Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Schon wieder gelogen; nicht „wir“ sind nach Berlin gefahren, sondern nur ich. Was das mit „Reckless: Lebendige Schatten“ zu tun hat? Am Samstag hat die Autorin ihr neuestes Buch im Renaissance-Theater in Berlin vorgestellt und da ich 1. sowieso endlich mal jemanden in Berlin besuchen musste und ich 2. meine Bücher gern signiert haben wollte, klingelte letzten Samstag 2.50 Uhr mein Wecker (normalerweise geh ich zu der Zeit erst mal ins Bett v.v), damit ich 4.45 Uhr den Bus in unsere schöne (oder auch nicht so schöne) Hauptstadt nehmen konnte.

Da noch massig Zeit bis zur Lesung war, wurde von meiner treuen Begleitung und mir erst mal das DesignPanoptikum geentert. Scary. As. Fuck. Es ist, wie es selbst sagt, ein Museum für skurrile Objekte und auch wenn uns versichert wurde, dass all dies industrielle Objekte sind, die in keinerlei Verbindung zu Foltergeräten oder dergleichen stehen, war’s manchmal doch ein bisschen unheimlich, wie die Gerätschaften so angeordnet waren. Spaß hat’s trotzdem gemacht, denn, wie uns erklärt wurde, nach dem ersten Eindruck sollte man seine grauen Zellen anstrengen und überlegen, wozu das Ganze denn genutzt wurde. Da gibt’s ein paar erstaunliche Dinge zu erfahren – bei denen man sich hinterher trotzdem fragt, warum man denn nicht gleich darauf gekommen ist. ;)
Wer Lust hat, selber mal reinzuschauen: Es befindet sich in der Torstrasse 201, der Eintritt kostet 5€. Für 10€ kann man eine Führung dazubuchen, aber selbst wenn ihr das nicht macht, werden euch hinterher einzelne Fragen beantwortet.

Nun aber genug der Schleichwerbung! 15.30 Uhr stand bei uns Cornelia Funke auf dem Plan, aber nicht nur das. Stephie wollte nämlich auch zur Lesung, und da muss man sich ja auch mal treffen. :D Ich seh sowieso viel zu wenig Leute aus der Buchbloggerszene. xD
Während der Lesung trennten uns ganze zehn Reihen, Spaß hatten wir aber trotzdem. Nach einem groben Plan, wie der Nachmittag verlaufen werde, betraten Cornelia Funke und Rainer Strecker in sehr schnieken Kostümen und begleitet von wirklich schöner Musik, von der im Laufe der Lesung noch einige andere Stücke/Parts gespielt wurden, die Bühne. Wer’s wie ich bis dahin nicht weiß: Rainer Strecker liest die Hörbücher der Autorin.
Im Folgenden lasen sie abwechselnd einige Kapitel, die durchauch deutlich machen, in welcher Misere Jacob steckt. Derweil wurden auf die Wand über dem Lesetisch zum Geschehen passende Bilder projiziert, die mich persönlich weniger umgehauen haben, aber sie waren auch nur schmückendes Beiwerk. Wichtig ist, wie gelesen wurde und da ich bisher auf keiner Lesung von Frau Funke war, wusste ich wirklich nicht, was mich erwartet. Wie sich herausstellt, schreibt sie nicht nur gut, sondern liest auch noch klasse. ;) Gleiches lässt sich auch von Herrn Strecker sagen, aber wen überrascht das schon? So hat es überhaupt nichts gemacht, dass ich das Buch längst kannte – die kurzen Passagen haben noch einmal richtig Spaß gemacht!

Interessanter war für mich dann trotzdem die anschließende Talk-Runde, auch wenn dort nicht allzu viel Neues gesagt wurde. Dass die Reckless-Reihe voraussichtlich fünfbändig wird und sich mit jedem Buch den Märchen anderer Länder widmet (Deutschland und Frankreich sind es bisher, es folgen Russland, Asien und Nordafrika/Spanien), kann man auch auf Wikipedia nachlesen, auch wenn ich noch nichts von der im Februar kommenden Reckless-App wusste. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird es dort immer wieder kleine Texte und Informationen zu lesen geben. So etwas soll auch für „Drachenreiter“ folgen, zumal Frau Funke dort im Moment einfach nicht zum Schreiben kommt, obwohl sie Ideen über Ideen hat.
Am schönsten war allerdings, wie sympathisch die Autorin zu sein schien. Fragt mich nicht warum, aber irgendwie hatte ich nicht damit gerechnet.

Zum Abschluss folgten zwei weitere Kapitel, die den weiteren Weg des Buches umrissen und zeigten, wonach Jacob suchen muss, um noch Hoffnung zu haben. Unnötig zu erwähnen, dass es gut gelesen war, was?
Die anschließende Signierstunde war ein klein wenig enttäuschend. Zwar ist es gut, dass man sich beeilt hat, damit niemand zu lange auf eine Unterschrift warten musste, aber es erinnerte mich schon sehr an Fabrikarbeit. Buch hinlegen, Unterschrift kriegen, Buch an Herrn Strecker weiterreichen, immer schön danke sagen und das war’s. Es war eine recht nüchterne Angelegenheit, dabei hätte ich persönlich es auch in Kauf genommen, etwas länger zu warten, damit ein paar Worte gewechselt werden können.
Vielleicht wollte das Theater aber auch nur fix zumachen. Wir waren von der Bühne runter und Stephie packte gerade ihre Kofferladung Bücher wieder ein (:D), da bat man uns auch schon zu gehen. Hatten wir zwar ohnehin vorgehabt, aber danke für’s Drängen.

Ebenfalls ein toller Teil des Tages: Nach Jahren war ich endlich mal wieder bei Pizza Hut. x) Und wo lässt sich’s besser über Bücher und die Welt reden, wenn nicht bei leckerer Pizza? War schön, dich mal getroffen zu haben, Stephie! Man sieht sich ja spätestens im März wieder. ;)

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4 thoughts on “Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

  1. Mich hat es auch gefreut dich endlich mal in natura zu treffen ;) Du darfst mir gern Bescheid sagen, wenn du vor März mal wieder nach Berlin kommst und Lust auf einen Bücherplausch hast.

    Du bist ja echt fix, ich habe meinen Bericht noch gar nicht geschrieben^^ Aber was gefällt dir denn nicht an unserer wundervollen Hauptstadt???

    • Werd ich machen! :)

      Ach, Berlin und ich, das klappt einfach nicht. Es ist mir zu groß, zu laut, zu unübersichtlich und was mir Anne so über das allgemeine Verhalten im Straßenverkehr erzählt, gibt mir immer den Rest. xD Berlin mag seine guten Seiten haben, aber ich würde nicht dort leben wollen. Mir sind Städte wie Dresden lieber – es ist eine Großstadt, aber sie ist nicht zu groß und irgendwie gemütlich. ;)

      • Achso, okay. Ich bin ein Stadtkind und NEIN, Dresden ist keine Großstadt. Das ist einfach nur eine Stadt XD Mir ist alles andere zu klein und ich liebe es, dass in Berlin einfach immer was los ist ;)

        PS: Hast du dir den neuen Trailer zu ‚Beautiful Creatures‘ auch schon angesehen?

      • Bin ich im Grunde auch, wobei ich lange Zeit auch auf dem Dorf großgeworden bin. Aber ob du’s willst oder nicht, Dresden IST eine Großstadt, nur eben nicht die größte unter ihnen. ;)

        Noch nicht!

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