Rezension | Zom-B Underground | Darren Shan

Zom-B Underground_300 Die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Reihe: Zom-B #2
Genre: Kinder-/Jugendbuch, Horror
Verlag: Simon and Schuster
ISBN: 978-0-857-07757-8
Preis: £9.99
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Format: Trade Paperback

Als B Smith das letzte Mal aufstand, war die Welt noch in Ordnung. Zwar gab es Berichte angeblicher Zombieangriffe in Irland, aber wer soll das schon ernst nehmen? Dass diese Einstellung fatale Folgen haben kann, musste auch B lernen, als die Schule, die der Teenager besucht, von Zombies überrannt wird.
Als B nun aufwacht, ist alles anders. Zombies sind real und Bs Vater hat sein Kind dazu gebracht Dinge zu tun, die es seinen Lebtag nicht mehr vergessen – oder sich vergeben – wird. Doch das ist längst nicht alles: B ist tot, doch wie der Himmel sieht der Ort, an dem sich B jetzt befindet, nicht gerade aus. Es ist ein Labor, in dem Zombies erforscht werden, und zwar mithilfe anderer Zombies, die ihren Verstand behalten haben. Einmal mehr muss sich B damit auseinandersetzen, was richtig und was falsch ist, denn die Zombies sind nicht ansatzweise die Monster, die man in ihnen sehen möchte. Zumindest nicht die größten, wie B feststellen muss …

Band 1 der Reihe beschäftigte sich eher weniger mit Zombies und mehr mit Rassismus – in Band 2 kommen beide Themen zusammen. Da die Zombies mittlerweile öffentlichkeitswirksam aufgetreten sind, wird man sie – auch thematisch – nicht mehr los. Aber was hat es mit ihnen auf sich? Woher kommen sie, wie funktionieren sie? Auf diese Fragen antwortet das Buch nur ansatzweise und wirft noch einen ganzen Haufen Fragen mehr auf, die sicher noch eine ganze Weile brauchen, ehe sie komplett aufgelöst werden.
So zum Beispiel sind nicht alle Zombies hirnlose Monster; einige behalten sich ihr Bewusstsein bei und haben nach wie vor ein Gewissen, ganz zu schweigen von den seltsamen Gestalten aus dem ersten Band, die die Zombies zu kontrollieren schienen. Es wird zumindest deutlich, dass da noch einiges dahintersteckt und noch viele Turbulenzen auf B warten.

Der Rassismus betrifft dieses Mal auch die angeblichen Monster. Der erste Gedanke ist, die Zombies einfach auszurotten und an ihnen zu experimentieren, wie man möchte. Warum sollte man auch Mitleid haben? Es sind Monster.
Was viele vergessen, ist aber, dass diese Leute bis vor kurzem noch normale Menschen mit einem Leben, mit Familie und Freunden waren, die jetzt vielleicht nicht mehr klar denken können, die aber nicht immer so waren und vor allem nichts dafür können. Das ist kein Argument dafür, sie einfach laufen zu lassen, denn dann würden sie mordend durch die Straßen ziehen. Darren Shan macht aber deutlich, dass selbst hier eine klare Grenze zwischen Gut und Böse nicht gezogen werden kann. Die Botschaft des Buches bleibt nach wie vor, dass man niemanden dafür verurteilen kann, was oder wer man ist.

Inhaltlich bleibt die Entwicklung dadurch zugegebenermaßen ein wenig auf der Strecke; wir erfahren nicht sehr viel mehr über die Geheimnisse, auch wenn einige Informationen zu den Zombies vorhanden sind.
Der Fokus liegt einmal mehr auf der Charakterentwicklung, die natürlich hauptsächlich B betrifft. War in Band 1 nicht ganz klar, ob der Einfluss des Vaters mittlerweile zu stark geworden ist, scheint B nun gelernt zu haben, dass dieser Mann nicht Recht hat. B übernimmt endlich Verantwortung, nicht nur für vergangene Taten, sondern auch für Dinge, die aktuell vor sich gehen und auf die der Teenager nicht zwangsläufig großen Einfluss hat. Es überraschenderweise unser kurzhaariger Rebell, der den Forschern ins Gewissen redet und ihnen vor Augen führt, wer sich hier wirklich wie Monster benimmt.
Andere Charaktere kommen dabei etwas kurz, andererseits bleiben die meisten von ihnen auch nicht unbedingt lang genug, um sie richtig kennenlernen zu können.

