Montagsfrage | Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

montagsfrage

Eine wöchentliche Aktion von Paperthin.
Inspiriert von Yvonnes Artikel »Dinge, die ich nicht mehr lesen kann« möchte ich heute von dir wissen, worauf du in Büchern verzichten kannst. Was geht dir beim Lesen total auf die Nerven? Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

Ich hab mich ja erst kürzlich über unnötige Romanzen ausgelassen und meine Meinung diesbezüglich auch nicht geändert. Man kann das „unnötig“ eigentlich auch durch „schlecht gemacht“ ersetzen und dann trifft das auf alles zu: Schlecht gemachte Welten, Plots, Liebesdreiecke, Romanzen, ein schlechter Schreibstil … macht’s gut und ich freu mich über alles davon, oder gebe dem zumindest eine Chance. Gut gemacht heißt ja nicht, dass es mir auch gefällt. (Ja, all ihr, die Moira Youngs Schreibstil verschreit, ich akzeptiere eure Meinung, aber weine bitterlich darüber. T-T)

Ansonsten … gibt’s gar nicht so viele Dinge, die ich nicht mehr lesen kann, sondern vielmehr, die ich gerne seltener hätte – und im Umkehrschluss solche, die meinetwegen gerne öfter vorkommen könnten. People of Colour zum Beispiel. Bi-, homo-, trans-, pan- oder asexuelle Charaktere auch. (Vor allem asexuelle – wenn ihr ein solches Buch kennt, sagt’s mir!) Jetzt mal ernsthaft: Wir sind nicht ALLE weiß und heterosexuell, die meisten Protagonisten aber irgendwie schon.

Was allerdings gar nicht geht, sind sexistische und rassistische Botschaften aller Art. Klar brauchen Mädels mal Hilfe, Jungs aber genauso und bei der nächsten Protagonistin, die nur existiert, um vom „Prinzen“ gerettet zu werden, schwöre ich euch, zerreiss ich das Buch in Stücke. Egal was die Buchpolizei danach mit mir macht. (Okay, außer das Buch ist geliehen. Dann frag ich vorher um Erlaubnis.)
Solche Botschaften braucht niemand, ob das nun das Geschlecht der Personen betrifft oder ihre sexuellen Vorlieben oder einfach nur die Herkunft – ihre eigene, die ihrer Eltern oder anderer Generationen vor ihnen – oder eben überhaupt irgendwas, für das diese Personen nichts können. Wir sind, wie wir sind, Punkt. Ich bin manchmal fassungslos, das sowas echt noch publiziert werden kann, aber dann fällt mir ein, wo wir leben. Deswegen wird es solche Bücher vermutlich noch oft geben und meistens ist es ja so, dass man dieses Ar-… den Autor und die ganze Bagage bereits mit Geld unterstützt hat, ehe man merkt, was für einen Schrott man hier erworben hat. Da bleibt nur der Verriss und eine dicke fette Warnung an andere Leser – und die Hoffnung, dass die, die das Buch trotzdem unterstützen werden, in der Minderheit bleiben.

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16 thoughts on “Montagsfrage | Welche Dinge kannst du nicht mehr lesen?

  1. Im YA Bereich gibt es doch mittlerweile einige Bücher mit homosexuellen Figuren. Zumindest in Englisch, im deutschen fallen mir da allerdings auch weniger ein. Komisch ist das schon, dass Bücher wie z.B. die von J.H. Trumble nicht übersetzt werden.

    Bücher mit farbigen Protas oder asiatischem Aussehen gibt es aber tatsächlich sehr selten. Echt schade, wenn sie gut recherchiert sind, wären die Bücher ja alleine wegen dem kulturellen Hintergrund schon sehr interessant.

    Moah, die Reihe von Moira Young müsste ich auch endlich mal anfangen. Damals wollte ich unbedingt diese fancy englische Broschur haben (zu der der Nachfolger natürlich gar nicht passt-.-) und jetzt steht das Buch bestimmt schon fast 2 Jahre im Regal…

