Some good books for your perusal

Vor allem wenn euch ein bisschen Diversity wichtig ist. Diesmal geht’s um „Boy Meets Boy“ von David Levithan, Patrick Ness‘ „More Than This“ und „Gracefully Grayson“ von Ami Polonsky. Empfehlenswert sind sie alle! Ein Klick auf’s Cover führt euch wie immer zu Goodreads für mehr Infos zum Buch.

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Boy Meets Boy In Boy Meets Boy finden wir uns in einer Welt wieder, die beinahe ideal ist, zumindest was Sexualität und Gender angeht. Es ist eines der Bücher, das alle (bzw. vor allem die) lesen sollten, die sich gerade erst noch finden, sich unsicher sind oder Angst haben. Es mag nicht immer unsere Welt sein und selbst das Buch mag nicht ideal sein, aber es kann wunderbar sein, nicht das x-te Drama zu lesen, sondern eine Geschichte, in der das alles irgendwie egal ist.
Abgesehen davon, dass kein Mensch was dagegen hat, dass Paul sich in Noah verliebt oder dass Infinite Darlenes Gender (fast) ohne Murren akzeptiert wird, ist es im Grunde eine Geschichte über das ganz normale Highschoolleben mit gescheiterten Beziehungen, verwirrenden Gefühlen, plötzlich freundlichen Exfreunden und und und. Vielleicht mit dem kleinen Unterschied, dass viele Charaktere (trotz oder wegen der Fehler, die sie machen) sympathisch sind – scheint ja nicht selbstverständlich zu sein, wenn ich mir Meinungen zu anderen Büchern so angucke.
Aber ich hab’s ja schon gesagt, ganz ideal ist es auch nicht. Ein Heini nimmt es einmal auf sich, Darlene zu misgendern, Tonys Eltern dürfen nicht wissen, dass ihr Sohn schwul ist, weil sie Vorurteile haben, und es ist eines der Bücher, bei dem Bisexualität mal wieder zum bösen B-Wort wird, das verwendet wird, aber nicht benutzt werden darf. Wobei es auch ganz gut nahe bringt, dass Kyle, der multisexuell ist, ob nun bi oder anders, dadurch ganz schön verwirrt ist, vor allem weil er denkt, es müsste ein Gender oder ein anderes sein, nicht mehrere. Ohnehin werden Privilegien immer mal angesprochen, und um es noch mal kurz zu sagen: Lest es.

balken_blau_kleinMore than this Wer nach frustrierenden Büchern Ausschau hält, ist bei More Than This genau richtig. Patrick Ness‘ Buch startet damit, dass Seth im Meer ertrinkt – und dann in dem Haus in England aufwacht, in dem er vor dem Umzug in die USA mit seiner Familie gelebt hat. Ansonsten ist niemand weiter im Haus, nur ein Sarg in seinem Zimmer. Teile der Stadt sind verbrannt. Nach einer Weile trifft er auf Regina und Tomasz und gemeinsam mit ihnen versucht er herauszufinden, was geschehen ist: Ist Seth in der Realität aufgewacht, weil er in einer „Nicht-Realität“ gestorben ist, oder ist er wirklich gestorben und halluziniert in den letzten Minuten seines Lebens? Die Sache ist die: Das Buch bietet nie eine klare Antwort. Es gibt Hinweise, der Autor hat scheinbar seine Theorie und ich hab meine Vermutungen und Wünsche. Aber gänzliche Sicherheit? Die gibt es nicht.
Passenderweise ist auch der Titel Programm. Nach Beenden des Buches wollte ich mehr. Ich wollte wissen, was nach dem Ende weiter passiert, egal welche Variante jetzt wahr ist und nicht nur um zu wissen, was stimmt und was nicht. Ich wollte auch mehr über die „Vergangenheit“, ob es nun in der realen Welt geschah oder nicht. Wir erfahren im Verlauf ab und an, wie Seths Leben zuvor aussah: sowohl in England als auch in den USA und warum er am Ende im Meer ertrank. Aber wie reagierten seine Familie, seine Freunde, als sie erfuhren, dass Seth ertrunken ist?
Weil ich oben ja auch Diversity ansprach: Hier ist es nicht so wie bei Levithans Buch, dass es im Vordergrund steht. Generell kommen die drei Hauptcharaktere von recht verschiedenen Hintergründen: Seth kommt ursprünglich aus England, wohnt „jetzt“ aber in den USA, wie gesagt. Seine Eltern sind noch verheiratet, einen Bruder hat er auch, aber etwas ist mit ihm in der Vergangenheit passiert. Außerdem ist er weiß und schwul – letzteres sorgte für einige Probleme. Regina ist aus England und lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater, und die Beziehung war nicht die beste. Sie ist auch der einzige Schwarze Charakter im Buch, wenn ich mich recht entsinne, und wohl die Erfahrenste von den dreien, was diese „neue“, leere Welt angeht. Und dann ist da noch Tomasz, der jüngste, der aus Polen stammt und dessen Englisch nicht immer sicher sitzt. All das spielt in ihre Geschichten hinein, die allesamt für mich den interessantesten Part des Buches darstellten. Die Gegenwart mag spannend sein, nicht zuletzt wegen der Suche nach der Wahrheit, aber wer sie alle sind, wie ihre Leben aussahen – all das ist am Ende viel wichtiger.

