Faszination Sportanime

Ich weiß, ich weiß, es hat nicht wirklich was mit Büchern zu tun. Aber ich bin momentan geradezu gefangen von ein paar Sportanimes, ich muss einfach mal drüber reden!

Angefangen hat es 2013, als ich auf Tumblr über Free! Iwatobi Swim Club stolperte, in dem es, wie es der Name schon verrät, um ein Schwimmteam geht. Weiter ging es erst 2014, als die Serie mit Free! Eternal Summer fortgesetzt und der Fokus der Geschichte auf ein zweites Team erweitert wurde. Dann gab’s mal wieder eine Pause und jetzt, da ich eigentlich anderes zu erledigen hätte, hab ich angefangen, willkürlich Folgen noch mal zu sehen und hab mir außerdem andere Serien angelacht. Eine davon ist Haikyuu!!. Dem Titel entsprechend dreht sich hier alles um ein Volleyballteam, das zwei vielversprechende neue Spieler bekommt. Die dritte Serie im Bunde ist Kuroko no Basuke (oder Kuroko no Basket, wie es oft genannt wird, bzw. wäre der offizielle englische Titel Kuroko’s Basketball). Der Titel ist natürlich auch hier wieder ziemlich selbsterklärend.

Das Lustige daran ist, dass ich Sport an sich sehr ungern schaue, weil es mich in der Regel langweilt. Quidditch ist da tatsächlich die einzige Ausnahme, aber vielleicht liegt’s auch daran, dass ich da die Regeln gut kenne und eher den Durchblick habe. Dodgeball ist auch manchmal ganz lustig, und ich krieg immer Lust, es selbst mal zu probieren. Aber alles andere funktioniert nicht so recht, auch wenn ich die Leute für ihre Fähigkeiten trotzdem bewundere.
Aber das ist ja das Schöne am Anime: Es geht nicht nur um den Sport oder das entsprechende Spiel, sondern auch um die Charaktere, ihre Beziehungen, die Entwicklung des Teams, das Teammiteinander – und dabei sind die Spiele erstens ein bisschen näher als an der Mattscheibe, und zweitens herrlich überdramatisiert mit den ganzen Zeitlupen, den ewiglangen Monologen die einer Spielsekunde entsprechen und und und. Wie realistisch das dann immer ist, ist eine ganz andere Frage, aber es macht auf jeden Fall Spaß. Und deswegen kann ich von Sportanimes gerade nicht genug bekommen, während mich Spiele sonst weniger begeistern. (Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass wir gerade Quidditchpause haben und ich nicht richtig Zeit für Sport habe, und ich das ganze Drumherum beim Teamsport schlichtweg vermisse.)

That being said, die drei genannten Serien haben auch so ihre Probleme. Leider ist es bei anderen Sportarten ja immer noch so, dass Teams nach Gender getrennt werden und diese hier sind alles Jungsteams und auch ansonsten sind weibliche Charaktere eher selten anzufinden; dadurch fällt’s natürlich viel deutlicher auf, wenn das eine Mädchen der Serie mal wieder für’s Essenmachen zuständig ist. (Minibonuspunkt für Kuroko no Basuke, dessen Coach anfangs nicht wirklich kochen kann. Minuspunkt aber für den offensichtlichen Fanservice, den die anderen beiden Serien nicht haben. Dafür ein Pluspunkt an Haikyuu!, das wenigstens ganz kurz das Mädchenteam zeigt.)
Glücklicherweise ist Romantik in der Regel kein Thema in den Serien – es haben alle ja auch genügend anderes zu tun –, aber wenn etwas in die Richtung angesprochen wird, geht’s auschließlich darum, dass die Jungs auf Mädchen stehen. Wer ist überrascht? Ja, ich auch nicht. (Wobei ich zugeben muss, dass der Subtext von Free! manchmal ein bisschen was anderes vermuten lässt …)
Nichtsdestotrotz macht’s Spaß und ehe ich noch ewig rumpalaver, gehen wir doch einfach mal in die Vorstellung über. Was die Probleme angeht, ich muss mir da einfach mal Animes mit Frauenteams suchen, spontan ist mir da nur Mila Superstar bekannt.

