Miss Telephone Dezember 2012

MISSTELEPHONE Miss Telephone Dezember 2012
Eigentlich sollte es ja weihnachtlich-winterlich werden, aber wisst ihr was? Ich habe keine Weihnachts- und/oder Winterbücher im Regal! Von „Game of Thrones“ mal abgesehen. Aber da der Dezember auch immer etwas Nostalgisches hat, dachte ich, wende ich mich dieses Mal den Serien zu, die mich damals als kleinen Knirps begeistert haben und in deren Welten ich gerne meine Zeit verbracht habe. Ein Kandidat wird euch sicherlich kein bisschen überraschen, aber was soll ich sagen? Bei so einem Thema darf er einfach nicht fehlen.

Bevor es losgeht, hier wieder einmal ein paar Infos, die euch interessieren dürften:
1) Die Abstimmung endet am 14.12., 23:59 Uhr.
2) Da die Weihnachtsgeschenke schon so ziemlich teuer sind, wird es dieses Mal kein Gewinnspiel geben (außer ihr wollt ein Buch unbedingt haben und überrascht mich – positiv – in irgendeiner Weise, dann überleg ich es mir eventuell noch mal xD). Im nächsten Jahr sieht’s sicherlich wieder anders aus. ;D

klippenlandchroniken Die Klippenland-Chroniken wurden von Paul Stewart geschrieben und von Chris Riddell wunderschön illustriert. Es sind Kinder- und Jugendbücher, die damals so überhaupt nicht in mein Beuteschema passten. Ich hatte den vierten Band von meinem Vater zum Geburtstag geschenkt bekommen und war so gar nicht begeistert. Tatsächlich blieb das Buch lange Zeit ungelesen, bis ich es in der 6. Klasse mit auf Klassenfahrt nahm und las – kurz gesagt: Ich kann mich heute noch ziemlich gut daran erinnern, wie ich abends allein auf dem Flur saß, um lesen zu können; im Zimmer wollte man schlafen, woran ich noch gar nicht dachte. (Und als ich damit durch war, habe ich es lieber noch einmal gelesen – „Der Hobbit“, den mir jemand auslieh, konnte mich einfach nicht fesseln.)

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis heute nicht alle Bücher der Reihe gelesen, geschweige denn im Regal stehen habe. (Was sich früher oder später aber ändern wird!) Trotzdem kenne ich genügend Bände – sieben von elf, um genau zu sein – um euch sagen zu können, dass sie im Grunde sofort mit ihrer fantasievollen, liebenswerten und manchmal auch grausamen Welt überzeugen. Ich mein, fliegende Felsen und Luftschiffe, die durch eben jene Steine in der Luft gehalten werden? Allein das klingt ja schon mal klasse und es ist nur der geringste Bruchteil, wenn es um den Erfindergeist der Autoren geht.

Erzählt wird dabei eine Geschichte von Generationen, auch wenn die Bücher alles andere als chronologisch veröffentlich wurden. Es startet mit Twig, doch im vierten Band ist Quint der Protagonist, der zeitlich vor Twig einzuordnen ist. Das wusste ich zu Beginn natürlich nicht und dementsprechend groß war meine Verwirrung, als ein Wesen namens Schleimschmeichler, das im vierten Band (welchen ich zuerst las) erschaffen wurde, im ersten Band bereits ein fester Teil der Welt war! Irgendwann hat es dann aber Klick gemacht.
In Band fünf bis sieben geht es mit Rook weiter, der nach Twig kommt – in einem dieser Bände wartet erfreulicherweise auch ein Stammbaum auf den Leser, der noch mal ein paar Dinge aufklärt, auch wenn man manches vielleicht jetzt bereits ahnt. ;)
Danach folgen zwei weitere Quint-Bände, eine Kurzgeschichtensammlung, die sich allen Zeiten widmet und auch die Brücke zum letzten Band schlägt, der noch einmal einige Zeit später spielt.

