Filmreview | Rubinrot

Kinostart: 14. März 2013
Länge: 122 Minuten
Genre: YA, Romanze
Drehbuch: Katharina Schöde (nach dem Roman von Kerstin Gier)
Regie: Felix Fuchssteiner
Hauptdarsteller: Maria Ehrich, Jannis Niewöhner

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An sich ist Gwendolyn eine 16-Jährige wie jede andere auch, zumindest ist es das, was sie denkt. Die, die besonders ist, ist ihre Cousine Charlotte, welche angeblich ein Gen geerbt hat, das sie zur Zeitreisenden macht. Verrückt, richtig? Dass dies vollkommen der Wahrheit entspricht, muss Gwen auf die ganz brutale Art erfahren, denn eines Tages ist es sie, die in der Zeit reist und nicht Charlotte. So richtig scheint das niemandem zu passen: Gwen würde gern ihr normales Leben weiterführen, Charlotte und ihre Mutter fühlen sich betrogen und der Geheimbund, der die Zeitreisenden losschickt, um Missionen zu erfüllen, hätte auch lieber jemanden, der sich jahrelang (unter ihrer Aufsicht) auf diese Aufgabe vorbereitet hat – so wie Charlotte und Gideon. Nun müssen alle das Beste aus der Situation machen, und für Gwen bedeutet das, dass sie hinter die Geheimnisse der Loge kommen muss, statt anstandlos jeden Befehl zu befolgen, sehr zum Unmut einiger.

Ich bin kein Filmreviewer, zumal ich von Filmen und Schauspielerei auch nur begrenzt Ahnung habe – ich mag einen Film oder auch nicht und Punkt. Da es aber nun mal „Rubinrot“ ist und ich damals auch schon einen Vergleich mit der englischen Ausgabe gemacht habe, warum kein kurzes Urteil zum Film? Ein bisschen was zu sagen gibt es nämlich, wenn auch nicht zu viel – will ja niemanden spoilern, und das kann selbst Lesern der Bücher hier passieren.

Denn obwohl es sich hier um eine Literaturverfilmung handelt, wurde so einiges vorgezogen, ausgetauscht, abgewandelt oder schlichtweg hinzugefügt – das ist nicht als negative Kritik gemeint. Ob Gwen den Grafen nun gleich trifft oder nicht, ist eigentlich vollkommen egal, und ansonsten wurde im filmischen „Rubinrot“ ein wenig mehr Wert auf Spannung gelegt. Machen wir uns nichts vor: Das Buch ist lediglich eine Einleitung, wenn auch eine höchst amüsante. Die Rätsel häufen sich reichlich an, doch zumindest Gwen kommt ihrer Lösung kein bisschen näher; das ist im Film ein wenig anders, wenn auch nicht komplett. Teilweise sind Elemente mit eingebunden, die erst im dritten Band Erwähnung finden. (Wer sich wegen der milden Spoiler Sorgen macht: Die Bücher lesen sich trotzdem super, selbst wenn man bereits alles weiß!) Eine kleine Ungereimtheit hat sich, für mich, aber eingeschlichen. Wie es scheint, kann man hier doch in seine eigene Lebenszeit zurückreisen – ob da noch ein spannender Handlungsstrang herauswächst?
Dank dieser Umstände ist die Romanze zwischen Gwen und Gideon ein wenig nachvollziehbarer, auch wenn sich der Herr trotzdem die eine oder andere Ohrfeige verdient hat (oder auch einen Tritt zwischen die Beine – aber den heb’ ich mir lieber für die werten Herren der Loge auf). Das hat mich doch angenehm überrascht.

Auch schauspielerisch bekam man mehr geboten, als ich zunächst erwartet hatte. Ich gebe zu, ich habe meine Erwartungen vorher ein wenig runtergeschraubt, weil es nun mal eine deutsche Produktion ist. Das ist diesen gegenüber vielleicht nicht fair, aber die wenigsten deutschen Filme, die ich gesehen habe, haben mich wirklich überzeugen können. Anders „Rubinrot“, das nur sehr selten etwas von der deutschen Steifheit zeigt, die mich so stört, und dann auch nur während der Logenszenen, wenn die alten Herren in ihren Kutten rumrennen. Das war immer ein bisschen lächerlich, aber nun ja; dieses ganze Geheimnisgetue ist das eigentlich auch.
Die Hauptdarsteller Maria Ehrich und Jannis Niewöhner bieten eine solide Leistung, die mich zu 98% überzeugt hat – auch wenn Jannis zugegebenermaßen nicht mal ansatzweise in die Richtung geht, wie ich mir Gideon vorgestellt habe, aber man kann schließlich nicht alles haben. ;) Beide verkörpern ihre Charaktere aber so, wie sie das Buch auch darstellt, was besonders bei Gwens Humor sehr erfreulich ist. (Frage nebenbei: War das Marias echte Augenfarbe? Teilweise wirkte es, als trüge sie Kontaktlinsen, dann aber wieder wirkten sie echt. Ich bin verwirrt!)
In mein Herz haben sich aber die Nebencharaktere gespielt, allen voran Jennifer Lotsi als Leslie, Katharina Thalbach als Tante Maddy (auch wenn es bei ihren Visionen klang, als würde sie ein bisschen sächseln, was für Lachkrämpfe meinerseits sorgte) und Justine del Corte als Madame Rossini; sie sind einfach diese Charaktere (Madame Rossini ist nur etwas schlanker) und so kurz ihre Auftritte sind, jede Sekunde lohnt sich. Kerstin Giers Cameoauftritt war auch sehr reizend, auch wenn sie nur entgeistert die Protagonisten anschaut. Aber hach, ich mag sie!
Auch bei der Ausstattung und den Kostümen hat man sich scheinbar wenig nehmen lassen, sodass das Ganze nicht nur für viele Lacher sorgt, sondern auch die Authentizität hat, auf die Madame Rossini einen solchen Wert legt.

Letztlich wagt der Film in vielerlei Hinsicht nichts Neues, zumindest nicht soweit ich das sehen kann. Er ist aber, ganz wie das Buch, wahnsinnig unterhaltsam, sodass ich beinahe versucht bin, ihn mir erneut anzusehen. Die DVD wird definitiv in mein Regal wandern und ich hoffe, dass „Rubinrot“ genügend einnimmt, damit sich eine Fortsetzung lohnt – die würde ich nämlich zu gern sehen! In der Zwischenzeit werde ich einfach meinem neuen Ohrwurm frönen:

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2 thoughts on “Filmreview | Rubinrot

  1. Na das klingt doch ganz gut! *freu* Ich werde mir den Film auch auf jeden Fall ansehen, aber erst nach Leipzig. Ist der kleine Wasserspeier eigentlich vorhanden?

    • Ja, nicht? :D Ich hatte echt nicht erwartet, dass es mir so gut gefällt! Xemerius ist leider noch nicht dabei, hatte ich auch gehofft, aber nein.

Und ihr so?

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