Langweilig wird es deswegen noch lange nicht. Allzu viele Seiten hat „Zom-B Underground“ ohnehin nicht, aber auch so ist es sehr kurzweilig, sodass das Buch an einem Nachmittag schnell gelesen ist. Der Autor schafft es ganz einfach, uns in eine unbekannte Situation zu werfen, dann aber, wenn wir uns zurechtfinden, weitere Unbekannte einzuführen und Fragen aufzuwerfen, auf die man die Antwort am liebsten gleich erhalten würde. Das Ergebnis ist jede Menge Spaß beim Lesen und das dringende Bedürfnis, gleich zum nächsten Band zu greifen – auch wenn ich persönlich bezweifle, dass wir danach befriedigter sein werden. Wäre doch gelacht, wenn Darren Shan nicht noch mehr einfallen würde, um uns im dritten Band weiter ärgern zu können. Der Mann ist alles andere als zimperlich, weder mit seinen Charakteren noch mit seinen Lesern.

04

„Zom-B Underground“ von Darren Shan mag nicht perfekt sein. Die Handlung geht kaum voran und die charakterliche Tiefe beschränkt sich allein auf B. Trotzdem wird eine Entwicklung deutlich, die Lust macht auf den nächsten Band. Auch so kann der zweite Band der Reihe wunderbar unterhalten, und mach Spaß, ohne trivial zu werden. Gut und Böse gibt es in diesen Büchern nicht – wenn ihr also danach sucht und trotzdem viel zu lachen haben wollt, dann bin ich ziemlich sicher, dass die „Zom-B“-Reihe ideal für euch ist!

Bisherige Rezensionen zur Reihe: Zom-B

Die Bücher erscheinen regulär als Hardcover, allerdings gibt es für Irland und Flughäfen großformatige Paperback-Ausgaben, die nur geringfügig billiger sind. Insgesamt sollen es 12 Bände werden, die alle drei Monate erscheinen. (Nach sechs Monaten wird jeweils das Taschenbuch herausgegeben.)

UK:

USA:

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3 thoughts on “Rezension | Zom-B Underground | Darren Shan

  1. Ich bin schon so gespannt wie es mit B weiter gehen wird, allerdings hab ich Teil 1 als Paperback und deswegen muss ich auch auf die anderen warten. Aber ich hab auch noch ‚Birth of a killer‘ auf meinem Sub, wenigstens ein Shan-Buch das mich ein bisschen über die Wartezeit hinweg trösten kann.

    • Musst du, glaube ich, nicht – das ist doch ein sehr großformatiges TB, oder? Das „richtige“ TB erscheint nämlich erst im März, aber für Irland und Flughäfen erscheint vorher immer schon ein Trade Paperback, das wir beide haben, denke ich. :) Den zweiten Band hab ich nämlich auch nur als PB daheim!
      Wobei ich hier fast empfehlen würde, vorher The Saga of Darren Shan zu lesen – die von Larten Crepsley ist ja die Vorgeschichte und man versteht sie auch ohne weiteres Wissen, aber bei manchem Buch liegt der Reiz eher darin, bekannte Charaktere wiederzutreffen. Nicht dass dich die Reihe nachher vergrault. xD (Wobei ich persönlich nur den 2. Band enttäuschend fand,)

  2. Pingback: Rezension | Zom-B Angels, Zom-B Baby | Darren Shan | Muh, das Telefonbuch

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