Von einer Rumtreiberin

Fàilte!

Ich hab mich ja ein bisschen erschreckt, als mir auffiel, dass der letzte Beitrag vom 17.7. stammt. Das nenn ich doch mal eine Blogpause! Aber hier gibt es derart viel zu tun, da bleibt die meiste Zeit über entweder keine Zeit für anderes oder keine Energie – so ein Blog braucht dann doch etwas mehr Aufmerksamkeit als hier und da mal ein Bild bei Instagram oder ein Tweet. Selbst zum Lesen komme ich kaum! (Diesen Monat freue ich mich schon, sollte ich es tatsächlich schaffen, zwei oder gar drei Bücher zu lesen, eins davon ein Reread. Und da ich mir gerade noch nicht so wirklich einen Kopf drum machen will, wie ich jemals wieder mit meinen Rezensionen aufholen soll, dachte ich mir, ich erzähl einfach mal ein bisschen von dem, was mich hier so aufhält!

Zum einen ist da natürlich das Studium, es hat eben auch seine Nachteile, wenn 180 CP (inkl. 60 CP für die Masterarbeit) in nur einem Jahr abgehandelt werden sollen. Ich hab nachgeguckt, hätte ich zu Hause weiterstudiert, hätte ich nur 120 CP erbringen müssen und zwei Jahre dafür Zeit gehabt. Und die Masterarbeit wiegt mit 20 CP gar nicht mal so viel.
Aber hey, dafür hab ich Edinburgh und … Societies! So viele Societies! Letztendlich bin ich in viel mehr Mitglied als ich eigentlich besuchen kann, aber ab und an schaff ich es dann doch mal zur Harry-Potter-Society und zu einer Veranstaltung der MOGAI-Gruppe der Uni. Zur SignSoc gehe ich regelmäßig, weil wir dort die britische Gebärdensprache gelehrt bekommen. Macht unheimlich Spaß, aber ich müsste viel mehr üben und lernen, um das Ganze richtig beherrschen zu können; die meisten Gebärden habe ich nach der Stunde schon wieder vergessen! Das Wichtigste wird aber immer wiederholt, sodass selbst ich es mir merken kann und zur Not kann ich mit meinen Fingern buchstabieren; ist umständlich, aber besser als nichts. (Ohnehin kann ich nur allen empfehlen, sich Gebärdensprache zumindest mal anzugucken, bestenfalls zu lernen. Hier ist ein etwas älterer Beitrag dazu, wo ihr das machen könnt, aber es ist sicherlich ein guter Ansatz: Mit den Händen sprechen – Gebärdensprache lernen!) Abgesehen davon gibt es 6-wöchige und kostenlose Sprachkurse und da hab ich mir mal eben Arabisch (zur Auffrischung) und Irisch aufgehalst. Ob ihr’s glaubt oder nicht, ich find Irisch viel schwieriger. xD Im nächsten Semester komme ich vielleicht auch bei Schottisc-Gälisch und/oder Japanisch rein … auf jeden Fall steht dann aber ein weiterer Arabischkurs an (leider nicht mehr kostenlos). Wird langsam Zeit, dass ich wieder in die Sprache reinkomme.

Das Beste aber, oh, das Beste ist Quidditch. Wer mir auf Twitter folgt, hat es sicherlich schon mitbekommen, aber falls nicht: Ja, ich spiele Quidditch. So richtig und regelmäßig und mit Turnieren und ernsthaften Verletzungen. (Wer fragt, wie wir denn bitte fliegen, kriegt einen Klatscher ins Gesicht.) Für die Unwissenden aber eine kurze Erklärung: Die Grundkonstellation bleibt natürlich so, wie JKR den Sport erfunden hat. Die Spieler_innen haben einen Besenstiel zwischen den Beinen und müssen auch drauf bleiben. (Wer runterfällt, muss allerdings nur zu den eigenen Torringen zurücklaufen, sie einmal berühren und darf dann wieder auf den Besen und zurück ins Spiel.) Für jedes Team gibt es mindestens (Auswechselspieler_innen gibt es auch) ein_e Hüter_in, die die Tore bewacht, im Spiel aber auch als zusätzliche_r Jäger_in auftreten kann (dann aber auch genauso angreifbar ist wie diese). Von besagten Jäger_innen gibt es drei und die kümmern sich bekanntlichermaßen um den einzigen Quaffel (ein Volleyball) im Spiel, müssen aber auch aufpassen, was die Treiber_innen (beste Position, wenn ihr mich fragt!) so … treiben. Von diesen wiederum gibt es zwei pro Team, allerdings drei Klatscher (Dodgeballs) statt zwei. (Einfach damit jedes Team immer mindestens einen Klatscher haben kann.) Die Bälle sind nie ganz aufgepumpt, damit sie gut gegriffen werden können. (Tun aber trotzdem weh, wenn sie in dein Gesicht knallen, wovon ich glücklicherweise bisher keine eigenen Erfahrungen vorweisen kann.) Und dann sind da noch die Sucher_innen: eine Person pro Team, die den Schnatz fangen sollen. Der Schnatz selber ist ein Tennisball in einer gelben Socke. Die Socke wiederum befindet sich hinten in der Hose der_des Schnatzläufer_in_s, eine Person, die zumindest teilweise in Gelb gekleidet ist. Alles klar soweit? Es gibt noch zig Regulierungen, wer was wann und wie machen darf, z.B. darf die_er Sucher_in die_en Schatzläufer_in nur von vorne attackieren, was es natürlich schwieriger macht, den Schnatz, der sich quasi am Hintern befindet, zu schnappen. Falls ihr euch dafür interessiert, gibt es hier das Regelbuch (Achtung, automatischer PDF-Download; alternativ könnt ihr nach „USQ rulebook 8“ googeln), oder ihr fragt einfach mich.
Und falls ihr wissen wollt, wie das dann so aussieht:


