FYI | A Dance with Dragons, George R.R. Martin | Autumn Bones, Jacqueline Carey

Jap, schon wieder zwei Kurzrezensionen, aber irgendwie muss der Berg an ausstehenden Rezensionen ja bewältigt werden. Abgesehen davon handelt es sich erneut um zwei Fortsetzungen, für die vieles gilt, was schon über die Vorgänger gesagt wurde.
Da es Reihenfortsetzungen sind, gilt wie immer leichter Spoileralarm, wenn ihr die vorherigen Bände nicht kennt und auch überhaupt nichts über sie wissen wollt.

A Dance with Dragons

Mit „A Dance with Dragons“ kehren wir noch einmal zum Ende des dritten Bandes zurück – nicht etwa, um das Gleiche wie in „A Feast for Crows“ zu erleben, sondern um all die Charaktere zu verfolgen, die im vierten Band so sträflich vernachlässigt wurden: Jon Snow, Bran Stark, Tyrion Lannister, Daenerys Targaryen … unter anderem. Zu ihnen gesellen sich vielerlei Charaktere, die nicht zum „alten Eisen“ gehören und deren Reise eng mit denen der anderen verknüpft sind – meistens jedoch mit Daenerys‘. Erst am Ende geht es wieder ein Stück hinaus und auch Charaktere aus dem vierten Band kommen wieder zu Wort, den Weg für „The Winds of Winter“, Band 6, bereitend.
Vorerst aber ist Jon Snow neuer Lord Commander der Night’s Watch und mit zu vielen Fragen konfrontiert: Wie weit kann er Stannis unterstützen, ohne die Neutralität der Night’s Watch aufzugeben? Ist Melisandre zu trauen? Wie soll er mit den Wildlings verfahren? Und: Wie soll er sie nur alle durch den kommenden Winter kriegen – lebendig, und nicht als Untote? Schwere Entscheidungen liegen vor ihm und jede Einzelne könnte sein Verderben sein.
Doch nicht nur Jon hat im Norden zu kämpfen, auch ein beinahe verloren geglaubter Charakter kehrt zurück und mit ihm kehren wir einmal mehr in Winterfell ein, um dort den Folgen des Verrats der Boltons beizuwohnen. Jenseits der Mauer muss sich Bran derweil durch Eis und Schnee kämpfen, um vielleicht endlich eine neue Bestimmung zu finden – oder den Tod.

In den Süden kehren wir erst gegen Ende zurück, dafür können wir uns östlich von Westeros aufwärmen: Dorthin ist Tyrion geflohen, nun unrechtmäßig als Mörder seines Neffen verschrien. Sein Weg soll ihn nach Meereen führen, zu Daenerys Targaryen, die dort als Königin herrscht. Neben ihm haben noch zwei weitere Männer dieses Ziel – jeder mit seinen eigenen Zielen.
Doch was sie vorfinden könnten, ist vermutlich nicht das, was sie erwarten: Daenerys‘ Herrschaft ist unsicher, ehemalige Sklaventreiberfamilien rebellieren gegen die Drachenkönigin und das mit tödlichen Ergebnissen. Daenerys tut, was sie kann, aber sie verliert immer mehr die Kontrolle und sieht sich einem Konflikt enormer Größe gegenüber.
Wie immer gilt: Ein Wort, einer Messerstich, all das reicht, um das Spiel der Throne einmal mehr vollkommen durcheinander zu würfeln.

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Bisherige Rezensionen: A Game of Thrones | A Clash of Kings | A Storm of Swords | A Feast for Crows

Phew, kann gut sein, dass die Inhaltszusammenfassung doppelt so lang wird wie die eigentliche Bewertung, aber GRRM schnappt sich mal wieder drölfzigtausend Charaktere mit ihren eigenen Zielen und Storylines, die sich mal kreuzen, wohl aber in die Quere kommen und sich irgendwann in ein derart großes Knäuel verwandeln, dass jene Leser/innen, die genau deswegen die Bücher lesen, glauben müssen, sie wären im Himmel gelandet.
Ich hatte ja ein wenig Angst vor diesem Buch, weil so viele davon enttäuscht waren – glücklicherweise erging es mir ein bisschen anders damit. Oder es war einfach von Vorteil, dass ich meine Erwartungen beträchtlich runtergeschraubt habe. „A Dance with Dragons“ ist tatsächlich alles andere als perfekt. Gerade der Anfang (was in diesem Fall mehrere hundert Seiten sind) zieht sich ordentlich hin, was unter anderem auch davon abhängig ist, welche Charaktere ihr mögt. Ich lese immer wieder gerne von Jon und Bran, aber von Daenerys halte ich schon seit Längerem nicht mehr allzu viel und auch Tyrion ist ein Wackelkandidat geworden. Wenn mir Stannis dann auch noch meine Jon-Kapitel verpfuscht … da wird das Lesen unter Umständen etwas mühselig. Aber je weiter der Plot voranschreitet, desto mehr geraten die Storylines aneinander und es ist eine verfluchte Freude zuzusehen, wie alles auf eine monstermäßige Konfrontation zusteuert, selbst wenn mir die Ergebnisse dieser gekreuzten Wege immer wieder das Herz brechen. (Immerhin gab es genügend Gelegenheiten, während des Lesens „The North remembers!“ zu brüllen.)
Wie das alles ausgeht … nun, wir werden sehen. Viele Kapitel enden in einer Art Cliffhanger; mir fallen spontan fünf Charaktere an, nach deren letzten Kapiteln ich am liebsten sofort weitergelesen hätte – mal sehen, wie viele Jahre noch gewartet werden muss.