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free! eternal summer Wie bereits erwähnt, geht es in Free! Iwatobi Swim Club und der Fortsetzung Free! Eternal Summer um’s Schwimmen. Zentrum der Geschichte sind Nanase Haruka, Tachibana Makoto, Hazuki Nagisa, Ryugazaki Rei und Matsuoka Rin. Haruka, Makoto, Nagisa und Rin schwammen bereits als Kinder zusammen, aber nachdem Rin auf eine Schule in Australien wechselt, brechen die Bande: Nagisa geht auch auf eine andere Schule, und Makoto und Haruka schwimmen nicht mehr in Wettbewerben. Zumindest bis zu ihrem zweiten Jahr der High School. Dann wechselt nämlich nicht nur Nagisa auf ihre Schule, sondern Rin kehrt nach Japan zurück und geht auf die nahegelegene Samezuka Academy. Die erste Staffel konzentriert sich zum Großteil auf den Konflikt zwischen den vier ehemaligen Freunden. Rin ist nicht mehr der, der er einmal war – stattdessen ist er aggressiv, stößt die anderen drei von sich und scheint ohnehin einige Gewichte mit sich zu schleppen. Letztendlich führt es aber dazu, dass er sich dem Schwimmclub seiner Schule anschließt und die anderen drei ihren eigenen Club gründen, dem am Ende auch Rei und Rins Schwester Kou als Clubmanagerin angehören.
In der zweiten Staffel hat sich eine freundliche Rivalität zwischen den Clubs herausgearbeitet. An Rins Seite stehen nun sein ehemaliger Zimmernachbar Nitori Aiichiro, ein anderer Freund aus Kindertagen, Yamazaki Sosuke und ein sehr amüsanter Kerl namens Mikoshiba Momotarou. Überwiegendes Thema hier ist eher die Zukunft – denn Ende des Jahres werden Makoto, Haruka, Rin und Sosuke die Schule abschließen und getrennte Wege gehen müssen. Dass da kein Mensch wirklich glücklich drüber ist, könnt ihr euch denken.
Am stärksten sind in der Serie wohl die Charaktere, die ein wunderbares Miteinander haben – wie das halt so ist, wenn du Grummelköpfe wie Haruka mit Quietschkugeln wie Nagisa in eine Gruppe steckst. Neben dem üblichen Schabernack mit den etwas spezielleren Eigenheiten (z.B. Haruka, der sich im Grunde auszieht, wann immer er Wasser sieht) wird immer wieder betont, wie wichtig und schön Freundschaft ist, trotz aller Rivalitäten und Probleme. Zusammen übersteht sich sowas schließlich ein bisschen einfacher. Abgesehen davon sind aber die Schwimmrennen auch immer verflucht spannend, auch wenn ich mir manchmal dann doch das Lachen verkneifen muss, wenn das Philosophieren unter Wasser wieder losgeht.

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haikyuu!! Ausgangssituation hier ist ein Spiel zwischen den Teams von Kageyama Tobio und Hinata Shouyou, welches Hinata haushoch verliert, weil er das einzige Mitglied seines Teams ist, das ansonsten tatsächlich auch Volleyball spielt. Er zeigt aber großes Potential, obwohl er mitknapp 163 cm nicht unbedingt die ideale Größe für den Sport hat. Nach dem Turnier starten beide in das erste High-School-Jahr und wechseln dementsprechend die Schule. Hinata schwört, Kageyama beim nächsten Aufeinandertreffen zu besiegen – muss dann aber merken, dass dieser nun die gleiche Schule besucht und die beiden fortan in einem Team spielen werden.
Anfangs konzentriert sich die Geschichte noch recht stark auf diese zwei – Hinata muss erkennen, dass er seine Träume manchmal einfach zurückschrauben muss, und dass die Alternativen nicht zwangsläufig schlecht sind. Kageyama dagegen muss aufhören, allein spielen zu wollen. Bald darauf weitet sich der Fokus aber auch auf die anderen Teammitglieder aus, so zum Beispiel Azumane Asahi, dessen Bälle bei seinem letzten Spiel immer geblockt wurden, sodass er jetzt kaum mehr spielen mag. (Mein Favorit ist ja Tanaka, der im Grunde ein ziemlicher Scherzkeks ist, aber ständig versucht, andere zu ängstigen, indem er gruselige und/oder fiese Gesichter zieht. Ich fühl mich ihm ja irgendwie verbunden.) Letzten Endes geht es dann aber weniger um die Einzelspieler und mehr um das Team, was sie alle beitragen können, damit sie als Team gut funktionieren und Teams schlagen können, gegen die sie sonst verloren hätten. Das geht nicht immer gut, aber das ist ja das Schöne daran, und dann ist es umso besser, wenn sie sich doch wieder verbessern.
Bisher gibt es hiervon nur eine Staffel, die zweite wird aber im Oktober 2015 starten und dort wird es die letzte Chance für die Drittklässler der High School, in diesem Team zu spielen. Ich bin jetzt schon traurig deswegen. :( Es lohnt sich übrigens auch sehr, mal in den Soundtrack reinzuhören, der mir immer Lust auf Training macht – und darauf, zu gewinnen. Wer Interesse hat, kann hier und hier mal vorbeischauen.

