Cover | Lies We Tell Ourselves | Robin Talley

„Lies We Tell Ourselves“ liegt bisher nur auf meinem SuB, aber nach dem neuesten Interview mit Robin Talley freue ich mich mehr denn je, es möglichst bald zu lesen – und ebenso auf ihre neuen Bücher, die dieses und nächstes Jahr erscheinen, die sie in besagtem Interview auch bespricht. Grund für das Interview waren aber nicht ihre neuen Bücher, sondern das neue Cover für die US-amerikanische Taschenbuchausgabe von „Lies We Tell Ourselves“. Without further ado:

Lies We Tell Ourselves

Ein Klick auf’s Cover führt euch wie immer zu Goodreads, viel interessanter ist aber das Interview bei Gay YA, wo auch das Cover zum ersten Mal gezeigt wurde. Ich kann euch das Interview wirklich nur ans Herz legen – nicht nur, weil dort auch die anderen Cover gezeigt werden, die zwar auch schön sind (meiner Meinung nach vielleicht auch schöner als das neue Cover), aber nie Sarah, die eine der Protagonistinnen des Buches und Schwarz ist, so in den Mittelpunkt stellen.

Im Interview geht es u.a. darum, dass es wichtig ist, so etwas auch ganz klar darzustellen, weswegen das neue Taschenbuch auch nicht mehr davon spricht, dass die beiden unsicher darüber sind, was sie wirklich voneinander halten, sondern davon dass sie sich ineinander verlieben könnten. Damit die Menschen, die sich gerne auch mal selbst in Bücher finden würden, auch die Chance dazu haben.

Aus genau diesem Grund wird die Protagonistin in Talleys neuem Buch für 2016 auch offen dazu stehen, dass sie bisexuell ist, wie die Autorin erzählt – anstatt das Wort nie zu nutzen wie im ersten Entwurf, weil die Autorin dachte, dass das offensichtlich ist. (Wie es zum Beispiel auch der Fall bei „Lies We Tell Ourselves“ war; Robin Talley dachte, dass die Beschreibung es klar macht, dass Lisa und Sarah sich ineinander verlieben, aber da dem eben nicht so ist, wurde die Beschreibung nun geändert.) Es ist schön zu sehen, wenn Autor_innen sich solche Kritik zu Herzen nehmen.

Noch hab ich zwar keines der Bücher von Robin Talley gelesenen, aber da sie alle schon so interessant klingen, freue mich mehr denn je darauf. Ein breites Spektrum an Genres wird auf jeden Fall geboten: Lies We Tell Ourselves ist ein historischer YA-Roman, der 1959 in Virginia spielt und sich auch stark mit dem Rassismus dieser Zeit auseinander setzt; What We Left Behind scheint mir eher New Adult zu sein und folgt einem Paar in der heutigen Zeit, das auf verschiedene Unis geht, während beide versuchen herauszufinden, wer sie sind; As I Descended ist eine Nacherzählung von Macbeth, welche auch in Richtung Horror gehen soll und zwei Mädchen als Liebende zu bieten hat – von denen die Protagonistin bi ist. Für 2016 ist noch ein weiteres YA-Buch angekündigt, aber da ist noch nichts weiter bekannt – wenn ich mir das so angucke, wird die Autorin aber auch dafür wieder eine aufregende neue Richtung in petto haben.

Advertisements

3 thoughts on “Cover | Lies We Tell Ourselves | Robin Talley

  1. Klingt echt gut, danke für den Tipp!

    Das Buch passt gerade auch gut zu ner Frage, die mir im Kopf rumspukt: es ist klar, dass wenn das Buch in der Vergangenheit spielt und sich mit Rassismus beschäftigt, es wichtig ist zu erwähnen, dass es schwarze und weiße Figuren sind und wenn auf dem Cover dann Menschen zu sehen sind, sollte das natürlich auch so abgebildet werden. Aber wie ist das bei zeitgenössischen Romanen? Es gibt ja immer mehr Leser, die Wert auf Diversität legen, sowohl in Bezug auf sexueller Orientierung als halt auch bei den verschiedenen Vorfahren/Herkünften. Aber wie „wertet“ man in dem Zusammenhang Bücher, auf deren Covern keine Menschen abgebildet sind und in denen nirgendwo die Hautfarben etc. der Protagonisten erwähnt wird. Ist das für z. B. für dich dann automatisch ein Hinweis darauf, dass die Figuren alle weiß sind, weil keine explizite Erwähnung von PoC stattfindet? Oder ist das vielleicht sogar eher der Idealzustand, dass es für die Geschichte unerheblich ist, welche Hauptfarbe die Figuren haben und der Autor sich damit gar nicht aufhält?

    Hab ich eigentlich schon mal gesagt, dass du zu 99 % dafür verantwortlich bist, dass ich mir über sowas Gedanken mache bzw. mir auch gerne Bücher raussuche, die eben nicht nur von heterosexuellen Weißen handeln? :D

    • Bittefein! Ich hoffe nur, das Buch ist am Ende auch gut. (Und jetzt lächelt’s mich schon wieder so vom SuB an …)

      Gute Frage! Für mich persönlich kommt es auch immer auf den_die Autor_in an. Wenn da z.B. eine Tanya Byrne schreibt, kann ich mir sicher sein, dass es nicht nur weiße Charaktere sind, egal was auf dem Cover zu sehen ist. Bei anderen wäre ich mir da unsicher. Andererseits hab ich mir auch vorgenommen, mir Charaktere, bei denen es vollkommen unklar ist, auch als People of Color zu visualisieren. (Einfach, weil mein Default immer noch „weiß“ ist, weil ich es jahrelang nicht hinterfragt habe.) Ohne Büchern so gesehen zu verherrlichen, indem ich mir weiße Charaktere als nicht-weiß vorstelle. (Als Headcanons kann das cool sein, aber es ist nichts, was der Ursprungstext zu bieten hat; weißt du, wie ich’s meine?) Unter der Annahme, kann so ein Cover (und Klappentext) ja wirklich alles heißen, was letztendlich aber nicht bedeutet, dass doch nicht alle Charaktere in der eigentlichen Story weiß sind …

      Der Idealzustand wäre es in der Tat, wenn wir davon ausgehen könnten, dass es wirklich überall variierte Charaktere gibt, oder dass auf jedes „weiße Buch“ eins kommt, das keine weißen Charaktere hat. Nur fürchte ich, dass wir da noch lange nicht angekommen sind, und deswegen find ich es persönlich besser, wenn es – momentan – irgendwo Erwähnung findet, sei es auf dem Cover oder im Klappentext. Es ist wirklich ein zweischneidiges Schwert. Denn einerseits treibt das auch ein bisschen das Othering voran: Die Leute sind anders, sowas muss extra betont werden, etc. Anderseits hilft es auch, sie sichtbarer zu machen und das, denke ich, brauchen wir im Moment noch, auch wenn sich mittlerweile einiges gebessert hat.

      Jetzt hast du das auf jeden Fall (danke!), und es freut mich? :D (Das klingt so komisch.) Aber je mehr Leute sich Gedanken machen, desto besser, und da zahlt sich das Drüberreden ja aus. :)

Und ihr so?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s