FYI | Tales from Foster High, John Goode | Losing It, Cora Carmack

FYI sind kurze Posts zu ein paar Büchern, die ich gelesen habe, zu denen ich aber keine volle Rezension schreiben kann oder will, die ich aber auch nicht vollkommen unter den Teppich kehren möchte. Regelmäßig wird’s diese Posts nicht geben, nur eben wann immer ich zu faul für mehr bin. 8D

Tales from Foster High150_End of the Innocence150_Taking Chances

Die High School an sich ist schwer genug, es wird jedoch viel schlimmer, wenn man nicht der Norm entspricht – und das tut Kyle Stilleno nicht, er ist schwul. In einer Kleinstadt wie Foster, in der sportlich erfolgreiche junge Männer als Helden gefeiert werden, ist es sogar gefährlich, weswegen Kyle sich größte Mühe gibt, unsichtbar zu sein. Viele Jahre geht das gut, bis eines Tages Brad Greymark, seines Zeichens gefeierter Baseballer der Schule, ein Auge auf den jungen Mann wirft. Auf einmal scheinen viel mehr Möglichkeiten offen zu stehen, doch wie lange wird es dauern, bis die Leute etwas mitkriegen? Und wie werden sie reagieren?

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Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf diese Bücher aufmerksam wurde, aber ich habe mich doch prompt in sie verliebt. „Tales from Foster High“ ist eine Sammlung der ersten drei Kurzgeschichten um Kyle und Brad, während „End of the Innocence“ zwar der erste Roman in voller Länge, im Grunde aber bereits die vierte Geschichte ist. „Taking Chances“ kann zur Reihe hinzugeordnet werden, hat aber andere – aus den vorherigen Büchern aber bekannte – Charaktere als Erzähler. Neben den Romanen gibt es noch weitere Kurzgeschichten: To Wish for Impossible Things, das nach „Tales from Foster High“ spielt, und (wirklich nur ein Snippet) Enjoy the Silence, das nach „End of the Innocence“ gelesen werden kann. Beides ist kostenlos. (Wer drüber nachdenkt, The Boy Behind the Red Door zu erwerben – tut es nicht, diese KG bildet die ersten Seiten von „Taking Chances“.)
Ein weiteres Buch, diesmal wieder aus Kyles Sicht, ist in Arbeit – und ich freu mich drauf.

Nun, da die Formalitäten geklärt sind: John Goodes Bücher sind nicht perfekt. Gerade am Anfang wurden teilweise Themen angesprochen, die zunächst einen großen Einfluss auf die Charaktere zu haben scheinen, später aber kaum noch Erwähnung finden und sich auch sonst nicht bemerkbar machen – zum Glück tritt das eher selten auf und wird zum Ende hin auch besser. Außerdem gibt es zwar zig schwule Charaktere, von denen einige mehr und einige weniger sympathisch sind – und das ist klasse! – aber auf Lesben wird man hier wohl vergeblich warten. Es ist nicht zwingend notwendig, dass lesbische Frauen/Mädchen vorkommen, immerhin geht’s hier in erster Linie auch um die Erfahrungen, die der Autor machen musste beziehungsweise von denen er weiß, aber in Hinblick auf die konstante Unterrepräsentierung von Lesben ist und bleibt es schade. Oh, und manchmal kann ich Brad partout nicht ab.

