2014 | Looking back

Neigt sich das Jahr also schon wieder dem Ende – unglaublich, wie die Zeit immer vergeht. Kommt mir gar nicht so vor, als würde meine Blogpause schon mehr als ein Vierteljahr andauern, ha ha. Ein bisschen Zeit für Reflektion ist ja aber immer und statt der Hochs und Tiefs und was-weiß-ichs will ich noch einmal Aufmerksamkeit auf die Bücher lenken, die bei mir bleiben, auch wenn das Lesen eine Weile her ist. Gute Bücher gab es wesentlich mehr, aber manchmal tut ein Buch eben ein bisschen mehr, als gut zu sein. (Gut, gewissermaßen können die schon als meine Hochs gelten.)
balken

Adrian Mayfield_200Sowohl Adrian Mayfield als auch seine Buchreihe sind nichts für alle Leser_innen; entweder ihr kommt mit ihm klar oder nicht, und bei mir hat es glücklicherweise geklappt, auch wenn es ein bisschen gedauert hat. Band 1 habe ich zugegebenermaßen bereits Ende 2013 gelesen, die Fortsetzungen folgten aber erst im neuen Jahr und seither krieg ich ihn und seine Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Manchmal spinne ich die Geschichte weiter, manchmal lasse ich die vergangenen Ereignisse Revue passieren … so oder so, ich kann nicht recht aufhören, darüber nachzudenken. Vielleicht liegt es an dem Mix an Tragik und Komik? Daran, dass es ein historischer Roman ist und Homosexualität trotzdem nicht zwangsläufig zu einem bösen Ende führen muss? Es wird alles davon und noch mehr sein. Wer es etwas detaillierter wissen möchte, findet hier eine Reihenrezension.

bi notes for a bisexual revolution_200Dieses Jahr war auch selbstfindungstechnisch recht interessant. Da gab es Fragen à la „Pass ich da überhaupt rein?“, „Darf ich das über mich sagen oder nehme ich da Platz ein, der mir nicht gehört?“ Neben Tumblr und der generellen Bi Community war Shiri Eisner eine echte Hilfe, da in diesem Buch Bisexualität endlich als inkludierend und weitgreifend dargestellt wird – nicht nur das typische „Jungs und Mädels, und möglichst auch in gleichem Maße“. Insofern kann das Buch gar nicht anders, als einen besonderen Platz in meinem Regal einzunehmen (auch wenn es momentan in einer Kiste klemmt, wie die meisten meiner Bücher). Aber auch abgesehen davon denke ich, dass es für alle ein sehr lohnenswertes Buch ist, die mehr über Bisexualität wissen möchten – unter anderem. Shiri Eisner spricht noch viele Themen mehr an: der Unterschied zur Pansexualität, Monosexismus (die Annahme, dass Hingezogenheit zu nur einem Gender die Norm und richtig ist), Rassifizierung, Sexismus … und das alles auch so, dass auch „Anfänger_innen“ in den Gebieten nicht verloren gehen, Glossar und einfachen Erklärungen sei Dank.

far from you_200Muss ich nach meiner Liebeserklärung an das Buch wirklich noch viel dazu sagen? Das Buch hat mich einfach mitgenommen, in jedem Sinn des Wortes. Abgesehen davon ist es eines der ersten Bücher, die ich gelesen habe, in dem ein_e bisexuelle_r Protagonist_in 1) das Wort ‚bisexuell‘ auch benutzt und 2) dazu steht. Viel zu oft wird dann gesagt, dass sie das Wort an sich nicht mögen, keine Labels wollen etc.pp. Versteht mich nicht falsch, das sind alles legitime Positionen und diesen Menschen gebührt die gleiche Akzeptanz. Es ist doch aber sehr seltsam, dass solche Positionen immer nur dann auftauchen, wenn es um Bi-/Pansexualität geht. Zumindest muss mir noch das Buch über den Weg laufen, in dem der schwule Protagonist meint, dass er dieses Label nicht mag. Ein Schelm, wer Böses denkt. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt auch andere Bücher gibt, in denen auch die Bi-Charaktere sagen können, dass sie bi sind und dass das gut so ist. Abgesehen davon wird die Geschichte euer Herz schreddern, aber das sind wir bei Büchern ja eh schon irgendwie gewöhnt.