Es ist zunächst reichlich verwirrend, aber wer sich einmal reingefunden hat, der kommt auch gut zurecht – zur Not gibt’s ja immer noch Wikipedia, auch wenn das wirklich nur der letzte Strohhalm ist. In der Regel kann man einfach in die Welt des Klippenlandes eintauchen und die Hochs und Tiefs der leute dort erleben. Denn wie auch in jeder Welt gibt es jene, die das Beste für alle wollen und jene, die nur nach dem eigenen Wohl streben. Ob das nun durch Sklaverei in den Wäldern geschieht oder auf akademischer Ebene – manch einer will auch Gutes schaffen und bringt nur Unheil über diese Welt. Jedes Buch birgt seine eigene Geschichte, sein eigenes Abenteuer, genauso wie das Klippenland seine Eigenheiten und eignen Krisen hat.
Innerhalb der Bücher sollte eine Orientierung auch nicht weiter schwierig sein. Neben Karten zu Beginn und genügend Beschreibungen des Autors warten auch die wunderbaren Zeichnungen des Chris Riddell auf uns, die das Ganze beleben sollen und auch tun – sie sind wortwörtlich zum Verlieben!

CoverillustrationenKarte KlippenlandKarte SanktaphraxIllustration #1Illustrationen #2Illustrationen #3Irgendein fettes ViehQuintNahaufnahmeNerdibert #1WaldmakiHopser

darrenshansaga Jetzt mal ernsthaft, ist irgendjemand überrascht? Ständig liege ich euch mit Darren Shan in den Ohren, und seine Darren-Shan-Saga konnte mich schon damals begeistern. Auch hier wollte ich die Bücher zunächst gar nicht lesen (hab ich bestimmt schon tausendmal erzählt), weil mir die Cover des damaligen Verlags der Vampire zu kindisch waren. (Und ja, da war ich 10 oder so. Und ich erinnere mich deutlich, irgendwann mal ein pink-umrandetes Buch ausgeliehen zu haben, auf dem allerdings auch ein Mädchen zu sehen war, das mit einem Fussball im Arm im Baum saß.)
Irgendwann stolperte ich allerdings über die erwachsen wirkenden Knaur-Cover und nahm ein Buch mit – vermutlich auch nicht der erste Band – und verliebte mich. Mit der Zeit wurden nach und nach alle bisher erschienenen Bände ausgeliehen und alle anderen landeten auf dem Wunschzettel für Weihnachten und meinen Geburtstag.

Es war sogar eine der ersten Buchreihen, die komplett in mein Regal wanderte; ich hatte das Glück, einige Bände als Mängelexemplare in der neuen, großen Stadt zu finden, in die wir mittlerweile gezogen waren, was mich anspornte, mir endlich alle Bücher zu holen – seitdem wurden sie zigmal gelesen (was man ihnen auch ansieht), auf Englisch dazugestellt, noch mal signiert gewonnen, und und und … mittlerweile befindet sich bereits der zweite englische Sammelband sogar in fremden Händen, weil er zum NotizBuch umfunktioniert wurde! Ich weiß schon, wie ich euch dazu kriege, endlich meine Lieblingsbücher zu lesen. ;)

Die Darren-Shan-Saga ist eine Reihe, die ich immer wieder lesen kann, ohne dass mir dabei langweilig wird. Und ehe jemand fragt: Ja, Darren Shan ist sowohl der (Künstler-)Name des Autors (eigentlich heißt er Darren O’Shaughnessy, was auch sehr schön klingt) als auch der Hauptfigur, die in diesem Fall wirklich Darren Shan heißt.
Darren ist, wie wir festgestellt haben, nicht immer der hellste Junge der Stadt, aber trotzdem liebenswert. Als er zusammen mit einem Freund den Cirque Du Freak besucht – eine Freakshow der etwas anderen und keineswegs menschenverachtenden Art -, ahnt er noch nicht, wie sehr das sein Leben verändert wird. Der Spinnenfan begeht den fatalen Fehler, sich die Spinne eines der Artisten anzueignen – welcher wiederum ein Vampir ist und Darren zu seinesgleichen macht. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit und trotzdem machen die beiden das Beste daraus, ja, bauen sogar Vertrauen und Freundschaft auf.
Das ist auch bitter nötig, denn was das Schicksal für Darren – der im Laufe der Reihe mehrere Jahrzehnte altert – bereithält, ist keinesfalls leicht zu ertragen. Verluste und schwere Entscheidungen liegen vor ihm und nicht zuletzt die Frage, was er ist: ein ehrenvolles Kind der Nacht oder ein Monster?
Macht euch auf Spaß und Tränen gefasst, denn diese Bücher enthalten mindestens so viel Humor und Herzenswärme wie Drama – und sowas nennt sich Kinderbuch, pah!

