FYI | Biting Bad, Chloe Neill | The Iron Traitor, Julie Kagawa

Es wird langsam Zeit, mal wieder zwei Rezensionsleichen aus dem Keller zu holen – gelesen wurden die Bücher im August bzw. Oktober letzten Jahres.
Da es Reihenfortsetzungen sind, gilt wie immer leichter Spoileralarm, wenn ihr die vorherigen Bände nicht kennt und auch überhaupt nichts über sie wissen wollt.

Biting Bad

Man möchte wirklich nicht mit Merit tauschen: In ihrer kurzen Zeit als Vampir hat sie schon genügend Ärger gehabt, um ein ganzes Jahrhundert zu füllen. Nun scheinen es neben den üblichen Verdächtigen auch „ganz normale“ Menschen auf sie und ihresgleichen abgesehen zu haben. Gelenkt von blindem Hass und unfähig, sich eines Besseren belehren zu lassen, ziehen wütende Mobs durch die Straßen, um gegen die Vampire zu protestieren. Damit stellen sie nicht nur für diese, sondern auch für alle anderen eine Gefahr dar. Und wer weiß, was da noch im Hintergrund so läuft … eins ist sicher: Merits Feinde warten nicht, bis dieser Konflikt gelöst ist.

03

„Biting Bad“ ist der achte Band der „Chicagoland Vampires“-Reihe, und wie alle anderen auch wieder sehr typisch für diese. Leider ist er auch einder der schlechteren und setzt damit einen Trend fort, der schon im siebten Band einsetzte und das, obwohl mich der sechste Band so restlos begeistert hatte.
Auch hier warten natürlich wieder coole Vampire, jede Menge Snark, die nötige Portion Spaß und eine Prise Romantik auf euch – wie sollte es auch anders sein und was anderes ist denn gewollt, wenn zu diesen Büchern gegriffen wird? Was sich auch nicht geändert hat, ist, dass sich die Geschichte mal wieder sehr, sehr, seeehr viel Zeit lässt. Was sonst immer durch einen spannenden Showdown wieder gut gemacht wird, bleibt allerdings diesmal so bestehen. Selbst 50 Seiten vor Schluss ist keine richtige Auflösung in Sicht und die Konfrontation, die es dann doch gibt, lässt die Spannung leider vermissen.

Gänzlich langweilig ist es nicht, auch wenn gewisse Details schnell erahnt und in den richtigen Kontext gesetzt sind. Es gibt besonders ein Ereignis, das mal wieder jede Menge Ärger lostreten wird und das mich auch das aus Rosenblüten geformte Herz, das für Merit vorbereitet wurde und bei dem mir – bei all dem Kitsch – ein bisschen schlecht wurde, vergessen lässt. Oder zumindest vergeben. Auf den letzten zwei Seiten geht nämlich wieder alles richtig schön schief und ich bin gespannt, wie Merit nun diesen Schlamassel auflösen will.

Das Ende vom Lied: Eines der schlechteren Bücher der Reihe, das trotzdem wieder Lust auf mehr macht. Ich bleib dabei!

The Iron Traitor

Ethan hat die Nase voll von Feen. Schlimm genug, dass er als Kind von ihnen entführt wurde, in Folge wessen auch seine Schwester in deren Fänge geriet und letzten Endes im Feenreich blieb. Wirklich, schlimm genug, dass er einmal mehr dorthin musste, nur um festzustellen, dass seine Familie ein bisschen größer ist als erwartet. Nun ist Schluss, er will ein normales Leben führen, und zwar mit Kenzie an seiner Seite.
Allerdings ist er alles andere als ein beliebter Kerl bei Eltern, dafür umso mehr bei den Feen. Die Forgotten werden nicht einfach so verschwinden, anders als Keirran, der plötzlich nicht mehr auffindbar ist. Ethan muss noch einmal zurück ins Feenreich – nicht nur, um einen Freund zu retten, sondern auch um ihn davor zu bewahren, etwas zu tun, das das Leben aller in Gefahr bringen könnte.

Vielen Dank für das ARC an Harlequin Teen.

