem so gelobt wurde, konnte etwas ändern, denn jemanden wie mich, der mit Partys seit jeher nichts anfangen konnte, lässt diese natürlich vollkommen kalt.

Warum ist es trotzdem hier gelandet? Nun, es sieht nun einmal klasse aus. Die Covergestaltung ist, nun, ich möchte „perfekt“ sagen. Ja, es ist eine junge Frau zu sehen, aber sie hat ganz bestimmt nichts mit den vielen anderen gemein. Das Cover ist verrückt, dunkel und grell zugleich, es schreit uns geradezu ins Gesicht, dass hier eine düstere Welt auf uns wartet, die aber auch einiges zu bieten hat. Und dafür ist es aufgeführt.
(Falls jemand das Buch wider erwarten nicht kennt, kann sich gerne hier durch einige, auch positive, Rezensionen arbeiten: Miss Bookiverse, It’s All About Books, Mundo Phantastico, About Happy Books, The Midnight Garden, The Book Geek.)

Zweilicht ist momentan noch das aktuellste Fantasy-Jugendbuch der Autorin Nina Blazon (Jugend im Sinne von Jugend, nicht „fast noch Kinder“) und man! Was hat mich dieses Buch in die Irre geführt!
Protagonist ist Jay, der bei seinem Onkel in Amerika lebt. Eigentlich soll es nur ein Austauschjahr sein, doch Jay möchte wesentlich länger in der Heimat seines verstorbenen Vaters bleiben. Es dauert nicht lange, da verliebt er sich in seine Mitschülerin Madison und eigentlich könnte alles gut sein – würde da nicht immer wieder dieses Mädchen Ivy auftauchen, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Jay muss feststellen, dass mehr hinter allem steckt, das er sieht und dass die vermeintlichen Hirngespinste seines als verrückt geltenden Vaters genau das nicht sind.

Zunächst scheint es ein ganz normales Buch des Genres zu sein. Es ist angenehm zu lesen, interessant, aber nichts Besonderes. Aber dann … Kennt ihr das, wenn irgendwas geschieht, das euch so umhaut, dass ihr euch auch einige Zeit später noch gut an die Situation zurückerinnern könnt? Genau so ging es mir dann mit dem Buch. Wir saßen gerade oben und haben ferngesehen, mein Vater saß auf der mir gegenüberliegenden Couch, ich im Schneidersitz am Ende von meiner. Meine Kinnlade? Zu Besuch im Keller.

Hinzu kommt, dass Nina Blazon nun einmal schreiben kann. Nun kenne ich natürlich erst zwei ihrer Bücher, aber dass ich gleich zwei Volltreffer in zwei verschiedenen Genres lande? Ich weiß ja nicht und wenn ich mir andere Rezensionen so ansehe, kann ich wohl mit Recht behaupten, dass die Frau einfach eine gute Autorin ist.
Dieses Buch von ihr mag nicht perfekt gewesen sein, aber es ist sehr nahe dran. Und wenn man dann auch noch so toll aussieht …

Grischa: Goldene Flammen ist Leigh Bardugos Erstlingswerk, das erst kürzlich auf Deutsch erschien. Genau wie „Burn Bright“ sieht es nach mehr aus, als es letztlich ist.
Die Protagonistin des Buches, Alina, dachte eigentlich immer, dass sie ein ganz normales Mädchen ist. Als dann aber eines Tages unter großem Druck erstaunliche Fähigkeiten zutage kommen, ändert sich ihr Leben rasant: Fortgerissen von der ihr bekannten Umgebung und ihren Freunden, lebt sie nun in einem der Paläste des Zaren, wo sie in den magischen Künsten der Grischa unterrichtet werden soll. Allerdings klappt das nicht so, wie alle hoffen und so lernt sie und lernt sie und lernt sie. Um es kurz zusammenzufassen: Die Geschichte besitzt keine Spannung, Alina wirkt viel zu jung, die Romanze konnte mich nicht überzeugen und andere Details haben mich geradezu verärgert. Da wäre die sehr verklärte Darstellung von Schönheit, aber auch die Einbindung russischer Kultur. Das Buch soll sich an Russland orientieren, aber scheinbar hat die Autorin wirklich nur einen Becher „Russia to go“ erworben und dieses Wissen lauwarm weitergereicht.
Das sieht nicht jeder so, viel Lob findet beispielsweise Lettersalad.

Und genau wie „Burn Bright“ überzeugt dieses Buch trotzdem mit seiner Optik. Es war für mich eine herbe Leseenttäuschung, aber trennen mag ich mich von ihm trotzdem noch nicht, einfach weil es so klasse aussieht. Das sagt ja eigentlich alles, oder?