    • Einige gibt’s, ja, aber es könnten weitaus mehr sein – vor allem was andere Sexualitäten angeht. Ein bisexueller Charakter ist mir z.B. noch nie über den Weg gelaufen, dabei dürfte das doch gerade im Contemporarybereich ein wahnsinnig spannendes Buch geben – ist ja auch nicht so, als könne sich niemand damit identifizieren. Frag mich nur, ob es da von Autorenseite an „Mut“ mangelt oder ob die Verlage sich da querstellen. :/ Aber Deutschland muss in der Hinsicht eh noch einen weiten Weg gehen, hab ich das Gefühl. v-v Mir will spontan auch nur die Adrian-Mayfield-Reihe einfallen und dieses eine Buch letztens von Carlsen – da auch endlich mal eine lesbische Protagonistin! … auch wenn man da sicherlich noch mehr findet, wenn man genauer nachforscht und vor allem auch mal kleinere Verlage anguckt. (Dann vielleicht allerdings mehr im Adultbereich?)
      Ist jedenfalls wirklich nicht so, dass es gar nichts gäbe, aber es scheint mir noch lange nicht genug zu sein.

      Wobei ich auch Leute verstehe, die sagen, sie wollen nicht, dass Weiße – die diese Erfahrungen nie selbst gemacht haben – Bücher sozusagen über sie schreiben. Ich denke zwar nicht, dass so ein Buch dann zwangsläufig schlecht sein muss, aber das Konfliktpotential ist definitiv da. Auch hier wieder die Frage – woran liegt’s? Gibt es nicht genügend Autoren oder werden sie einfach nicht verlegt, aus welchem Grund auch immer?

      Ist echt schade, dass sie dieses Coverdesign nicht beibehalten haben – aber die neuen find ich auch nicht sooo schlecht. Hätte schlimmer kommen können.
      Wird aber echt mal Zeit, dass du dir das Buch ansiehst! :D Ich bin zwar ein bisschen voreingenommen und es gab natürlich Gegenmeinungen, die nicht auf der Sprache basieren … aber es ist nun mal cool. Meiner Meinung nach. xD

  2. Kann ich nur zustimmen. Finde es manchmal aber auch etwas störend, dass es überhaupt dauernd um Liebe geht, bzw. das meistens doch irgendwie gut ausgeht. Es wäre eben auch mal schön, Bücher zu haben, in denen sich die Hauptfigur nicht verliebt, sondern das einfach weggelassen wird. Vielleicht habe ich da einen falschen Eindruck, aber es gibt ja auch Lebensphasen, in denen so etwas einfach nicht passiert und trotzdem Tolles passieren kann?

    Was die trans-, bi-, a- und homosexuellen angeht: Her damit. Ich dumpe jetzt aber auch einfach mal ein paar Titel auf dich, die mir da so auf Anhieb einfallen.
    „Cameron Post“ hast du ja schon (da kommt übrigens auch ein trans-/bisexueller Charakter drin vor, wenn ich mich richtig erinnere). Bei David Levithan ist meistens was dabei. Julie Anne Peters schreibt in der Richtung (auch wenn ich von ihr noch nichts gelesen habe), „Aristotle and Dante Discover The Secrets of the Universe“ (glaube ich zumindest, habe ich auch noch nicht gelesen).
    Deutsches Buch: „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel ist da glaub ich das Vorzeigebuch. Mir hat das Buch wunderbar gefallen, manch einer hat aber Probleme mit dem langsamen Voranschreiten der Geschichte und den vielen Rückblicken.

    • Ich glaub nicht, dass du da einen falschen Eindruck hast. Ansonsten wär’s auch ein bisschen bitter für all die Menschen, die noch nie richtig verliebt waren. xD

      Oh, wirklich? *-* Dann les ich das Buch lieber nach der Prüfungszeit, damit ich mich voll drauf konzentrieren kann … oder vielleicht auch nicht, mal sehen.
      Und danke für die anderen Titel! Bei David Levithan hatte ich mir nur mal „Boy Meets Boy“ notiert (nur nicht bei GR …) und einer der Will Graysons war doch auch schwul, oder? Aber wenn immer was dabei ist … :D
      Ich hatte mir vor einer Weile auch zwei Titel notiert: „Die Tage der Bluegrass-Liebe“ und „Die langen Nächte der Stille“.