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kuroko no basuke Kuroko no Basuke ist mir genauso wie die anderen beiden Serien bei Tumblr über den Weg gelaufen, allerdings hab ich sie bis jetzt immer ignoriert. Es hat sich aber gelohnt anzufangen. Rein grundsätzlich muss ich sagen, dass sich diese Serie viel mehr auf die Spiele/Wettbewerbe konzentriert und sich damit auch generell „ernster“ anfühlt. Bei einem Spiel gibt es halt nur bedingt Möglichkeiten rumzualbern – das wiederum findet sich bei den anderen beiden zuhauf wieder. Das soll nicht heißen, dass Kuroko no Basuke keinen Spaß macht, da gibt’s durchaus auch Comedy, nur in kleinerem Maße.
Titelgebend ist Kuroko Tetsuya, der an sich nicht wirklich talentiert ist, was Basketball angeht, und trotzdem hat er für eines der besten Teams des Landes gespielt. Sein Geheimnis ist, dass er verdammt gut passen kann und außerdem ein Mensch ist, den die Menschen leicht übersehen oder vergessen. Im Alltag hat das den amüsanten Effekt, dass selbst seine Teammitglieder ihn nicht bemerken, selbst wenn er vor ihnen steht und sie sich höllisch erschrecken, sobald er was sagt. Auf dem Spielfeld ist es aber umso nützlicher, weil er so überraschend einen Pass umleiten und seinen Mitspielern einen Vorteil verschaffen kann. Mit ihm zusammen steht Kagami Taiga im Mittelpunkt, der bisher in den USA gespielt hat und nun mit seinem Team der Beste Japans werden will. Im Weg stehen ihm dabei Kurokos ehemalige Teammitglieder, die allesamt auf sehr gute Schulen verteilt wurden und nun ohnehin sehr gute Teams unterstützen. Dabei geht es weniger um die Beziehungen im Team an sich und wirklich mehr um den Sport, was sehr nervenaufreibende Spiele zur Folge hat. Ernsthaft, während eines Spiel bin ich spontan von meinem Stuhl aufgesprungen, weil ich die Spannung nicht mehr aushalten konnte. (Letztendlich ist das aber auch der Grund, warum mir Free! und Haikyuu!! momentan etwas lieber sind. Kuroko no Basuke mag spannender sein, die anderen beiden hab ich aber ins Herz geschlossen.)

Edit: Hab die Serie jetzt beendet und ab Staffel 2 und definitiv Staffel 3 spielen der Humor und die Einzelschicksale eine etwas größere Rolle. Leider gibt’s zwischendurch dann noch Spannen als humoristisches Element, noch ein bisschen mehr unsinnigen Fanservice und außerdem einen offen schwulen Charakter, der aber vergleichsweise feminin gezeichnet (besonders die Augen) und außerdem „Schwester“ genannt wird. Hier bin ich aber nicht sicher, ob das in der LGBTIAQ+-Szene in Japan nicht vielleicht Gang und Gebe ist? Letztendlich ist der Charakter trotzdem ein sehr guter Spieler, was ja auch mal cool ist, aber die Details sind manchmal doch etwas grenzwertig. Natürlich macht er auch Andeutungen, mit anderen Spielern (die das nicht wollen) auf Tuchfühlungen zu gehen. (Zumindest laut Übersetzung.)

balken_blau Wie sieht’s aus, gibt’s ein paar bestimmte Sportserien, die ihr besonders mögt? Oder bevorzugt ihr dann doch lieber richtige Spiele? Oder vielleicht keins von beidem? Ich zumindest weiß, dass ich tierisch gern einen Quidditchanime hätte.

