Reihe | The Parasol Protectorate | Gail Carriger

The Parasol Protectorate

Titel: Soulless | Changeless | Blameless | Heartless | Timeless
Genre: Urban Fantasy, Steampunk
Verlag: Orbit
ISBN: 978-0-316-05663-2 | 978-0-316-07414-8 | 978-0-316-07415-5 | 978-0-316-12719-6 | 978-0-316-12718-9
Preis: $7.99
Erscheinungsdatum: Oktober 2009 bis März 2012
Format: Mass Market Paperback

Goodreads Eigentlich wollte Alexia Tarabotti nur in Ruhe etwas essen, doch daraus wird nichts, als sich überraschend ein Vampir auf sie stürzt. Dumm für ihn, dass Alexia keine Seele besitzt und somit jede übernatürliche Fähigkeit annulliert, einschließlich der Fangzähne, mit der man ihr soeben noch in den Hals beißen wollte. Dumm für sie, dass besagter Vampir einige Verständnisprobleme diesbezüglich hat, sie erneut attackiert und eher versehentlich von ihr getötet wird. Als hätte sie nicht genug Probleme! Mit einem italienischen und toten Vater ist man in der Londoner Gesellschaft schon genug gestraft, erst recht wenn die Familie mit dem eigenen Intellekt nicht mithalten kann. Nun muss sie sich einmal mehr mit dem ungehobelten Lord Maccon herumschlagen, der bei solchen Ereignissen die Ermittlungen übernimmt. Noch weiß keiner, dass dieser scheinbar unwissende Vampir Zeichen für ein weitaus größeres Problem ist, das Übernatürliche jeder Art bedrohen könnte. Genauso wenig ist sich Alexia bewusst, dass sie fortan kein ruhiges Leben mehr führen kann, aber das wäre ja auch langweilig.

Eigentlich hatte ich Band 1 bereits rezensiert und eigentlich sollten die Rezensionen zu den Folgebänden auch einzeln folgen, aber schon nach „Soulless“ hätte ich am liebsten sofort weiter gelesen und nach „Changeless“ war dieses Gefühl nur noch schlimmer – was auch der Grund ist, weshalb ich nach wenigen Tagen zum dritten Band griff, dann zum vierten und fünften … und wenn die Bücher so dicht aufeinander gelesen werden, schreit das förmlich nach einer Reihenrezension!

Vieles, was schon für „Soulless“ galt, bleibt auch dem Rest der Reihe erhalten. So zum Beispiel lesen sich alle fünf Bände wunderbar „britisch“. In der früheren Rezension beschrieb ich den Schreibstil als gestochen, ohne dass er steif wäre; in den 1870ern redete man eben nicht, wie es einem passte, schon gar nicht als Dame von Stand, was Alexia trotz allem ist. Es gibt die Etiquette zu beachten, höflich muss es sein … andererseits kann unsere werte Miss Tarabotti auch furchtbar direkt und sarkastisch werden. Dieser Gegensatz macht einen der Reize der Bücher aus, und natürlich auch der Humor, der in die Texte eingearbeitet ist.

Spaß bereiten daher alle Bücher, auch wenn die Spannung meistens ein wenig auf sich warten lässt. Vom dritten und fünften Band einmal abgesehen, dauert es immer etwas, ehe die Ermittlungen sich zuspitzen, die anderen zwei Bücher scheinen dafür geradezu mit Informationen gespickt zu sei. Aber das macht nichts; wie gesagt: Unterhaltung findet man hier nicht zu knapp. „Schuld“ sind daran vor allem auch die Charakter, die zahlreich vertreten sind – neben Alexia Tarabotti mit ihrer spitzen Zunge und den erstaunlichen Fähigkeiten im Umgang mit Sonnenschirmen gibt es den reichlich besitzergreifenden, aber irgendwie auch mütterlichen Conall Maccon, andere Werwölfe mit ihren ganz eigenen Macken (und wenn’s der arme Professor Lyall ist, dessen Beta-Dasein wirklich nicht einfach ist!), den illustren und sehr vampirigen Lord Akeldama, der im Grunde über alles Bescheid weiß, die Erfinderin Madame Lefoux, die ihre ganz eigenen Ziele verfolgt und mehr an Alexia interessiert ist, als manchem lieb ist, meinen persönlichen Liebling Biffy, ein junger Dandy, dem nur wenig entgeht und so weiter und so fort … an Charakteren mangelt es den Büchern wirklich nicht und zumindest einige werden jedem ans Herz wachsen. Selbst wenn nicht: Mit ihrem Miteinander halten sie nicht nur den Leser, sondern auch einander auf Trab und man sollte ganz gewiss nicht denken, dass man irgendwann alles über sie weiß. Einige von ihnen leben schon seit Jahrhunderten und auch die Menschen haben so einige Geheimnisse angesammelt, die dem einen oder anderen im Laufe der Handlung zum Verhängnis werden könnten – Langeweile? Fehlanzeige.