(Ist ein Video des Highlander Cup II, der Mitte Oktober in Edinburgh stattfand – das erste Turnier, an dem ich teilnahm und bisher leider auch das einzige (bei 0:43 bin ich übrigens die dritte Person von links). Wir landeten auf dem letzten Platz, einer unserer besten Spieler brach sich innerhalb von zehn Minuten sein Schlüsselbein, aber das war ein richtig tolles Event. Die Stirnbänder zeigen übrigens die Position der Spieler_innen an: grün für Hüter_innen, weiß für Jäger_innen, schwarz für Treiber_innen und gelb für Sucher_innen.)

Hach, Quidditch. Im Moment mach ich Muffel sogar täglich ein paar Liegestütze, um wenigstens ein bisschen Muskelkraft aufzubauen.
Ihr müsst übrigens nicht in der UK leben, um selbst spielen zu können, auch Deutschland hat eine wachsende Anzahl von Teams: Berlin, Pfaffenwiesbach, Darmstadt, Freiburg, Frankfurt a.M., Passau und Gelnhausen (momentan nicht aktiv) (EDIT: Scheinbar gibt es jetzt auch eines in Heidelberg! Ich ergänze einen Link, sollte ich einen finden. Generell könnt ihr hier auf dem neuesten Stand bleiben.) Fragt doch mal nach, ob ihr zum Schnuppertraining kommen könnt, ich kann es nur empfehlen! (Oder gründet euer eigenes Team. Go, Quidkids, go!)

Ich bin also stark beschäftigt und komme nicht viel zum Lesen (aber sehr wohl zum Bücherkaufen). Mal sehen, wie das so weitergeht … aber irgendwann hab ich auch wieder Zeit für den Blog, kann ja nicht ewig so weitergehen. ;) Bis dahin!

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6 thoughts on “Von einer Rumtreiberin

  1. Du kannst Arabisch o.O ?! Voll cool! Wenn Sprachen nur nicht so aufwändig wären… Ich würde ja gerne auch richtig Gaeilge können, wir hatten da ja eigentlich mehr Sätze statt Grammatik und Vokabeln gelernt und Aussprecheregeln für die Vokalkombinationen haben wir auch nie bekommen. Wenn ich also ein neues Wort sehe, lasse ich halt einfach frei Schnauze irgendwelche Buchstaben weg xD . Interessanterweise ist bei mir in 3 Monaten a zwei Stunden Irisch die Woche mehr hängen geblieben, als in 4 Monaten a 4 Stunden die Woche Spanisch. Da kann ich mich nicht mal mehr vorstellen.

    • Von können kann nicht ganz die Rede sein. xD Ich hab es ein paar Semester lang gelernt und kenne davon hauptsächlich noch das Alphabet, die Aussprache, ein paar Phrasen und diverse Vokabeln … das Schreiben klappt ganz gut, wenn ich weiß, welche Konsonanten ich brauche und das Lesen krieg ich nur langsam mit Vokalisierung (es gibt keine Vokale, die werden durch Extrazeichen angezeigt – in alltäglichen Texten gibt es die aber nicht) hin. xD
      Ist bestimmt auch eine Frage davon, wie attraktiv die Sprache ist. ;D Und ich glaub, Irisch liegt dir dann mehr am Herzen als Spanisch, oder? Aber so richtig viel zu Aussprache haben wir hier auch nicht gemacht, zumindest was die Vokale angeht. Es ist mehr ein Zuhören und Nachmachen, was der Lehrer gesagt hat. xD (Von der Regierung wurde aber ein Wörterbuch herausgegeben, dass auch die Aussprache angibt. Das könnte ganz nützlich sein?)

      • Das ist trotzdem ziemlich cool!

        Jaaaaa, das stimmt. An Irland hängt halt mein Herzchen und da gehört dann die Sprache schon auch mit dazu. Ganz genau so wars bei uns auch. Wir haben auch so eine fancy CD bekommen, wo die Sätze dann nochmal von native speakers gesprochen wurden.

        Oh wirklich? Das wusste ich gar nicht. Ich hab ein Wörterbuch ohne Aussprache, weil ich vor zwei Jahren kein anderes gefunden hatte.

      • Ist das Foclóir Póca von An Gúm; dürfte es gebraucht auch ganz günstig geben. :) Allerdings hast du beim englisch-irischen Teil keine Aussprache dabei, aber beim irisch-englischen Teil. Zur Not muss dann einmal öfter rumgeblättert werden. xD

Und ihr so?

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