Knaur vs. Verlag der VampireGeliebt, gelesen und abgegriffenMan muss sich nur zu helfen wissenCoverTítelFontFangirl #1Fangirl #2

abbylynn Zuletzt soll auch die Reihe um Abby Lynn von Rainer M. Schröder, die ich momentan erneut lese, Erwähnung finden. Auch hier wäre ich von alleine wohl nie auf die Bücher gestoßen; die Tochter einer Bekannten erfuhr eines Tages, dass ich viel und gerne lese, weswegen sie ihrer Mutter kurzerhand die ersten drei Bände gab, welche sie meiner Mutter gab, die sie an mich weiterreichte.
Ich muss zugeben, jetzt beim ReRead fesseln mich die Bücher nicht ganz so sehr, wie sie es damals taten, aber früher habe ich sie ja trotzdem geliebt. Es war auch mein erster Kontakt mit Australien, überhaupt mit etwas anderem als Grusel- und Fantasygeschichten.

Erzählt wird nicht nur Abby Lynns Geschichte, sondern auch ein wenig die Australiens. Wir starten 1804 in London, wo Abby unschuldig des Diebstahls bezichtigt und zu sieben Jahre Sträflingskolonie verurteilt wird. Damals war das gleichbedeutend mit dem Exil, im schlimmsten Fall war es auch eine Todesstrafe – viele starben bereits während der Fahrt zum Schiff und der Überfahrt selbst, manche sogar während sie noch auf ihren Prozess warteten.
Die Bücher mögen im Nachhinein betrachtet ihre Fehler haben, aber sie bringen das Leben in Australien näher, aber auch das der Sträflinge oder Aborigines – je nachdem, wohin es Abby verschlägt. Wie die Tatsache, dass es vier Bände gibt, ja bereits verrät, bleibt es nicht dabei, dass sie in Australien ihr Dasein als Sträfling fristet. Sie hat sehr viel Glück und so bekommen wir etwas vom Farmleben und der politischen Situation dieser Zeit zu Gesicht. Es geht nie nur um Abby.

Auch hier erstreckt sich die Handlung wieder über Jahre und Generationen, im Gegensatz zu den vorherigen Kandidaten beschränkt es sich hier auf vier Bände, die allesamt nicht allzu dick sind, auch wenn das Schriftbild ab Band 3 etwas kleiner wird. Man ahnt ja schon, was das für Probleme mit sich bringt, genießen kann man die Bücher aber trotzdem. Sie bergen natürlich keine allzu neuen Informationen, wenn man sich bereits mehr oder minder eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. An dieser Stelle sollte man allerdings bedenken, dass auch diese Bücher für eine etwas jüngere Zielgruppe gedacht sind – und eine wunderbare Einführung bieten sie allemal, die nie allzu sehr ins Detail geht, aber auch nichts beschönigt oder gutredet, weil es den lieben Kleinen schaden könnte. Ernste Situationen kommen auch als solche daher, und davon gab es zu der damaligen Zeit so einige.

NeuauflageGestaltungBücher

balken Zu gewinnen gibt es dieses Mal nichts, aber ich würde mich trotzdem, wenn ihr für euren Favoriten im letzten Monat des Jahres stimmen würden! Der Gewinner wird wie immer am Tag nach Abstimmungsende bekannt gegeben.