Auch dieses Mal gibt es etwas zu gewinnen, allerdings wirklich nur das Gewinnerbuch! ;) Wie auch das letzte Mal kann eine Person von denen, die für den Gewinner gestimmt haben, ein Exemplar des Buches gewinnen – oder auch ein Buch der Reihe, falls ihr es schon kennt. Dabei muss es nicht zwangsläufig diese eine Ausgabe sein, solange eure Wunschausgabe nicht mehr als 20€ kostet. (Leute außerhalb Deutschlands müssen auf eine persönliche Verpackung verzichten und mit The Bookdepository Vorlieb nehmen – aber es geht ja auch ums Buch.)

Zweilicht gibt es ohnehin nur als Hardcover, für die anderen Bücher gibt es folgende Optionen:
Burn Bright: 1. Band, 2. Band, 3. Band (alle auf Englisch und via Fishpondworld)
Grischa: dt. HC, eng. HC (US), eng. PB (UK), wahlweise auch Vorbestellung des zweiten Bandes als eng. HC oder PB

Und was musstet ihr noch mal dafür tun?
1) Stimmt ab! ;)
2) Schreibt mir eine Mail an Shiku[at]muh-telefonbuch[dot]de mit dem Buch, für das ihr gestimmt habt.
Nach Ende der Abstimmung werde ich zusammen mit Miss Telephone wieder den Gewinner verkünden, ihr bekommt aber auch noch eine Mail, in der ich euch nach eurer Wunschausgabe und eurer Adresse frage. Ihr habt dann eine Woche Zeit, um zu reagieren. Tut ihr das nicht, wird ein neuer Gewinner per Zufall ermittelt.

Und nun:

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18 thoughts on “Miss Telephone Oktober 2012

  1. verdammt, ich kann mich nicht zwischen Burn Bright und Zweilicht entscheiden. Die haben es beide so verdient >.<
    Glaube da muss ich nochmal in mich gehen, bevor ich abstimme XD

    Welches Buch hast du denn noch von Blazon gelesen? Zweilicht ist bisher noch mein einziges, aber ich will auf jeden Fall mal noch was anderes lesen. (hab auch 2 schon als ebooks warten)

    • xD Tu das, tu das … sind ja auch beide wahnsinnig schick! Das sind solche Cover, bei denen muss ich grundsätzlich erst mal drüber streichen, wenn ich sie gerade in der Hand hab. oô

      Ich hab bisher noch „Totenbraut“ gelesen, das ich richtig geliebt hatte. Beim Beenden wurde mir tatsächlich das Herz schwer – so kitschig es klingt, so fühlte es sich an. xD
      In der Warteschleife stehen aber auch schon einige: „Faunblut“ und „Ascheherz“, „Die Maske des Mörders“, „Schattenauge“ und „Wolfszeit“ natürlich. Jetzt muss ich sie nur noch lesen!

  2. Burn Bright sieht echt toll aus *vote*
    Wobei mir die Wahl zwischen dem und Grischa echt schwer gefallen ist.

    Die „persönliche Verpackung“ war klasse! Hab noch nie ein Buch bekommen, das so toll eingepackt war =))

    • Hehe, so soll’s sein!

      Aw, das freut mich zu hören! :D Das Papier war aber auch ein echter Glücksgriff, bei uns im Laden wurden ein paar Rollen 50% billiger angeboten, da musste ich gleich zwei mitnehmen. xD

  3. Dann habe ich das „für die anderen Bände gibt es folgende Optionen“ wohl falsch interpretiert. Ich dachte, dass sei so gemeint, dass es andere Optionen gäbe, weil es eben keine weiteren Bände gibt und da Bände, nicht Bücher steht. Aber egal ^^

    • Hab’s mal korrigiert, „Bände“ ist tatsächlich ein wenig missverständlich, auch wenn „nur als Hardcover“ auch „nur als Hardcover“ bedeutet. :)

  4. Oooh, das ist diesmal aber wirklich sauschwer! Die sind alle so wunderschön!!
    Gefällt mir super was für eine passende Kulisse du für Zweilicht gefunden hast xD Und diesmal mit Absätzen, danke :D

  5. Also ich mag es ja nicht nur optisch, sondern auch vom Inhalt und den Charakteren here. Schade, dass es dich nicht begeistern konnte, aber wir haben ja da generell ne andere Meinung zu Büchern *hehe*

Und ihr so?

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