Rezension | Untot: Lauf, solange du noch kannst | Kirsty McKay

Originaltitel: Undead
Reihe: Undead #1
Genre: Horror, Jugendbuch
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3-551-52041-8
Preis: 14,95€
Erscheinungsdatum: 27. November 2012
Format: Paperback

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Chicken House. (via ZAU)

Bobby dachte, dass es schlimmer nicht hätte kommen können. Gegen ihren Willen lebt sie wieder in Großbritannien und statt normal in den Unterricht einsteigen zu können, befindet sie sich mit ihren neuen Mitschülern auf Klassenfahrt. Als sie endlich auf der Rückfahrt sind, passiert das Unerwartete: Bobbys Mitschüler fallen tot um, und ihr Lehrer kehrt als Zombie zu den Lebenden zurück. Vorerst barrikadiert sie sich mit drei weiteren Schülern im Bus: Smitty ist ein absoluter Klischeerebell, während Alice den Titel „Barbie“ absolut verdient hat. Pete ist da schon wesentlich schüchterner und auch das Gehirn der Gruppe. Zusammen versuchen sie einen Weg zu finden, mit anderen Kontakt aufzunehmen und Hilfe zu holen. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet, zumal Mr Taylor nicht der einzige ist, der von den Toten zurückkehrt …

„Untot: Lauf, solange du noch kannst“ startet im Grunde sofort durch. Im ersten Moment lernen wir Bobby kennen, die überall lieber wäre als hier auf Klassenfahrt mit ihren neuen Mitschülern, im nächsten ist sie mit denen, die übrig geblieben sind, auch schon auf der Flucht vor den Untoten. Langeweile kann man dem Buch wirklich nicht vorwerfen, denn Zeit zum Verschnaufen bleibt den Protagonisten nur selten. Sie müssen einen Weg finden, Hilfe zu erhalten und wenn sie den Zombies entkommen wollen, können sie vorerst nur eines tun: in Bewegung bleiben. Das machen sie auch, wenn auch nicht immer so, wie ich das erwartet hätte.

Allerdings strotzt das Buch beinahe vor Klischees – zumindest zu einem gewissen Grad. Im Grunde ist es ein klassisches Horrorbuch mit der, pardon, Tussi, die dem geneigten Leser gehörig auf den Senkel geht, dem coolen Typen, dem „Nerd“ und der recht bodenständigen Heldin. Fehlt ja nur noch der Clown, aber man kann darüber streiten, ob der auftaucht oder nicht.
Auch die Geschichte an sich bildet nicht viel Neues. Um ehrlich zu sein, war ich sogar überrascht, als die Autorin zur Erklärung der Zombiesituation ansetzte. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich wäre sogar bereit gewesen, die Apokalypse einfach so zu akzeptieren. Allerdings gäbe es ohne diese Erklärung keine Brücke zum nächsten Band, diese hat sie aber – zusammen mit dem amüsanten Ende – gut geschlagen.
Allerdings sind auch gar nicht so viele Innovationen nötig, um eine unterhaltsame Geschichte zu schreiben und das ist Kirsty McKay gelungen. Die Mischung aus Zombiekillen, Grusel und Humor macht Spaß und mehr habe ich von dem Buch auch nicht erwartet.

Sprachlich fällt das alles in die Sparte „jemand hat sich ein wenig zu sehr bemüht, jugendlich-leger zu klingen“. Der Text kommt daher, als würde uns Bobby gerade erzählen, was vor sich geht und dementsprechend salopp klingt er. Mag sein, dass ich mit meinen uralten 20 diesem Sprachalter bereits entwachsen bin, aber manchmal war es zu viel des Guten. Die meiste Zeit über hat mich dieser Stil aber weder gestört noch schien er mir unpassend. Außerdem wäre es nicht das erste Mal, dass ich erstaunt darüber wäre, wie manche Leute reden.

„Untot: Lauf, solange du noch kannst“ bietet nichts Neues, dafür aber solide Unterhaltung mit Spaß und Grusel. Wer Blut und Galgenhumor gut leiden kann, wird hiermit sicherlich keinen Fehlgriff landen. Der jugendliche Stil passt gut zur Protagonistin, auch wenn es wenige Male etwas übertrieben klingt.

Der erste Band erschien im englischsprachigen Raum zunächst noch als Hardcover, Band 2 wurde dann aber nur noch als Paperback mit neuem Design veröffentlich. In Amerika erscheint das Buch im August 2013 bei Scholastic.
Neben dem Buch wird es hier in Deutschland auch einen Film geben: „Untot in Deutschland“. Premiere ist heute in Aachen, allerdings bin ich selber gerade nicht sicher, wie es weitergeht. Ich hab gehört, dass es den Film dann frei im Netz zu sehen gibt, aber von einer DVD war irgendwo auch schon die Rede. xD Einen Teaser-Trailer gibt es jedenfalls hier.