      Jetzt muss das nur auch mal im Fantasybereich etwas präsenter werden … ich und Contemporary eben. xD

      • Gut. Ach, man soll ja nicht so Induktionsschlüsse ziehen und vom Besonderen aufs Allgemeine schließen, deshalb wollte ich das mal vorsichtig formulieren xD

        Jaa, Konzentration benötigt das wirklich. Es ist ein bisschen, wie ein heißer, fauler Sommertag – etwas zäh, aber nicht im negativen Sinne. Hab auch etwas länger dafür gebraucht, also lieber schön Zeit nehmen :)
        „Boy Meets Boy“ fand ich ganz cool; da wird eigentlich nur Positives dargestellt – fand ich anfangs etwas komisch, aber irgendwie hat es auch etwas, wenn mal eben nicht die negativen Seiten (die ja eigentlich vor allem von außen kommen, von so Idioten die das nicht akzeptieren wollen) betont werden.
        Genau, bei den Will Graysons ist auch einer dabei. Bei „Naomi’s and Ely’s No Kiss List“ ist auch eine der Hauptfiguren schwul. Ansonsten ist immer mindestens eine Nebenfigur homosexuell, also irgendwas in der Richtung begegnet einem da immer :)
        Mmh die kenne ich noch gar nicht, muss ich mal gucken.

        Ja, im Fantasybereich wäre sowas echt mal interessant, da fällt mir jetzt auch nicht so schnell was ein :(

      • Kann auch sein, dass das nur eine Minderheit ist, aber deswegen muss man die ja nicht ignorieren. :D (Was perfekt zum Thema passt, irgendwie. xD)

        Ich les gerade erst mal „Confessions of an Almost-Girlfriend“ und danach … alternativ „Pure“, aber für das will ich mir auch Zeit nehmen. xD Oder ich fang einfach mal kein Buch an … oder versuche das zumindest. o-o
        Klingt gut! :D Letzten Endes sollen Beziehungen – in der Theorie – ja auch positiv sein. xD
        Das hat auch so ein wunderbar quietschiges Cover. *-* Hatte es damals nur ignoriert, weil’s Contemporary ist … *hust* Und Rachel Cohn macht da nichts zunichte? BETA nur von ihr war ja ein totaler Reinfall. :/

        Mir fällt nur „Ash“ ein, und Jacqueline Carey, die hat oft Charaktere dabei, die sich in keine Schublade stecken lassen – in der Kushiel-Serie ist alles möglich, die Protagonistin in Santa Olivia ist auch mit einem anderen Mädel zusammen und bei Dark Currents werden der Prota zumindest Avancen gemacht. xD Gail Carriger hat noch ein paar Nebencharaktere … aber spontan will mir da weiter auch nichts einfallen.

  3. Ich kann dich voll verstehen – ich habe auch oft das Gefühl, dass gerade die Protagonisten viel zu häufig weiß und heterosexuell sind. Bei Nebencharakteren hat sich das, insofern ich das einschätzen kann, zumindest ein bisschen geändert, da läuft man schon öfters mal einem bi-/homosexuellen Charakter über den Weg.
    Noch viel mehr ärgert mich allerdings das Phänomen des Whitewashings. Bei Holly Blacks Curse Worker Trilogie ist es ja z.B. so, dass der Hauptcharakter schwarz ist – das Cover zeigt dennoch einen weißen Jungen. Und das geht einfach überhaupt gar nicht!
    Auch in Filmen und Serien fällt mir auf, dass oftmals nur weiße Schauspieler die Rollen spielen – selbst wenn die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht und bei diesen nicht weiße Personen beteiligt waren. -.-

    • Wobei es bei denen meist dann der übliche schwule beste Freund ist (weil Gründe, vermutlich), hab ich das Gefühl. Bestenfalls ein wandelndes Klischee auf zwei Beinen – trifft natürlich nicht auf alle zu und Klischees haben irgendwo schließlich auch ihren Ursprung. :) Aber ist ein Schritt in die richtige Richtung, das muss man ja auch mal gutheißen. xD

      Absolut! Hab’s hier nur nicht drin, weil es mit der Geschichte (im Sinne von „lesen“) selber weniger zu tun hat. Stimmt aber absolut; ich hab mich erst letztens geärgert, als ich gelesen hab, dass ein Weißer für Jeremy Danvers gecastet wurde, obwohl in den „Women of the Otherworld“-Büchern – und ganz besonders in einer KG – deutlich wird, dass er auch asiatische Wurzeln hat. >-<

      • Ja, das stimmt wohl auch wieder. Aber immer noch lieber der beste Freund als gar keiner :-D.
        So was ist einfach schrecklich! Ganz schlimm finde ich auch, wenn die Leute das „überlesen“, z.B. bei Cassandra Clares Infernal Devices, wo immer ein paar Leser dabei sind, die nicht realisiert haben, dass einer der Hauptcharaktere Halbchinese ist (wie man so etwas nicht merken kann, wenn jemand sogar Chinesisch spricht und auch auf seine asiatischen Züge eingegangen wird, ist ein Rätsel, das sich mir nie erschließen wird), und dann geschockt sind, wenn sie davon erfahren. Oberflächlicher geht’s wohl auch nur noch sehr schwer -.-.