balken_blau_kleingracefully grayson Gracefully Grayson ist die Geschichte eines jungen, 12-jährigen Mädchens, dem der Rest der Welt zu sagen scheint, dass sie ein Junge wäre. Jahrelang hat sie sich dem untergeordnet und ihr eigenes Spiel gespielt, zum Beispiel: Die Shirts, die sie kauft, sind extragroß, und in ihrer Vorstellung Kleider. Aber irgendwann fällt ihr das immer schwerer und je mehr sie sicher ist, dass sie ein Mädchen ist, desto größer wird ihr Wunsch, das endlich offen zeigen zu können. Für junge Transmädchen und generell Kinder, die trans sind, ist es sicherlich auch ein hilfreiches Buch. Denn auch wenn es Menschen gibt, die sich weigern, Grayson so zu akzeptieren, wie sie ist und ihr ihre eigenen Vorstellungen aufzwingen wollen, gibt es genauso Menschen, die sie akzeptieren und unterstützen. Und darum soll es am Ende im Buch vielleicht auch gehen: Du bist nicht allein.
Einer der Kritikpunkte, den ich oftmals gesehen habe, ist, dass Grayson sich sehr stereotypisch orientiert. Soll heißen: Sie ist ein Mädchen, also will sie pink tragen, mag Glitzer und Kleider etc. Und das stimmt durchaus, andererseits sagen ihr so viele, sie sein kein Mädchen, dass sie sich nicht nur an den Mädchen und Frauen in ihrer Umgebung orientiert, sondern das, was sie sieht, wird auch überspitzt, wie um zu rufen: Ich bin ein Mädchen! Grayson bemerkt selber, dass die anderen Mädchen auch mal Jeans und ein einfaches Shirt tragen, das auch blau oder grün sein kann – aber die anderen Mädchen werden deswegen nicht hinterfragt. Von daher erscheint mir Graysons Reaktion ganz verständlich, zumal sie wirklich erst 12 ist und nie wirklich eine Person hatte, mit der sie darüber reden kann. Sollte Ami Polonsky jemals eine ganze Reihe über Grayson machen wollen (was bisher nicht der Plan ist oder je war), es wäre wundervoll, Grayson weiterhin auf ihrem Weg zu begleiten.
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2 thoughts on “Some good books for your perusal

  1. Ich hab deinen Blog neulich erst entdeckt und finde ihn richtig toll :) Dieser Post gefällt mir sehr gut, ich mag Diversity in Büchern und bin immer positiv überrascht, wenn ich so ein Buch lese, bei dem ich gar nicht damit gerechnet hätte.
    More Than This steht schon eeeewig auf meiner Wunschliste und ich hoffe, es wird bald runtergesetzt, damit ich es mir auch endlich mal kaufen kann (ich bin geizig…) :) Danke für diesen toll geschriebenen Post!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende noch ♥

    • Oh, vielen Dank, das freut mich! :) Ich drück uns mal die Daumen, dass wir irgendwann in jedem Buch damit überrascht werden. ;) Auch wenn es dann natürlich irgendwann nicht mehr überraschend ist, aber damit könnte ich gut leben.
      Da hast du bestimmt bald Glück; das Taschenbuch ist ja jetzt auch schon länger raus, oder? Und früher oder später fallen englische Bücher da ja eh im Preis. (Wenn jetzt nur der Eurokurs etwas besser werden würde … ähem. Das ist dann ja auch noch so eine Sache.)
      Ich hab zu danken! Dir auch ein schönes Wochenende. :)

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