04

Das einzige richtige Problem, das ich mit „The Iron Traitor“ habe, sind die männlichen Protagonisten. Keirran war mir schon im ersten Band nicht ganz einerlei und auch im zweiten hat sich da absolut nichts geändert. Der Kerl scheint unfähig, auch nur einen vernünftigen Gedanken zu fassen und das Konzept der Freundschaft scheint ihm auch völlig fremd zu sein. Ethan mochte ich bis dahin immer, aber zu Beginn des zweiten Bandes mutiert er zu einem Schließmuskel der Extraklasse, der wirklich allen in seinem Umfeld vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen haben (was Keirran übrigens auch tut), eine uralte Fee, so unbedeutend sie auch sein mag, konsequent „girl“ nennt und nebenbei auch noch ein bisschen blind ist. Zumindest seine Idiotie legt sich nach einer Weile, Kenzie macht ihm sehr deutlich, dass er ihr absolut nichts vorzuschreiben hat. Allerdings umrankt diese beiden Deppen ein … Geheimnis? Nun, ein Ereignis, das eigentlich von Anfang an klar ist. Wir haben den Titel, wir haben eine Prophezeiung und wirklich während des gesamten Buches Andeutungen in diese Richtung – wie da überhaupt jemand überrascht sein kann, ist mir mehr als nur schleierhaft. Offensichtlicher geht’s wirklich nur, wenn in fetten, rotten Buchstaben über den eigentlichen Text geschrieben wird, was letztlich vorfällt.

Abgesehen davon bietet Julie Kagawa hier mal wieder ein spaßiges Abenteuer, bei dem ich mich zum ersten Mal in meinem Leben gefreut habe, Ash zu sehen. Dass ich das noch mal erleben darf … Sobald Ethan sich ein bisschen gefangen hat, wird es auch wesentlich angenehmer, aus seiner Perspektive zu lesen und so vorhersehbar dieses eine, doch recht wichtige Detail ist, ich bin gespannt, wie es weitergehen wird und vor allem, was Kenzie und Ethan danach tun werden – lasst es mich mal so sagen, sie haben jetzt einige Hühnchen zu rupfen.
Von daher ist „The Iron Traitor“ ein recht sicheres Pflaster für alle, die Julie Kagawa mögen, oder zumindest nach dem ersten (bzw. fünften) Band dachten, dass sie gerne weiterlesen möchten.

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6 thoughts on “FYI | Biting Bad, Chloe Neill | The Iron Traitor, Julie Kagawa

    • Advance Reading Copy (auch wenn die Bedeutung immer mal zu variieren scheint, manchmal ist es z.B. auch Advance Readers Copy etc. xD) – einfach ein Vorabexemplar, das als Rezensionsexemplar vor dem eigentlichen Erscheinen rausgegeben wird. :)

      • Achso :)
        Man kann wohl Reziexemplare von englischen Verlagen bekommen? :D
        Musst du dann die Rezi nicht in Englisch schreiben? :)

      • Kommt drauf an – das hier war auch eine kleine Ausnahme, die ich auf der Frankfurter Buchmesse ergattern konnte, da hängen ja nicht wirklich Verpflichtungen dran. xD
        Wenn ich sonst welche kriege, dann „nur“ als eBooks über Netgalley (dort kann man sich z.B. auch als deutsche Bloggerin registrieren) und in solchen Fällen übersetze ich meine Rezension auch ins Englische, übermittle die so über Netgalley an den Verlag und poste auch auf Goodreads die englische Variante der Rezension. :)

  1. Ich sollte mit Chloe Neill endlich mal anfangen – über die Jahre haben sich schon die ersten Bände bei mir angesammelt, aber gelesen habe ich noch immer nichts davon… wobei ich mich aber doch ein bisschen davor fürchte jetzt noch ne Vampirreihe anzufangen.

    • Ich geb zu, ich kenn mich vor allem im aktuellen Urban-Fantasy-Vampir-Bereich herzlich wenig aus, aber Chloe Neill kann man wirklich lesen. :3 Die Bücher sind auch schnell durch und selbst die schwächeren Bände sind in der Regel sehr witzig – vorausgesetzt der Humor trifft deinen eigenen, aber das merkst du ja während des ersten Bandes schon. (Wenn der so gar nicht gefällt, macht ein Weiterlesen hier vermutlich keinen Sinn. xD)

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