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14 thoughts on “Miss Telephone Dezember 2012

  1. Von diesen Klippenland-Chroniken hab ich echt noch nie gehört, aber sie sehen schon so toll aus und gut anhören tun sie sich auch *.*
    Bin gerade mal wieder neidisch auf deine so gebraucht aussehenden Bücher :D Von der Sorte hab ich selbst eigentlich keine, sollte wohl mal mehr ReReads machen^^

    • Sie sind auch super. *-* Zwar für jüngere Leser, aber wen kümmert’s? xD Mittlerweile müssten die meisten auch als TBs raus sein.

      Oder du achtest demnächst gar nicht drauf, wie du sie behandelst, wie ich damals. xD Ich würd‘ zwar heute nicht mehr wollen, dass irgendein Buch von mir so aussieht, aber von den Ausgaben kann ich mich partout nicht trennen, auch wenn ich die meisten noch mal „ordentlich“ im Regal stehen habe.

      • ach egal, für welche Altergruppe die sind. DIe Spiderwick Bücher von Holly Black sind ja auch so und ich mochte sie.

        Ich glaub das ist mein Problem: ich selbst kann mit Büchern einfach nur gut umgehen, aber ich finds auch schön, wenn sie so gebraucht aussehen :D

      • Darren Shans Bücher sind offiziell ja auch für Jüngere, also was soll’s.

        Mittlerweile geht mir das genauso – ich kann aber mal ein paar Kunden bei uns deine Adresse geben, damit sie deine Bücher mal (an-)lesen, oder du machst selbst einen Streifzug durch einen Buchladen. Wie manche mit den Büchern umgehen, lässt mir regelmäßig die Haare zu Berge stehen. xD (Ehrlich, wenn mir ein Buch noch nicht gehört und ich nicht weiß, ob ich es überhaupt kaufe, knick ich doch nicht den Rücken?!)

  2. Wie schön, die Klippenland-Chroniken :-) Ich habe vor kurzem den 9 1/2-Band als Taschenbuch gekauft – bis zu diesem habe ich nach und nach alle Teile gelesen. Als Hardcover kommen die Illustrationen aber natürlich noch besser zur Geltung.

    Auch wenn die Geschichten für jüngere Leser sind, heben sie sich sehr angenehm von der Masse ab, finde ich – und sind in Anbetracht der Zielgruppe sogar ziemlich blutig ;-)

    • Jap, ganz unblutig sind die wirklich nicht – aber je nach Kind ist das ja genau das Richtige. :D Ich muss langsam auch mal weiterlesen … bzw. anfangen, die Bücher wiederzulesen. In all der Zeit gehen doch ziemlich viele Details verloren!

      • Oh, mir hätte das als Kind auch sehr gut gefallen! Allerdings habe ich die Bücher erst später entdeckt – durch eine Freundin, im Kinderbuchregal hätte ich sie nämlich übersehen.

        Ich muß im Gegenzug bei Darren Shan noch weiterlesen. Ich habe auch diese englischen Trilogy-Bände und bin noch am Anfang der „Vampire War Trilogy“.

      • Bei uns standen die gleich gar nicht im Kinderregal, wobei die Bibliothek zum Großteil eh nach Genre sortiert war – was in dem Fall mein Pech war, sonst wär ich vielleicht schon eher darauf aufmerksam geworden.

        Die „Vampire War Trilogy“ ist meine liebste. <3 Auch wenn sie zweifelsohne eine der gemeinsten ist, was aber bei Darren Shan allgemein nicht überraschend kommt. xD

  3. Darren! Darren! Darren!

    Allerdings muss ich jetzt beschämt zugeben, dass ich die anderen beiden Reihen überhaupt nicht kenne. :/ Aber die „Abby Lynn“-Bücher klingen interessant. Vor allem für mich als Australien-Fan. Sollte ich mal rein schnuppern.

Und ihr so?

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