Rezension | The Nightmare Affair | Mindee Arnett

The Nightmare Affair

Reihe: The Arkwell Academy #1
Genre: YA, Fantasy
Verlag: Tor Teen
ISBN: 978-0-765-33333-9
Preis: $17.99
Erscheinungsdatum: März 2013
Format: Hardcover

Dusty Everhart ist ein Alptraum – wortwörtlich. Zugegeben, sie ist nur zur Hälfte einer, da ihr Vater ein ganz normaler Mensch ist, aber trotzdem ist sie zu einem gewissen Grad fähig, Magie zu nutzen und muss sich an den Träumen anderer Menschen laben; das hat zur Folge, dass sie regelmäßig in fremde Schlafzimmer einbricht, sich auf die Brust ihrer Opfer setzt und in deren Träume eindringt. Und ja, es ist genauso seltsam und unangenehm, wie es klingt.
Als sie aber in Elijah Bookers Traum eindringt, ist nichts wie sonst immer: Der Traum ist zu real und besonders erschreckend, weil Eli von einer Mitschülerin Dustys träumt, die hier allerdings tot ist. Das allein ist schlimm genug, aber die Situation verschlechtert sich zusehends, als eben jene Mitschülerin tatsächlich ermordet aufgefunden wird. Nun liegt es an Dusty und Elijah herauszufinden, wer so etwas tun würde und warum – vor allem aber, wann es wieder geschehen wird.

Ich geb’s zu: Hätte Marissa Meyer das Buch nicht empfohlen, wäre ich vermutlich nie darauf aufmerksam geworden. So aber wanderte es auf die Wunschliste und später in den Warenkorb, man gönnt sich ja schließlich sonst nichts. Bereut habe ich das nicht, auch wenn „The Nightmare Affair“ nicht ganz das war, was ich mir ursprünglich vorgestellt hatte – andererseits basierten diese Vorstellungen darauf, was Marissa Meyer schreibt und wenn ein Autor dem anderen gleichen würde, dann wäre es schnell sehr langweilig.
Was ihr also von Mindee Arnetts Buch erwarten könnt, ist folgendes: jede Menge Neckereien (das klingt jetzt kindlicher als es ist), Humor und ja, auch ein paar Leichen.

Wer perfekt ausgearbeitete Charaktere sucht, ist hier vermutlich falsch. Dusty, die sehr zu ihrem Verdruss eigentlich Destiny heißt, mag eine sympathische Protagonistin sein, mit der man gut mitlachen und –fiebern kann und deren Humor sich wunderbar im Text widerspiegelt. Alle anderen Charaktere lernt man höchstens ansatzweise kennen. Einige von ihnen sind durchaus klischeehaft, zumindest was die Grundcharakterisierungen angeht: Katarina ist beispielsweise die Oberzicke, die Dusty gern das Leben zur Hölle macht; andererseits ist sie durch Dusty auch stark verunsichert und ist ihr unter anderem deswegen wenig wohlgesinnt. Wichtige Informationen wie diese erfahren wir meist nur, weil ein Charakter uns darauf hinweist – Selene, die genau wie Katarina eine Sirene ist, weiß besser über sie Bescheid als Dusty und uns wird sie, wie andere Charaktere auch, nie richtig vorgestellt, so dass wir es selbst begreifen könnten. Dennoch: Mein Interesse an den Charakteren ist geweckt und was nicht ist, kann immer noch werden.

Ich hatte meinen Spaß mit den Charakteren, zumindest mit dem, was da ist – und auch wenn Mindee Arnett das altbekannte Liebesdreieck einbaut, so hat es mich hier nicht gestört. Die Protagonistin ist nicht wie sonst zwischen zwei Herren hin und her gerissen und kann sich für keinen entscheiden; stattdessen lernt sie den einen kennen und verliebt sich ein bisschen, probiert eine Beziehung mit ihm aus, wie man das eben macht – deswegen kann man trotzdem andere Jungs attraktiv finden, was hier der Fall ist. Deswegen hat sie noch lange nicht vor, sich auf etwas mit ihm einzulassen, und erst nach und nach bemerkt sie, dass man einander vielleicht doch etwas mehr mag. Erst mal als Freunde, ob da auch mehr ist? Wird sich zeigen. Hier gibt es keine überstürzten Liebeschwüre und unnötiges Drama, weil zwei Herren ein- und dasselbe Mädchen mögen, so dass ich absolut nichts gegen die kleinen Kabbeleien der Jungs einzuwenden hatte und für beide ein bisschen mitschwärmen konnte.

Der beste Part des Buches ist aber die Geschichte und die Welt an sich. Magische Wesen leben vor den normalen Menschen verborgen und werden in geheimen Schulen unterrichtet; ja, das klingt ein bisschen nach Hogwarts, aber die erste Internatsgeschichte war auch das nicht, und am Ende bleibt immer die Frage, was letztlich bei rauskommt. Hier haben wir zig verschiedene Arten: Wesen, die ihre Kraft aus der Natur, sich selbst oder anderen ziehen; da gibt es Feen, Meerjungfrauen, Sirenen, Zauberer, Hexen, Dämonen gewissermaßen … und natürlich Alpträume, auch wenn die eher selten sind. Es hat Spaß gemacht, einige dieser Arten mit ihren Eigenheiten kennenzulernen, ganz besonders trifft das aber auf Dusty zu, die in den Träumen anderer einige ziemlich coole Dinge vollbringen kann. Das und die Ermittlungen haben letzten Endes auch für ordentlich Spannung gesorgt und mich die ganze Zeit über miträtseln lassen; gänzlich unvorhersehbar war die Auflösung nicht, aber ich wusste vorher nie, wie es konkret enden wird. Das Ergebnis ist erfreulich: Ich hab richtig Lust, sofort weiterzulesen.

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Allzu viel Tiefe sollte man von Mindee Arnetts „The Nightmare Affair“ nicht erwarten, aber wer etwas Leichtes für zwischendurch sucht, das spannend und lustig zugleich ist, darf hier gerne zugreifen. Es macht schlichtweg Spaß, in diese spezielle magische Welt einzutauchen; wer hätte gedacht, dass man einen Alptraum so ins Herz schließen kann?

Der zweite Band der Reihe wird „The Nightmare Dilemma“ heißen und voraussichtlich 2014 erscheinen.

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8 thoughts on “Rezension | The Nightmare Affair | Mindee Arnett

  1. Da merke ich mir doch gleich mal deine Rezi zum Lesen vor. Muss aber erst selbst noch meine zum Buch schreiben und will das schön unbeeinflusst machen^^
    Bin gespannt.
    LG Nia

  2. Danke dir Shiku für den ausführlichen Einblick! Ich hatte mir schon überlegt das Buch vorzubestellen, hab dann aber gezögert. So wie du es beschreibst, hört es sich unterhaltsam an, scheint aber nicht besonders tiefgehend zu sein. Ich glaube es bleibt erst einmal auf dem Wunschzettel ;P

    • Gern geschehen! Das Buch ist wirklich eher was für einen Zeitpunkt, zu dem man richtig Lust auf sowas hat. Wer weiß, vielleicht darf’s ja doch bald zu dir ins Regal. :D

  3. Danke für die Rezi :-) Das Buch habe ich schon seit einer Weile auf der Wunschliste, bin mir aber noch nicht sicher, ob sich der Hardcover-Kauf lohnt, daher sind erste Meinungen sehr hilfreich – und was du schreibst, klingt doch schon mal ziemlich gut.

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