Neben all dem muss ich allerdings zugeben, dass ich viele Passagen des Texts übersprungen habe, weil es mir vollkommen egal war, wer jetzt in welche Seide gekleidet ist und was sie auch noch essen. Abgesehen davon hatte ich aber, von einigen Startschwierigkeiten mal abgesehen, verdammt viel Spaß mit diesem Buch und freue mich wahnsinnig auf den nächsten Band, in dem hoffentlich wieder alle wichtigen Charaktere Platz finden.

Autumn Bones

Als Daisy anfing, Sinclair zu daten, ging sie davon aus, dass er ein ganz normaler Mensch ist – mal abgesehen davon, dass er Auren sehen kann, aber im Vergleich zu Werwölfen und Ghouls ist das trotzdem noch ziemlich normal und erfrischend anders; genau das, was sie braucht.
Die beiden haben eine wunderbare Zeit miteinander und dennoch … Sinclair ist vielleicht nicht so normal, wie alle glauben und als seine Familie auf den Plan tritt, um ihm seinen rechtmäßigen Platz zuzuweisen, steht nicht nur Daisy in der Schussbahn, sondern gleich ganz Pemkowet.

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Bisherige Rezensionen: Dark Currents

Ich liebe Jacqueline Carey, aber ganz ohne Fehler ist sie natürlich nicht. In „Autumn Bones“ dauert es wirklich lange, bis die eigentliche Story in Gang kommt. Ich weiß nicht mehr genau, ab wann sowas wie ein roter Faden auftaucht, aber bei 40% war noch keiner in Sicht. Nicht dass mich das sonderlich stören würde – Daisy ist ein wunderbarer Charakter und ich liebe diese Halbdämonin. Der erste Teil des Buches widmet sich dabei nicht komplett ihren Beziehungen zu den verschiedensten Charakteren, aber sie stehen doch stark im Fokus. Damit meine ich nicht nur Sinclair, Cody und Stefan, Daisys Freunde und Familie spielen genauso eine Rolle. Gegen Ende war ich zugegebenermaßen ein wenig unglücklich über die größer gewordene Rolle, die ihre drei potentiellen Partner eingenommen haben, aber schlussendlich hat mich Frau Carey zum Glück in dieser Hinsicht nicht enttäuscht.
Das Problem ist vielmehr der Plot selbst, der sich letztendlich doch noch offenbart: Er ist ein wenig vorhersehbar. Richtig spannend war das wirklich nicht, was vor allem die Leser/innen enttäuschen dürfte, die solch lange Atempausen zu Beginn nur dann verschmerzen können, wenn es am Ende noch einmal richtig zur Sache geht. Aber immerhin gibt es die eine oder andere überraschende Wendung, auch wenn diese sich wieder „nur“ auf die Charaktere beziehen. Da kann ich die Passagen, die vorangegangene Ereignisse zusammenfassen, als wären sie im vorherigen Buch geschehen, glatt verzeihen.

„Autumn Bones“ kann letzten Endes nicht ganz mit „Dark Currents“ mithalten, einfach weil der Plot sich zu lange versteckt und dann recht vorhersehbar ist. Langweilig wird’s deswegen nicht, immerhin gibt’s Daisy. Und Lurine. Und Bethany. Und ohnehin sagenhaft viele weibliche Charaktere, die sich in keinen dämlichen Stereotypen verlieren. Okay, ein paar der Herren sind auch ganz cool. Ich jedenfalls freue mich trotz allem auf den dritten – und letzten – Band, vor allem da sich mancher Ärger bereits angekündigt hat. Danach darf Daisy aber ein bisschen Ruhe gegönnt sein.

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