ultimate comics spider-man vol 1_200Lange hab ich gezögert, denn wie allgemein bekannt ist, muss Peter Parker in diesem Universum sterben, damit es einen neuen Spider-Man geben kann – Miles Morales. Da ich das nicht unbedingt toll fand (und das ohne jemals einen Parker-Comic gelesen zu haben, heh), hab ich erst mal einen Bogen um Miles gemacht, bis es dieses Jahr dann doch nicht mehr ging. Und jetzt? Jetzt bin ich süchtig. Miles an sich ist ein wunderbarer Charakter mit genau dem Humor, den ich mir für einen Spider-Man wünsche. Die ersten Volumes von Ultimate Comics: Spider-Man konzentrieren sich auch schön auf seine Familie, die nicht weiß, wer er ist – zum Glück, sein Vater fände das nämlich nicht sehr toll. So ist es eben nicht nur der Superheld Spider-Man, der im Vordergrund steht, sondern Miles, seine Familie, sein Werdegang … Diese Geschichten sind gerade wichtig, weil Miles Schwarz ist und somit ein Superheld mehr, in dem sich die Kinder wiederfinden können, die eben nicht weiß sind. Mittlerweile ist Ultimate Comics: Spider-Man abgeschlossen und es geht genauso fantastisch in Miles Morales: Ultimate Spider-Man weiter. Sein Unwesen treibt er auch in All-New Ultimates, welches nicht wirklich toll gezeichnet ist, aber neben Miles auch mit den Charakteren Bombshell, Cloak & Dagger, Kitty Pride und Spider-Woman/Black Widow glänzt. Außerdem tauchte er auch in Cataclysm: The Ultimates‘ Last Stand auf, aber das war dann doch etwas langweiliger. Viel besser ist da schon Spider-Men, in dem Miles aus dem Ultimates-Universum und Peter aus dem Marvel-Universum aufeinandertreffen. Geht es den besser? (Ja: den gemeinen Cliffhanger am Ende könnten sie mal auflösen.) Aber um das mal zu einem Ende zu bringen: Ich bin vernarrt in Miles und brauche unbedingt die nächsten Volumes! (Oder ich gebe irgendwann nach und lese doch die einzelnen Hefte, um am Ende die Volumes nachzukaufen.)
balken Wie gesagt, das Jahr hatte noch wesentlich mehr tolle Bücher (von denen ich noch nicht alle angesprochen habe, ähem), aber die vier solltet ihr euch alle auf jeden Fall mal angucken. ;) Beziehungsweise sind es ja mehr als vier, Reihen sei Dank. Das hat aber Zeit bis zum nächsten Jahr, also verbleibe ich vorerst mit einem guten Rutsch, fallt nicht hin und holt euch keine blauen Augen. Hab ich schon mal gemacht und es gibt schönere Erfahrungen. Ach, und: Finger weg vom Alkohol, der schmeckt eh nicht. Bis zum nächsten Jahr!

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13 thoughts on “2014 | Looking back

  1. Jetzt wirst du hier also zur Moralapostel und verbietest den Leuten den Alk, so so :D (mancher schmeckt übrigens doch, hüstel).
    „Far From You“ klingt toll und will ich lesen und du hast recht, das ist wirklich verdammt selten, so schade :(

    • Das ist bei mir ja nichts Neues, ich trink seit jeher ja keinen Alkohol. Die Erfahrungen waren entweder widerlich oder zumindest nicht so lecker, dass es sich lohnen würde. xD
      Ich könnte morgen in den nächsten Buchladen rasen und es dir schicken, aber dann besteht ja nach wie vor das Gewichtsproblem für die Koffer. xD Aber es ist so toll. q-q Dir würde es bestimmt auch gefallen, wenigstens ein bisschen!

    • Ha, I’m not alone! Manchmal komm ich mit meiner Abstinenz schon recht einsam vor, selbst meine Eltern wollen mich dazu bringen, doch mal was zu trinken. xD
      Du musst nicht verreisen, bei dir könnt ich morgen in den Laden rennen und es losschicken. xD (Hier haben sie nur leider immer die unhübschere britische Ausgabe. :( Das amerikanische Cover wirkt so viel wärmer und schöner. Passt aber beides zur Geschichte.)

      • Das kenn ich. Irgendwann gewöhnt man sich dran… und das nähere Umfeld hoffentlich auch ;)
        Haha, nicht so stürmisch ;) Hab mir das eben mal angeschaut, das amerikanische ist wirklicher wärmer, aber ich glaube Paperback wäre mir hier lieber. Vielleicht warte ich einfach noch bis das amerikanische raus ist (auf die Gefahr hin, dass es ein neues, grausiges Cover bekommt ;D).

      • Also bei mir hat sich da seit bald neun Jahren nichts geändert. xD Gerade meine Eltern wollen da partout nicht aufgeben.
        Ach, wie das eben mit Lieblingsbüchern so ist. Ich würd’s am liebsten allen vor die Nase setzen. xD Aber hoffentlich gibt’s da kein Mädchengesichtcover dazu. Das deutschen ist schlimm genug. (Das hat kein Mädchengesicht, aber einen kitschigen Titel und das Cover ist auch alles andere als toll.)

      • Ach doof, aber irgendwann kommen sie da auch noch hin ;)
        Ich find das deutsche gar nicht so schlimm xD Also immerhin nicht hässlich oder eben Mädchengesicht. N bisschen aussagelos.

      • Das find ich ja so schlimm, in Kombination mit dem Titel. Es hat einfach mehr verdient. :'( Interessant fand ich da auch die Parallele zum deutschen Wildthorn; das eine mit einer bisexuellen Protagonistin, das andere mit einer lesbischen und prompt haben beide ein wildes Herz, das im Titel benannt wird. xD

  2. Na, Alkohol gabs bei mir natürlich auch keinen xD !

    Far From You hab ich ja sogar als ebook, wenn mich nicht alles täuscht. Mal sehn, wenn ich das lesen werde. Es klingt ja schon ziemlich cool.

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