Das alles hat mich aber nicht so wahnsinnig gestört. In erstem Fall kann man dem Autor vielleicht Oberflächlichkeit vorwerfen, missbraucht werden die Themen aber nicht. In letzterem Fall hat es auch was Gutes an sich: John Goode beschränkt sich nicht auf Stereotype oder grenzt zwischen den „guten Schwulen“ und den „bösen anderen“ ab; es mag wunderbare Menschen wie Kyle geben – und ehrlich, ich bin verliebt in ihn, er ist einfach so fantastisch -, die sich vielleicht nicht sofort ins Kreuzfeuer schmeißen, letztendlich aber für sich und ihre Lieben kämpfen. Dann gibt es aber auch Leute wie Brad, für die eine solche Offenheit nicht immer leicht ist. Was dieses ewige Verstecken aus Menschen machen kann, wird auf bittere Art und Weise demonstriert – dass es nie zu spät ist, allerdings genauso. Es schwule Charaktere mit manchmal zu vielen Fehlern und wir haben verachtenswerte heterosexuelle Charaktere, manchmal aber sind sie fast solche Helden wie Kyle. John Goode zeichnet einfach ein realistisches Bild von Menschen – und davon, was es für viele bedeutet, schwul zu sein. Das ist oftmals alles andere als leicht, auch wenn Kyle und Brad ein ganz normales Pärchen sind, das einfach nur beisammen sein will. Es gelang den Büchern immer und immer wieder, mir das Herz zu brechen, mir dann aber wieder Hoffnung zu geben – vor allem bei dem Gedanken, dass es Menschen wie Kyle wirklich gibt. Ich hoffe sehr, dass die kommenden Bücher weiter ihren ernsten Weg beschreiten.
Gibt es bei all dem auch was zu lachen? Klar, ich hatte kaum 5% des ersten Buches gelesen und war bereits wie blöd am Kichern. Perfekt mögen die Bücher nicht sein, aber lesen solltet ihr sie trotzdem unbedingt.

Losing It150_Faking It

Bliss Edwards hat sie noch, ihre „Unschuld“. Das soll sich nun ändern. Zunächst sieht ihr Unternehmen auch sehr vielversprechend aus: Sie trifft einen attraktiven jungen Mann, der auch an ihr sehr interessiert zu sein scheint. Doch ehe mehr draus wird, macht Bliss einen Rückzieher – kein Problem. Das mag ihr ein wenig peinlich sein, aber es ist nichts, das sich nicht vergessen lässt. Und wer weiß? Vielleicht lernt sie bald den Richtigen kennen und es klappt. Tja, dumm nur, dass besagter Herr ihr auch am nächsten Morgen über den Weg läuft: Als einer ihrer neuen Dozenten.

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„Losing It“ und „Faking It“ sind die ersten beiden Bücher der Reihe und konzentrieren sich auf unterschiedliche Charaktere. Während Bliss die Protagonistin des ersten Bandes ist, geht es in der Fortsetzung um ihren besten Freund Cade. Die Dritte im Bunde, Kelsey, ist die Erzählerin in Finding It. Dabei bleibt es aber nicht, denn im Zwischenband Keeping Her (lesbar nach „Losing It“) geht es erneut um Bliss und Garrick, diesmal aus seiner Perspektive. Genauso verhält es sich mit Seeking Her, das nach „Finding It“ spielt und erst am 28. Januar 2014 erscheinen soll.

Mir wurde was Fluffiges versprochen, ich habe die Bücher gelesen, als ich Lust auf so etwas hatte und genau das habe ich auch bekommen. Genau genommen hat mir Band 1 so gut gefallen, dass ich, statt zu lernen, gleich noch Band 2 kaufen und lesen musste.
Beide Bücher sind lustig-locker geschrieben und zwingen einen geradezu, sie in einem Rutsch zu lesen. Ein wenig wird hier mit den Klischees gespielt – man denke nur an Bliss, die typische jungfräuliche Protagonistin -, aber es sind immerhin sympathische Charaktere, mit denen man gerne auch ein bisschen mitleidet. Spaß machen die Geschichten allemal – das war’s dann allerdings auch.

Nach Band 2 war erst mal wieder Schluss für mich, denn bei all der guten Unterhaltung, die Bücher sind nicht mehr als das. Da können die Charaktere noch so süß sein, die Geschichten ähneln sich doch sehr, dabei war der Verlauf im ersten Buch schon komplett vorhersehbar. Abgesehen davon ist das Drama vollkommen erzwungen, um die Geschichte irgendwie voranzubringen und zu strecken. Diese zwei Bände hätten nach der Hälfte bereits beendet werden können, stattdessen gibt es einen lachhaften Plottwist. Mich hat es letzten Endes nicht sehr gestört, es war nur ein Punkt mehr, über den ich lachen konnte – allerdings ist mir das keine 5€ wert. (Bei den momentanen 3€ von „Finding It“ komm ich aber langsam ins Grübeln. „Keeping Her“ und „Seeking Her“ gibt es momentan auch sehr günstig.)

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3 thoughts on “FYI | Tales from Foster High, John Goode | Losing It, Cora Carmack

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