      • Ganz schlimm fand ich’s auch, als die Leute sich aufregten, dass Rue schwarz ist – obwohl das genauso im Buch der Fall ist. Da wurde es zwar nicht so oft erwähnt, aber mal ehrlich, ich stell mir nach einer dunkel beschriebenen Haut doch keinen „blonden, weißen Engel“ vor und hab mit dem Charakter auch noch weniger Mitleid, wenn ich meinen Fehler bemerke – so ein Verhalten ist wirklich abartig. -.-

  4. Ich versteh gerade das Problem mit Moira Young nicht – das Buch war doch super oO Oder fandest du es super und alle anderen nicht?!

    Ansonsten geb ich dir hier in allem Recht – es darf gerne ein bisschen außergewöhnlicher sein, aber mit der Prinzessin in Nöten liegt man halt voll im Mainstream. Kontroverse Bücher kriegen immer seltener eine Chance.

    • Ich hab mit Moira Young kein Problem – ist eines meiner Lieblingsbücher. :D Aber ich hab oft negative Rezensionen gelesen, die zum Teil auf der Sprache basierten. Nicht immer nur das, aber das war der Faktor, der meiner Wahrnehmung nach, am häufigsten genannt wurde – was ich echt schade fand. :/

      Leider. Bin auch immer mehr von den Leuten enttäuscht, wenn sowas en mass gekauft wird. Denn bei manchen Büchern ist vorher ja klar, worauf man sich einlässt, weil es schon zigmal besprochen wurde – und wohin soll das führen, dass wir uns irgendwann nur noch mit sowas zufrieden geben müssen? Vermutlich nicht, hoff ich mal. oô Wäre aber mal eine nette Idee für eine Dystopie. xD

  5. Mal wieder ein Hoch auf Kelley Armstrong für ihre Protagonistin Maya würd ich sagen :D Stelle mir das aber für die Autoren schon ein Stück schwieriger vor, über vollkommen andere Kulturen zu schreiben, als eben die eigene. Wundert mich daher kein bisschen, dass die Protagonisten fast immer weiß sind. Fänd es aber auch mal interessant, mehr in die Richtung zu lesen.

    Miora Young muss ich ja auch mal noch lesen. Da hab ich das ganze Gemecker noch in Erinnerung, was mich nur total neugierig gemacht hat XD

    • In dem Fall fand ich es aber … aus der Luft gegriffen, wenn auch gut gemacht/gelöst. xD
      Schwierig ist es auf jeden Fall und wird teilweise auch nicht gern gesehen, was ich auch verständlich finde. Manch einer plant es zwar nicht, und tritt dann doch nur wieder Klischees breit. Kann man aber nicht vorstellen, dass es so wenig farbige Autoren gibt, die über ihren Alltag schreiben wollen – eher dass sie einfach nicht veröffentlicht werden; und bei dem Mist, der teilweise rausgebracht wird, liegt’s ganz bestimmt nicht an der Qualität.

      Dann mal los! BRR ist sprachlich noch mal ein bisschen „krasser“ als Chaos Walking, aber trotzdem noch verständlich. :D

  6. Hallo! Ich weiß, der Beitrag ist schon ewig her, bin eben nur durch Zufall auf deinen blog gestoßen. Falls Du noch immer Fantasybücher mit homo- bzw bisexuellem Inhalt suchst, kann ich dir einen guten Tipp geben. Anne Rice – Armand der Vampir. Generell die Vampirchroniken von Anne Rice. Aber ganz besonders das vorhin erwähnte Buch. Der Film ‚Interview mit einem Vampir‘ basiert auch auf einem ihrer Bücher, wobei im Film die Liebesbeziehung zwischen Lestat und Louis ziemlich übergangen wird. Ich hoffe ich könnte dir helfen :)

    • Vorschläge sind immer gerne gesehen, dankeschön! :D
      „Interview mit einem Vampir“ hab ich sogar mal gelesen, aber das ist Jahre her und war vielleicht auch zu früh; damals fand ich es nicht ganz so berauschend und hab Anne Rice erst mal ad acta gelegt – wobei irgendwo noch eines ihrer Bücher bei mir rumwuseln dürfte. Pandora, oder so?

Und ihr so?

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