Rezension | House Rules | Chloe Neill

House Rules

Reihe: Chicagoland Vampires #7
Genre: Urban Fantasy
Verlag: NAL
ISBN: 978-0-451-23710-1
Preis: $15.00
Erscheinungsdatum: Februar 2013
Format: Paperback

Nicht nur dass sich Cadogan mitten im Umbruch befindet, auch andere Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Zwei Rogues sind verschwunden, was aber sehr ungewöhnlich für die beiden ist – es muss vom Schlimmsten ausgegangen werden. Doch wer sollte es auf die Vampire abgesehen haben? Ein Name kommt Merit da sofort in den Sinn: MacKetrick, doch der scheint trotz allem nicht involviert zu sein.
Was folgt, ist erneut ein Kampf an vielen Fronten: Gegen diejenigen, die Jagd auf die vampirische Bevölkerung machen, gegen das Greenwich Presidium, das Cadogan ein für alle Mal zurechtweisen will, und natürlich läuft unter diesen Umständen auch privat nicht alles wunderbar – zumal Merit auch einiges zu verbergen hat.

Wie zu erwarten war, war „House Rules“ wieder ein bisschen politischer als sein Vorgänger und ging es spannungstechnisch wie so oft ein wenig langsamer an. Dabei lassen die Probleme wirklich nicht lange auf sich warten. Einige bestehen noch vom letzten Band, die nächsten stehen schon in den Startlöchern und im Laufe der Handlung werden es nur noch mehr. Und trotzdem waren die ersten hundert Seiten eher ruhig, und dann war auch schon bald die Hälfte des Buches rum. Aber keine Sorge, später wird noch für genügend Herzklopfen gesorgt, indem auch Komplikationen auftauchen, mit denen ich so schnell nicht gerechnet hatte – am Ende saß ich nervös und mit feuchten Händen da und musste unbedingt wissen, wie das Ganze aufgelöst wird, wenn es denn aufgelöst werden sollte. Man weiß ja nie.
Dafür wird am Ende alles ein bisschen plötzlich beziehungsweise auch schnell abgeklärt. Wenn es so rasch und irgendwie auch einfach geht, versteht man fast die Aufregung am Anfang nicht – aber auch nur fast. Zumal das Rätsel, das bis zum Schluss offen bleibt, dann leicht selbst zu lösen war; sobald der Text nicht mehr mit anderem „ablenkte“, kam ich auch schnell darauf, wer hinter allem steckt. Es ist also ein Mix aus Ruhigem, Spannendem und Vorhersehbaren; das macht es insgesamt immerhin okay.

Allerdings hat mir das Buch mal wieder klargemacht, dass Ethan und ich nie Freunde werden. Ich weiß, viele mögen ihn, mir ist er aber viel zu besitzergreifend und vor allem arrogant – hier benimmt er sich einmal mehr besonders idiotisch. Zwar hat er durchaus Grund für seinen Unmut, aber auch hier lässt er sich lieber von seinen verletzten Gefühlen leiten, als mal ruhig darüber nachzudenken und an eine richtige Entschuldigung verschwendet er scheinbar nicht einmal einen Gedanken. Da ist mir doch Merit viel lieber, die solche Situationen trotz aller verletzter Gefühle auch überdenken und ihnen entsprechend handeln kann. Da kommt es wohl nicht allzu überraschend, wenn ich bekenne, dass ich kein Freund ihrer Beziehung bin (wenn auch kein Gegner) – war ich aber nie. Wer es ist, darf sich auf ein bisschen Drama freuen.
Allerdings hätte ich mir seitens Merit manchmal mehr Vorsicht gewünscht, sie sollte doch mittlerweile wissen, dass gewisse Charaktere jede Chance nutzen, um ihr eins reinzuwürgen und inzwischen steht auch bei ihr einiges auf dem Spiel. Zum Glück war dies nicht besonders oft der Fall. Aber apropos andere Charaktere: Auch bei ihnen hätte ich mir gewünscht, dass sie hier ein bisschen präsenter sind, allerdings ist das auch meiner Sympathie den Charakteren gegenüber geschuldet. Ein bisschen mehr Mallory oder Jonah oder Gabe … ich hätte wirklich nichts dagegen gehabt. Was nicht ist, kann ja noch werden, meine Daumen sind also für den nächsten Band gedrückt.
Ein kleinen Bonus gibt es aber: Wir erfahren endlich, welche tierische Form Jeff annehmen kann. Wenn das mal nichts ist!

03_5

„House Rules“ schwankt ständig zwischen „okay“ und „gut“ – da gibt es wirklich spannende und mitnehmende Parts in der Geschichte, aber ab und an geht es auch ruhiger zu, ganz zu schweigen vom beinahe hastig wirkenden Ende. Ähnlich verhält es sich mit den Charakteren, wobei diese Beurteilung wirklich nur auf meinen persönlichen Vorlieben beruht – wer kein Fan von Ethan ist, wird mit ihm auch keinen Spaß haben und in „House Rules“ gleich gar nicht, da er sich nicht von seiner besten Seite zeigt. Das Buch ist trotzdem wie immer angenehm und spaßig zu lesen, nur lange nicht so gut wie sein Vorgänger.

Bisherige Rezensionen:
Some Girls Bite | Friday Night Bites | Twice Bitten | Hard Bitten | Drink Deep | Biting Cold

Die Reihe in den USA: Geplant sind bisher zehn Bände, der achte, „Biting Bad“, wird noch in diesem Jahr, im August, erscheinen. Band 9 wird den Titel „Wild Things“ tragen.

Biting Bad

Die Reihe in Deutschland:


Eiskalte Bisse

(Die britischen Cover sind zu hässlich, um sie hier zeigen zu können. Wer’s riskieren will, kann hier einen Blick wagen.)

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