Rezension | Confessions of an Almost-Girlfriend | Louise Rozett

Confessions of an Almost-Girlfriend_300 Wer Band 1 noch nicht kennt, könnte manche Details als leichte Spoiler auffassen.

Reihe: Confessions #2
Genre: YA, Contemporary
Verlag: Harlequin Teen
ISBN: 978-0-373-21065-7
Preis: $9.99
Erscheinungsdatum: Juni 2013
Format: Paperback

Rose Zarelli mag nun älter sein, das macht ihre Probleme aber nicht zwangsläufig leichter. Oder überhaupt weniger. Zwar besucht sie nun zusammen mit ihrer Mutter eine Therapie, aber allein das verspricht keinen Erfolg. Erst recht nicht, wenn sich ihr Bruder immer weiter abkapselt, ihr neues Hobby vielleicht doch nicht das Richtige für sie ist und Jamie Forta nach wie vor Jamie Forta ist. Mal ganz abgesehen von der Schule – Rose weiß nun, wie es ist, das Opfer aller anderen zu sein, und sie möchte nie mehr in diese Situation zurück. Was aber, wenn sie nur helfen kann, indem sie wieder in den Mittelpunkt tritt?

Ach, Rose. Sie hat es in diesem Band nicht leicht, genauso wie sie es den Lesern nicht leicht macht. Es fängt schon damit an, dass sie auf einer Party ist, sich dort mit Freunden unterhält und nebenbei bemerkt, wie ein Mitschüler gemobbt wird; es dauert aber eine Weile, ehe sie dahingehend etwas unternimmt, vorher scheint es ihr egal zu sein. Nun hat Rose ihre eigenen Erfahrungen mit Mobbing machen müssen und ihren Wunsch, in diesem Jahr unauffällig zu bleiben, bloß nicht dahin zurückzukehren, kann ich verstehen. Nur wird die Situation hier erst mal nicht so geschildert, dass sie deswegen zunächst nichts unternimmt, auch wenn diese Begründung an anderen Stellen auftaucht – auch das ist nicht schön, aber verständlich; dass die Bücher mit keinen leichten Themen konfrontieren, ist außerdem seit dem ersten Band klar.

In diesem Buch geht es aber nicht „nur“ um Mobbing – die Trauer um Roses Vater ist noch immer da und auch wenn schönere, wenngleich genauso schwierige Themen wie Liebe angesprochen werden, wird auch Missbrauch in verschiedensten Situationen behandelt. Nicht alles davon betrifft Rose selbst, aber doch Menschen um sie herum, sodass es auch sie beeinflusst. Peter zum Beispiel findet seinen eigenen Weg, um mit dem Verlust seines Vaters umzugehen und ich kann nicht behaupten, dass es ein guter ist. Langsam richtet er nicht nur sich selbst zugrunde, er nimmt zwei anderen Menschen, die gerade noch versuchen, einen Verlust zu verkraften, den Sohn/Bruder weg, indem er sich immer weiter zurückzieht. Das „angry girl“, das im Titel des ersten Bandes erwähnt wurde, hat auch hier noch ihre – berechtigten – Auftritte, und ich habe zusammen mit ihr vor Wut gekocht.

Eine weitere wichtige Frage, die das Buch stellt: Wie gehe ich damit um, wenn jemandem ein Unrecht getan wird? Wie kann ich helfen? Dränge ich mich auf, selbst wenn ich zurückgewiesen werde? Entscheide ich über den Kopf der Betroffenen hinweg? Kann das überhaupt helfen? Eine vorläufige Antwort gibt es am Ende – perfekt ist diese nicht, und ob es die bestmögliche war, soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich stehe da auf Roses Seite, während manch Charakter das ganz anders sieht.

Apropos Charaktere, schließlich geht es nicht nur um Rose. Dass mit ihrem Bruder nicht alles gut läuft, sollte klar sein, und auch mit ihrer Mutter muss sie erst noch viele Gespräche führen. Ohnehin ist das etwas, das an vielen Stellen bitter nötig ist, glücklicherweise aber auch oft geschieht: Die Charaktere reden miteinander, versuchen so, ihre Probleme aufzuarbeiten und man stelle sich vor: Es klappt.
Außer bei Jamie Forta, aber sein Problem ist eindeutig, dass er nicht redet oder verlangt, dass mit ihm geredet wird, obwohl ihm das nicht unbedingt zusteht. Während ich im ersten Band noch Begeisterung für seinen Charakter aufbringen konnte, hat sich das hier abrupt geändert. Will er oder kann er keine Entscheidungen treffen? Will er oder kann er nicht zulassen, dass andere ihre Entscheidungen treffen und das nicht so, wie es ihm am besten passt? Das wird sich vielleicht in den nächsten Büchern klären (sofern es welche geben wird), mir ist es egal. Soll er seinen Kram klären, ich bleib lieber an Rose, ihrer Familie und den anderen dran: Tracy, die eigentlich doch eine ziemlich coole beste Freundin ist; Robert, der langsam lernt, dass seine Lügen ihm nur schaden; Angelo, der seinem Namen mehr als gerecht wird; ja, selbst bei Regina mag ich dranbleiben, denn auch wenn sie sich wirklich unmöglich benommen hat (was die Untertreibung des Jahres ist), so ist auch hier Besserung möglich, wenn Hilfe kommt. Wer braucht da schon einen Jamie Forta?

04

„Confessions of an Almost-Girlfriend“ kann nicht ohne gelegentliche Wutausbrüche gelesen werden, die sich gegen die unterschiedlichsten Personen wenden … also, eigentlich gegen alle mit Ausnahme von drei Leuten. Das liegt zum einen daran, dass es sich hier um ausgefeilte Charaktere handelt, die ihre Fehler und Ecken haben, und die zum anderen mit ziemlich vielen und sehr schlimmen Dingen klarkommen müssen. Trotzdem muss auch hier kein zu düsteres Buch gefürchtet werden, denn manchmal stimmt es eben doch, das mit dem Willen und dem Weg.

P.S. Wer sich noch aus dem letzten Band fragt, was es jetzt mit dem nicht-vorhandenen Hymen auf sich hat: Das wird leider noch nicht geklärt.

Bisherige Rezensionen zur Reihe: Confessions of an Angry Girl

Noch ist leider nicht viel über mögliche Fortsetzungen bekannt, außer dass da theoretisch noch ein dritter Band, eventuell auch ein vierter, kommen sollen. Freuen würde es mich, zumal nach dem zweiten noch einiges zu erzählen bleibt. Da können wir wohl nur abwarten und Tee trinken.

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2 thoughts on “Rezension | Confessions of an Almost-Girlfriend | Louise Rozett

  1. ‚Schmag das jetzt lesen. Bei der nächsten Bestellung kommt’s dann in den Korb :D
    Find’s so gut, dass die Autorin sich mit diversen schwierigeren Themen beschäftigt, von denen jeder von uns sicherlich ansatzweise mindestens eins aus dem eigenen Leben kennt. Und dann aber auch nicht gleich so unnötig überdramatisch sondern noch glaubwürdig, find’sch gut. :D Außerdem: ANGELO! *___*

    • Man kann es ja auch ausleihen, ne. x)
      Ich sag jetzt nichts, was potentiell spoilern könnte. xD
      Angelo, Angelo, Angelo! <3 Hach, ich mag ihn, und zwar sehr. :< Bin froh, dass Leute wie er in Rose' Nähe sind. <3

Und ihr so?

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