Während die Handlung voranschreitet – die Bücher sind übrigens mehr oder minder in sich abgeschlossen, bauen aber stark aufeinander auf; eine wirklich große „Überhandlung“ im Hintergrund gibt es aber nicht –, lernen wir die Charaktere weiter kennen; manche wachsen weiter ans Herz, manche enttäuschen oder überraschen, so dass schon in dieser Hinsicht die Handlung nie zum Stillstand kommt.
Mit der Zeit steigt auch ein wenig das Steampunklevel, was heißen soll: Die Technik nimmt mit der Zeit eine immer größere Rolle ein, auch wenn dieser Aspekt der Bücher nie ernsthaft überwiegt. Trotzdem ist er in den späteren Büchern deutlich prominenter als im ersten Band, der, in gewisser Hinsicht, deutlich unschuldiger ist als seine Nachfolger. (Auch wenn es bereits diverse „unzüchtige“ Szenen gibt …)

Letztlich ist keines der Bücher wirklich perfekt. In Band 1 konnte ich mich mit Conall nicht recht anfreunden, und diese Meinung konnte auch der zweite Band (noch) nicht ändern. Außerdem lässt die Spannung bei den meisten Büchern wirklich auf sich warten, und auch wenn ich mich nicht gelangweilt habe, schade war es trotzdem. Bei Band 3 hatte ich schon die Hoffnung, dass dieser Band dieses Mal richtig klasse wird, nur damit mir das Ende diesen Eindruck verderben konnte – wenn ich etwas nicht mag, dann sind es leichtfertige Entscheidungen, die der Situation nicht angemessen sind; so eine folgte sogleich auch in Band 4, auch wenn es dort weniger schwerwiegender Natur war. Selbst der letzte Band, der wirklich richtig spannend und witzig und herzzerreißend ist – die Bücher sind nämlich nicht nur lustig, bisweilen werden sie geradezu tragisch; mein kleines Herz weint immer noch ein bisschen –, konnte mich nicht vollständig überzeugen. Es gibt nämlich einige Fragen, die nicht 100%ig beantwortet werden, auch wenn man sich einiges denken kann. Ein wenig Hoffnung bleibt auch für die kommende Reihe: „The Parasol Protectorate Abroad“. Dass da noch einiges beantwortet wird, ist zumindest nicht unwahrscheinlich.

04

„The Parasol Protectorate“ ist alles andere als perfekt. Viele Bücher brauchen einige Zeit, ehe sie wirklich spannend werden und nicht jede Entscheidung der Charaktere erschien mir wirklich passend; abgesehen davon erwarten den Leser witzige Abenteuer mit einer Prise Steampunk und eine noch witzigere Protagonistin. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr wird auch über die Charaktere enthüllt, und da gibt es wirklich einiges zu entdecken. Man sollte also wenigstens ein bisschen Herzschmerz erwarten, denn der wird ohne Zweifel kommen. Aber keine Sorge: Es gibt immer noch genug zu lachen.

Bisherige Rezensionen: 1. Band der Mangaadaption, Soulless, Band 1 des Prequels, Etiquette & Espionage

Da nicht jeder ein solches Herz für Mass Market Paperbacks hat wie ich: Das Buch gibt es auch noch in normalem Paperback-Format sowie auch als Hardcover. Da steht zwar, dass dieses Format nur für Büchereien und Schulen sei, aber bestellen kann man’s scheinbar auch so.

