Rezension | The End Games | T. Michael Martin

The End Games

Genre: YA, Postapokalypse
Verlag: Balzer + Bray
ISBN: 978-0-062-20180-5
Preis: $17.99
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Format: Hardcover

Michael kennt nur ein Ziel: Das Spiel beenden, damit sein Bruder Patrick und er in die Sicherheitszone und ihre Mutter suchen können. Diese Zone ist allerdings noch weit entfernt und in der Zwischenzeit sind die Zombies nur allzu bereit, ihnen den Garaus zu machen. Bisher sind sie gut durchgekommen, weil sie sich an die Regeln gehalten haben, doch für andere gilt das nicht unbedingt – Michael hat seinem Bruder nicht ganz die Wahrheit erzählt, und es stehen nicht nur für den Kleinen einige Überraschungen bereit.

„The End Games“ war nicht ganz das, was ich erwartet habe. Sowohl Titel als auch Kurzbeschreibung wiesen auf ein tatsächliches (wenn auch sehr perverses) Spiel hin, welches auch der Aspekt war, auf den ich mich – neben der Beziehung der Brüder – am meisten gefreut habe. Natürlich klingt das etwas seltsam, wenn da jemand direkt nach der Apokalypse eine Kinderversion von SAW startet, aber warum nicht? Auf die Erklärung kommt’s an.
Es stellt sich aber sehr schnell heraus, dass das alles ein bisschen anders läuft. Man wird es relativ schnell ahnen können, allerdings spielt das Spiel danach noch immer keine kleine Rolle – nur eben eine andere als erwartet.

Was die Brüder angeht, bekam ich auch nicht ganz, was ich wollte. Zwar stehen Michael und Patrick im Mittelpunkt, aber dabei bleibt es nicht. Wir erfahren durchaus mehr von ihrer Vergangenheit, die vieles in der Gegenwart zu erklären vermag; und genauso habe ich Michael und Patrick (auch wenn mich der kleine Kerl nicht selten vor den Kopf gestoßen hat) ins Herz geschlossen. So intensiv wie erhofft wird die Zeit mit ihnen aber nicht, denn später tauchen auch andere Charaktere auf – Mist verdammter.
Ich bin nicht direkt unzufrieden mit dem Verlauf der weiteren Handlung, und das Ende finde ich klasse. Dazwischen passieren aber einige Dinge, die nur zum Teil vorhersehbar, letzten Endes aber doch irgendwie klischeehaft sind. Das betrifft aber nur die Charaktere, die selbst aber nicht klischeehaft charakterisiert sind, und die Romanze, die mir mal wieder vollkommen egal war. (Die hätte man ehrlich weglassen können, eine beginnende Freundschaft hätte hier vollkommen gereicht, an der Geschichte hätte sich nichts geändert. Aber natürlich muss man sich in das einzige Mädchen verlieben …)

Handlungstechnisch habe ich (fast) nichts zu meckern – die Sache mit dem Spiel hab ich ja schon erwähnt. Abgesehen davon ist das Buch fast durchgehend spannend, besonders das Ende, und das liegt zum Teil an den Überraschungen, die sich der Autor hat einfallen lassen. Was am Anfang einfach scheint, ist letztlich doch etwas komplexer, auch wenn die genaue Herkunft der Zombies nie zur Gänze geklärt wird. Da gibt es einige Punkte, die „sind halt so“, das macht hier aber nichts.
Zum anderen liegt es aber auch am Schreibstil des Autors, der vielmehr – wortwörtlich – der Erzählstil des Charakters ist. In der Theorie mag das immer so sein, in der Praxis ist das aber mal mehr und mal weniger gekonnt. Mr. Martin hat es mehr gekonnt. Das Buch klingt, als würde Michael uns alles erzählen –ein bisschen salopp, immer wieder mit kursiven Einschüben, die seine Gedanken wiedergeben. Diese Parts konnten unter Umständen ein bisschen anstrengend zu lesen sein (der Kerl denkt viel nach), aber zu oft war das nicht der Fall.

Letztlich hat man am Ende trotzdem eine Geschichte zweier Brüder – vor allem die Geschichte davon, wie der eine dafür kämpft, dem anderen ein Leben zu ermöglichen. Die Methoden mögen nicht jedem gefallen und manchmal habe auch ich über Michael den Kopf geschüttelt, aber das macht ihn eigentlich nur realistischer. Wer Großes versucht, kann auch groß scheitern – aber ob das hier passiert, dürft ihr schon selber nachlesen.

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„The End Games“ ist anders als erwartet und das wirkt sich nicht unbedingt positiv auf das Buch aus. Trotzdem erwartet euch hier die spannende Geschichte eines Bruders, der viel zu früh Verantwortung übernehmen musste – Zeitverschwendung ist das Buch keineswegs, aber auch nicht das beste, das ihr in dieser Richtung lesen könnt.

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5 thoughts on “Rezension | The End Games | T. Michael Martin

  1. Kann ich nur unterschreiben. Mir gefiel es auch nicht so, dass das Buch relativ früh in eine ganz andere Richtung ging, als ich erwartet hatte. Irgendwie hatte ich mich auf die Idee eingeschossen. Und die Liebesgeschichte fand ich auch einfach nur blöd. Wäre auch wunderbar ohne gegangen.
    Insgesamt fand ich, hatte das Buch jetzt wenig, was nicht schon andere Bücher mal gehabt haben. Etwas schade. Aber das Cover ist echt genial ^^

    • Ich auch – aber was anderes hätte man auch schlecht erwarten können, wenn auch nichts anderes angedeutet wird, oder? Was auch immer man sich in der Werbeabteilung dabei gedacht hat …
      Nichts gegen die junge Dame, aber es wäre echt schön gewesen, wenn einer der anderen ihren Platz eingenommen hätte (nicht als love interest xD). Jeder Schritt weg vom Klischee ist ein guter Schritt.
      Ja! :D Deswegen bleibt’s bei mir wohl auch im Regal … das kann schicke Bücher immer vertragen.

  2. Pingback: Juni 2013 | Muh, das Telefonbuch

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