UK Band 1 | UK Band 2

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8 thoughts on “Rezension | Untot: Lauf, solange du noch kannst | Kirsty McKay

  1. Wer hat das nicht schon mal erlebt – da fährt man auf Klassenfahrt und plötzlich ist der Lehrer tot und kommt als Zombie zurück… ne warte ich glaub das war nur ein Wunschtraum ;)

    Das Buch hört sich echt lustig an, bzw. lustig zu lesen.
    Ob ich mit dem gewollt lässigen Stil so gut zurecht käme weiß ich nicht, aber spontan hab ich richtig Lust auf das Buch – vor allem weil es mal was anderes ist als die ewigen Romanzen, die auf Teufel komm raus in jedes Jugendbuch eingeflochten werden. Da kann ich dann auch mit ein paar Klischeecharakteren leben, solange es auch ordentlich Zombies gibt ;)

    LG, Katarina :)

    • Ja, kam bei mir auch ständig vor … okay, nein, aber dafür wären sich die Mädels manchmal gern an die Gurgel gegangen. (Was nicht überraschend ist bei 22 Damen und 4 Herren.)

      Also für was Lockeres zwischendurch lohnt es sich bestimmt; Crini hatte allerdings einige Probleme mit dem Schreibstil. Ich würd ja fast zur Originalausgabe raten, denn wie sich gezeigt hat, hat man im Deutschen Unterschiede zwischen amerikanischem und britischem Englisch einfach mal unter den Tisch fallen lassen. xD (Bobby hat jahrelang in Amerika gelebt und ist nun in Schottland – da gibt’s manchmal Kommentare zu den Sprachvarianten von ihr.)
      Vielleicht sollte ich erwähnen, dass es einen Kuss gibt? ;) Geht vermutlich nicht ohne … aber allzu dominant ist der Part nicht.

      • Ich denke eine Leseprobe könnte an dieser Stelle nicht schaden – ich werde mich wohl für die englische Ausgabe entscheiden. Mal sehen wie die sich so liest.

        LG, Katarina :)

  2. Pingback: November 2012 « Muh, das Telefonbuch

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  4. Ich muss ja sagen, dass ich die Oneliner von Bobby teilweise schon sehr gelungen fand und mit meinen dann ja noch viel urälteren 30 Lenzen immer noch gut vertragen konnte. Was mich viel mehr gestört hat (für diesen Modewahn bin ich wahrscheinlich wirklich schon zu alt) ist die Erzählerei im Präsens. Ist mir echt ein Graus. Ich bin trotzdem gespannt auf den zweiten Teil.

    Der Film ist gar nicht einma so schlecht geworden. Geht zwar nur 36 Minuten, meiner Meinung nach aber für ein „Amateur“-Projekt durchaus ansehnlich. Und bei der ZAU auch als kostenloser Stream erhältlich. Ich habe mir auch mal erlaubt, deine Rezi bei meinen Shared Opinions zu verlinken – falls du was dagegen hast, einfach mit was Schwerem nach mir werfen.

    • Durchweg hat mich da auch nichts gestört nur ab und an … da schien es nicht ganz so gelungen.
      Der Präsenz ist aber auch wirklich eine Sache für sich. Als ich das erste Mal so ein Buch gelesen habe, störte es mich zu Beginn auch noch, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt; ich krieg’s kaum noch mit, wenn ich ehrlich bin. (Ich erinnere mich zwar, wahrgenommen zu haben, dass „Untot“ im Präsenz verfasst wurde, aber das hatte ich mittlerweile schon wieder vergessen.)

      Ich war vom Film nicht allzu sehr begeistert; dafür war’s mir dann doch zu vorhersehbar/klischeehaft (nicht dass das Buch anders gewesen wäre) und die Dialoge kamen bisweilen sehr holprig daher. Andererseits waren es nunmal keine Vollprofis, die hier gearbeitet haben und ich hatte beim Gucken zumindest meinen Spaß. Ist ja auch was. :) (Und hey, das eigene Bild und den (Nick-)Namen im Film zu sehen, ist auch mal lustig!)

      Da ich nichts dagegen habe, werf ich mal nur mit Wattebällchen! :D

      • Ja, unter dem Aspekt habe ich den Film auch bewertet. Es gibt ja einige Amateurfilmer in Deutschland und ich muss sagen, dass die wenigsten von denen – trotz mitunter jahrelanger Erfahrung – bessere Darsteller hätten. Von den Anfangszeiten ganz zu schweigen (bestes Beispiel ist da zum Beispiel Burning Moon von Olaf Ittenbach: tiefster Winter in Fürstenfeldbruck/ Bayern, entsprechender Dialekt und Autokennzeichen mit eingeschlossen, aber die Jungs und Mädels machen einen Abstecher nach Hollywood und sind natürlich auch mit entsprechend typisch amerikanischen Namen ausgestattet). Und was den Nicknamen und das Zitat angeht, gebe ich dir absolut recht :D

Und ihr so?

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