Eine Ansammlung von Büchern, die ich beinahe gut fand

Heute in der Minivorstellungsreihe: „Fangirl“ von Rainbow Rowell, „Tell Me Again How a Crush Should Feel“ von Sara Farizan, und „Dark Places“ von Gillian Flynn. Wie immer gilt: Ein Klick auf’s Cover führt euch zu Goodreads für alle weiteren Informationen.

balken

Fangirl Fangirl ist die Geschichte eines Fangirls, Überraschung. Um genau zu sein, geht es um Cath, die ist, was meine Familie „sozial untalentiert“ nennen würde – eine Beschreibung, die sie immer für mich verwendet haben, von daher bin ich in dieser Hinsicht sehr gut mit Cath klargekommen und mit jeder abgelehnten Partyeinladung hab ich ein bisschen mehr gejubelt. Abgesehen davon gibt es Probleme mit Caths Zwillingsschwester, die nicht mehr mit ihrer Schwester in einem Zimmer wohnen möchte, einen lustigen Kerl und Pseudo-Harry-Potter-Fanfiction in einer Welt, in der Harry Potter aber auch als Geschichte existiert. Dass da Plagiatsvorwürfe kein Thema sind, hat mich überrascht.
Insgesamt ist „Fangirl“ eine niedliche Geschichte, hier und da ein bisschen stereotypisch, und Cath und Levi sind süß miteinander. Ich fand’s auch gut, dass es eine Mutter gab, die keine besonders gute Mutter ist, ohne gleich ein schlechter Mensch zu sein, denn sieh mal eine_r an, nicht alle Frauen sind dazu gemacht, Mütter zu sein.
Wirklich mehr als „niedlich“ wird es aber nie und die Zwischenkapitel mit Ausschnitten von der Fanfiction, die Cath schreibt, fand ich persönlich eher langweilig, zumal es der eigentlichen Story nicht weiterhilft. (Wen’s mehr interessiert hat: Rainbow Rowell veröffentlicht im Oktober ein Buch über die Charaktere der FF.) Was mich richtig gestört hat, war die durchweg ableistische Sprache; sie geht größtenteils von Cath aus, die selbst mit einigem zu tun hat – nur ging es letzten Endes auch nie richtig um psychische Erkrankungen, hab ich das Gefühl? Auf jeden Fall war das alles nicht so ordentlich präsentiert.

Tell Me again how a crush should feel Auf Tell Me Again How a Crush Should Feel wurde ich durch Miss Bookiverse aufmerksam gemacht, und es gab so einige Elemente, die mich sofort interessierten: Es ist die Geschichte von Leila, die durch die persische Herkunft ihrer Familie schon immer aufgefallen ist, und deswegen auch unter Verschluss hält, dass sie lesbisch ist. Das ändert sich ein bisschen, als Saskia an die Schule kommt – und ja, wir haben hier endlich eine Figur, die meinen Namen trägt, etwas, auf das ich schon seit Jahren hoffe und deswegen auch immer meinen eigenen Namen vorschlage, wenn Autor_innen nach Ideen fragen. Da macht es nicht mal was, dass Saskia nicht gerade die sympathischste Figur ist …
Insgesamt war auch dieses Buch eine echt süße Geschichte, die auch durchaus Spaß macht, und den Fokus darauf legt, dass doch immer ein bisschen mehr in uns steckt, als andere zunächst sehen. Das Buch konzentriert sich auch nicht zu sehr auf den Romantikaspekt, sondern betrachtet auch Leilas Beziehung zu einer ehemals sehr guten Freundin, Lisa, und vor allem Leilas Leben als Ganzes, was der Geschichte wirklich gutgetan hat.
Was mich am Ende wirklich geärgert hat – guckt mal auf’s Cover, welche Farben werden da verwendet? Blau, lila und rosa/pink. Wisst ihr, wo diese Farben auch verwendet werden? Bei der Pride-Flagge für Bisexualität. Und es gibt auch eine Figur, die nicht nur ein Gender mag und als das besprochen wird … „So you’re bi?“ – „Can’t some things just be?“ Ich hab es irgendwo schon mal angesprochen und es ist vollkommen legitim, wenn Leute ihre Sexualität nich labeln wollen, aber es fällt doch irgendwann auf, wenn es ständig Leute sind, die bi oder anderweitig multisexuell sind. Newsflash: Uns gibt’s auch, und wir würden das auch mal gerne konkret so in Büchern lesen. Vor allem wenn das Cover in Bi-Farben gehalten ist, verdammt noch mal.

Dark Places Ich hab genug von „Gone Girl“ gehört, um zu wissen, dass Gillian Flynns Charaktere nicht zwangsläufig sympathisch sind und das trifft definitiv auch auf Dark Places zu. Ich glaub … ich mochte Patty? Und die war bereits tot. Die Protagonistin, Libby, tat mir manchmal leid, und das war’s dann auch schon. Das muss eine Geschichte nicht schlecht machen, nur konnte die mich auch nicht so richtig überzeugen. Worum geht’s generell? Nach Jahren wird Libby mit der Realität konfrontiert, dass ihr Bruder, Ben, den sie damals als Mörder ihrer restlichen Familie identifiziert hatte, vielleicht gar nicht der Täter war, und lässt sich daraufhin widerwillig auf eine Suche nach der Wahrheit ein. Nur war dann irgendwann die Hälfte des Buches um, und ich hatte nicht das Gefühl, dass es mal in irgendeine Richtung gehen würde. Es war nach wie vor nur sicher, dass Ben es eventuell nicht war, aber mal konkrete Hinweise in eine andere Richtung, oder halt überhaupt ein Hinweis? Nicht wirklich. Fand ich persönlich eher langweilig.
Später wurde es aber doch spannender, nicht nur, weil wir uns langsam der Auflösung näherten, sondern weil natürlich auch mehr und mehr über die Charaktere und ihre Beziehungen enthüllt wurde. Schönes gibt es da wahrlich nicht zu sehen. Ehrlich, die meiste Zeit über war mir einfach nur schlecht. Wer also Interesse an komplexen Charakteren hat, sich einen Fokus auf ihnen wünscht und kein Problem damit hat, wenn alles mehr durch Rückblicke statt durch tatsächliche Ermittlungen enthüllt wird (und außerdem nicht allzu viele helle Momente braucht), die ist bei dem Buch vermutlich richtig.

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