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5 thoughts on “Faszination Sportanime

  1. Team Tanaka! Haha, der ist auch mein persönlicher Liebling, ohne ihn wäre „Haikyuu!!“ nur halb so unterhaltsam xD
    Die Warterei zur zweiten Staffel vertreibe ich mir damit die Mangas zu lesen. Leider bin ich noch nicht so weit, aber dann ist die Reihe noch nicht so schnell vorbei. Ich finde es auch ziemlich schade, dass Sugawara, Sawamura und co. bald nicht mehr mitspielen, aber die Charaktere aus den anderen Teams, wie Nekoma, oder Aoba Josai, werden mir auch fehlen.
    Normalerweise sehe ich auch nicht so gerne Sport und praktiziere ihn noch weniger , aber die Animes machen aus den Gründen, die du oben nennst echt Spaß. In meinen französischen Ausgaben (auf Deutsch sind die Mangas ja noch nicht erschienen) wirbt die FFVB ganz fleißig sich doch einem Club in der Nähe anzuschließen, wenn man den Sport für sich entdeckt hat x)
    „Kurokos Basket“ würde mich auch noch interessieren, aber „Free!“ reizt mich überhaupt nicht. Da reicht es mir schon, wenn alle zwei Minuten was davon auf meinem Tumblr Dashboard aufkreuzt. Allerdings überlege ich, ob ich mal einen Blick auf „Ace of Diamond“ werfen soll.

    Liebe Grüße,
    Bramble

    • Vor allem auch Tanaka und Nishinoya zusammen, besonders aber Tanaka. Ich will mehr wie er sein. xD
      Ich lenk mich momentan genauso ab. Bzw. hab ich dann erst mal die Geschichte bis zum Ende der ersten Staffel quergelesen und jetzt geht’s weiter in der Geschichte. Freue mich da schon sehr auf einige neue Charaktere in Staffel 2, vor allem auf die Geschwister. :3 Aber ja, die Drittklässler werden mir fehlen – wobei es momentan ja so aussieht, als würden sie die zweite Staffel über noch komplett dabei sein?
      Ich hab letztens auch erst die Extraepisode gesehen, in der Lev von Nekoma eingeführt wird, und irgendwie ist mir da Nekoma allgemein sehr ans Herz gewachsen. Ich mochte Kenma zuvor schon, aber als Team waren sie mir da noch nicht sooo wichtig.

      Clever. xD Kann mir auch vorstellen, dass das ganz gut funktioniert. Ich weiß, dass ich fast Lust habe, mich einem Volleyballteam anzuschließen, dabei kann ich das nicht wirklich spielen.

      Ha, ich will dein Dashboard. :’D Ich freu mir jedes Mal einen Keks, wenn endlich mal was auf meinem Dashboard auftaucht.

      In „Ace of Diamond“ ging es um Baseball, oder?

      • Stimmt, Nishinoya habe ich gerade total vergessen. Die beiden sind einfach ein super, und ich finde es immer zum totlachen, wie sie Hinata mitreißen.
        Ich denke sie sind noch dabei, immerhin sind sie ja in den neusten Kapiteln auch noch dabei. Außerdem sind sie viel zu beliebt um zu fehlen :D
        Jaa, Kenma ist zu goldig! Die Extraepisode habe ich leider noch nicht gesehen, aber das hole ich auf jeden Fall bald nach.
        Haha, seit ich „Tokyo Ghoul“ und „Attack on Titan“ durch Tumblr entdeckt habe, folge ich ein paar Manga- und Animeblogs um mich ein bisschen aktuell zu halten :D
        Sport ist allgemein nicht so mein Ding und Volleyball erst recht nicht, das hat mir der Sportunterricht nur zu oft gezeigt xD
        Ja genau, ich les mich mal ein ein paar Kapitel ein, bevor ich mich entscheide es zu kaufen.

      • Was ich im Nachhinein auch sehr süß finde, ist, wie sehr sich Kageyama doch von Hinata, Tanaka und Nishinoya mitreißen lässt. xD Am Anfang hab ich ihn eher als den ganz Kühlen wahrgenommen, aber beim wiederholten Schauen ist mir erst aufgefallen, dass er den Dreien gar nicht sooo unähnlich ist, auch wenn er bei weitem nicht so laut ist.
        Stimmt! Aber je nachdem, wie lange die Reihe laufen wird, werden sie ja irgendwann die Schule abschließen und auch wenn sie immer mal vorbeischauen, sind sie ja auf jeden Fall seltener da. :(
        Oh, das musst du unbedingt machen! Es kommen auch deutlich mehr Katzen vor als sonst, allein dafür lohnt es sich. xD

        Geht mir ähnlich. xD Hab jetzt ein paar Haikyuu!!-Blogs hinzugefügt, aber die wenigsten bloggen ja über nur einen Anime. :D Tokyo Ghoul steht da auch noch auf meiner Liste … aber erst mal überwiegt das Volleyballfieber.

        Müsste ich auch mal machen … wobei ich zugeben muss, dass ich bei Baseball noch etwas skeptisch bin. xD

  2. Pingback: Eine kleine Fangirlunterbrechung, denn Haikyuu!! Vol. 1 ist endlich da! | Muh, das Telefonbuch

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