Rezension | Bittersüßer Verrat | Rachel Caine

Bittersüßer Verrat Die Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden.

Originaltitel: Fade Out
Reihe: Haus der Vampire (Morganville Vampires) #7
Genre: YA, Urban Fantasy
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-50218-2
Preis: 12,99€
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Format: Paperback

Eigentlich besteht ja Grund zur Hoffnung: Nachdem die Dinge sehr, sehr schlecht für Morganville standen, ist die Gefahr vorerst gebannt und es könnte sogar sein, dass sich die Situation für die Menschen vor Ort deutlich bessert. Alles in Ordnung also? Wohl kaum. Manche Menschen wollen die Gelegenheit nutzen, um sich an den Vampiren mit Gewalt zu rächen, und noch sind längst nicht alle Probleme beseitigt, die einst bestanden. Wie kann man bei einem Zusammentreffen von Menschen, Vampiren und Quasi-Geistern auch nur hoffen, dass alles harmonisch vonstattengeht? Auch privat hat Claire mal wieder mit einer kleinen Krise zu kämpfen, nämlich als Eve die charismatische Kim kennenlernt, welche nach und nach Claires Platz als beste Freundin einzunehmen droht.

Nach sechs Bänden einer Reihe weiß man ja eigentlich, was man erwarten sollte und „Bittersüßer Verrat“ erfüllt diese Erwartungen wieder vollkommen. Das fängt natürlich bei Rachel Caines locker-flockigen Schreibstil an, der nur selten durch unnötige Anglizismen in der Übersetzung negativ auffällt. (Den Begriff „Bro“ hab ich nämlich noch nie jemanden benutzen hören – außer bei „How I Met Your Mother“.)
Es ist also wie immer ein schnell weggelesenes Buch, das aber, im Gegensatz zu den Vorgängern, wieder weniger spannend ist. Immerhin herrscht momentan auch kein kleiner Krieg, sondern nur der ganz alltägliche Wahnsinn. Dass es deswegen nicht langweilig wird, zeigt sich eigentlich relativ schnell – mal abgesehen von der beste-Freundin-Problematik warten aufmüpfige Vampire, rachesüchtige Computergeister und noch etwas, mit dem ich so nicht gerechnet hatte, auf uns – wie sollte das nicht gut unterhalten können? Immerhin fällt wie immer alles auf Claire und ihre Freunde zurück; kommt halt davon, wenn man sich gegen Vampire zur Wehr zu setzen weiß. Am Ende sind noch immer genügend Probleme übrig, um auch für den nächsten Band mindestens genauso viel Spaß zu versprechen, nicht zuletzt weil Morganville einmal mehr Veränderung aufgezwungen wird. Dass dann alles passieren kann, sollten wir mittlerweile ja gelernt haben.

Charakterlich gibt es wenige Überraschungen; Shane und Claire sind „stabil“ wie immer, sowohl was sie selbst als auch ihre Beziehung angeht. Natürlich ist da mal der eine oder andere Zweifel, aber die beiden sind alles andere als perfekt, und anders wäre das auch eher unzufriedenstellend.
Ein wenig mehr kriselt es bei Michael und Eve, deren Beziehung beinahe von Anfang an unter einem schlechteren Stern stand, wobei ich das Verhalten der drei ihrem vampirischen Kumpel gegenüber manchmal ein wenig harsch finde. Er gibt sich ja Mühe, ist letzten Endes aber ein Vampir. Dass man sich an deren Macken gewöhnen kann, sollten sie gelernt zu haben, stattdessen verlangen sie von ihm, seine vampirischen Seiten beinahe vollkommen zu verdrängen – nicht fair in meinen Augen. Am meisten nervt aber – nicht nur in dieser Hinsicht – Eve. Bisweilen ist die Gute ziemlich cool drauf, die meiste Zeit aber neigt sie zum Hysterischen und sieht eher sich im Mittelpunkt. Das Resultat: Ihre Freunde werden vor den Kopf gestoßen. Da das nun seit mehreren Bänden hin und her geht, gebe ich an dieser Stelle einfach mal die Hoffnung auf, dass wir jemals wirkliche Freunde werden; es macht auch nichts, solange die anderen noch da sind und auch Charaktere wie Myrnin ihre Auftritte haben. (Außerdem ist sie ja nicht die größte Nervensäge; dieser Titel geht dieses Mal an Kim.)

Gibt’s sonst noch was zum Buch zu sagen? Nö. Es ist solide Rachel-Caine-Unterhaltung und wer damit bisher gut gefahren ist, wird das auch weiter tun. Mehr muss man dann eigentlich auch nicht wissen.

04

„Bittersüßer Verrat“ ist ein Buch der „Haus der Vampire“-Reihe wie viele anderen auch – das heißt gute Unterhaltung mit vielen Lachern und einer interessanten, wenn in diesem Fall auch nicht übermäßig spannenden Handlung, soliden Charakteren und Problemen im Übermaß. Wer bisher Spaß an der Reihe hatte, wird auch dieses Buch genießen können.

Bisherige Rezensionen zur Reihe: Verfolgt bis aufs Blut | Der letzte Kuss | Rendezvous mit einem Unbekannten | Ball der Versuchung | Der Nacht geweiht | Schwur für die Ewigkeit

„Haus der Vampire“ ist so eine kleine Endlosreihe, wobei mich das in diesem Fall herzlich wenig stört. Während in Amerika bereits Band 14 und 15 angekündigt sind, ist hierzulande erst einmal Band 9 auf den Markt gekommen. Und da ich zu faul bin, alle Cover rauszupicken, leite ich euch mal ganz dezent zur Reiheninfo weiter. ;)

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2 thoughts on “Rezension | Bittersüßer Verrat | Rachel Caine

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