In Deutschland ist die Reihe mittlerweile auch komplett erschienen, selbstverständlich mit vollkommen bekloppten Titeln: „Glühende Dunkelheit“, „Brennende Finsternis“, „Entflammte Nacht“, „Feurige Schatten“ und „Sengendes Zwielicht“; nichtssagender geht’s ja wohl nicht.
Außerdem wurde das Ganze mittlerweile als Manga adaptiert bzw. erscheint diesen September der dritte Band. Seit März gibt es den ersten Band auch bei Carlsen auf Deutsch. (Ein Klick auf die Bilder führt euch zur entsprechenden Verlagsseite mit allen Bänden.)

Soulless_dtsoulless_manga

Das war es allerdings noch nicht ganz. Es startete bereits ein Prequel, das 22 Jahre früher in der gleichen Welt spielt, aber die 14-jährige Sophronia Temminnick als Heldin präsentiert, die sich an einer Schule wiederfindet, die sie nicht nur zur Lady, sondern auch zur Spionin und tödlichen Waffe erziehen soll. Dem Alter entsprechend handelt es sich hierbei, bei Finishing School, mehr um eine YA-Reihe.
Ende dieses Jahres oder Anfang nächstes Jahres, ich hab da ein bisschen den Überblick verloren, 2015 (danke, Crini!) startet außerdem The Parasol Protectorate Abroad, ein Sequel zur ursprünglichen Reihe.

Advertisements

7 thoughts on “Reihe | The Parasol Protectorate | Gail Carriger

  1. Die Parasole Protectorate Abroad kommt sogar erst 2015 *klugscheißer*
    Sie hat zwar den ersten Band schon fertig gehabt, aber sie findet ihn selbst total schlecht und fängt 2014 an, den nochmal komplett neu zu schreiben. Scheinbar kam sie nicht damit klar, zwei Reihen gleichzeitig zu schreiben und will deshalb erstmal die YA Reihe fertig schreiben und sich dann wieder damit beschäftigen.

  2. Ach Mensch, es kann doch echt nicht sein, dass mir die Reihe als Einzige nicht gefällt. Da müssen bald mal die deutschen Ausgaben her und ich versuchs nochmal!

  3. Ach, so eine schöne Reihenrezi. Mir persönlich haben ja Band 1, 3 und 4 besonders gut gefallen. In Band 2 hat es mir das Ende verhagelt und in Band 5 war es mir zum Ende hin zu gehetzt und ‚den Betrug‘ von AF habe ich auch nicht so einfach verwinden können.
    Doch es ging mir wie dir – nachdem ich mit Teil 2 angefangen hatte, musste ich einfach immer weiter und weiter lesen. Hätte auch gerne die PP-Abroad-Bücher gleich dran gehängt, weil ich die Fähigkeiten dieser Heldin jetzt schon so vielversprechend finde:). Aber wenn Sophronia ab November weiter die Bühne betritt, wird das ganz sicher auch wieder sehr sehr lustig.
    Meine Lieblinge sind Biffy und Prof. Lyall gewesen, mit etwas Abstand auch noch Lord Akeldama – so wunderbare Charaktere.
    Sehr angenehm fand ich noch, dass Etiquette und Höflichkeit so eine große Rolle spielen, Liebe jeder Art und Form aber ganz natürlich ist und für weit weniger Wirbel sorgen, als beispielsweise sichtbare Frauenknöchel^^. Toleranz an der richtigen Stelle macht mich immer froh:D.

    • Irgendwie schein ich ein bisschen allein mit der Meinung zu sein, dass das Ende vom zweiten Band cool ist. :D Also, Conalls Verhalten war furchtbar, aber das bisschen Extradrama hat mir gefallen – das Ende von Band 3 gefiel mir da weniger.
      Biffy und Randy … äh, Dolly, nein, Randolph waren wirklich toll. <3 Ich hoffe ja, dass sie bei der späteren Reihe wieder mit von der Partie sind, ein bisschen was, das die beiden betrifft, würde da ja mit reinpassen. ;)
      Dito. <3

  4. Pingback: Goodbye 2013 | Neues aus diesem Jahr | Muh, das Telefonbuch

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s